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Ernennung zum Professor

Der Herzkönig freut sich bekannt geben zu dürfen, dass er vom Werkskundendienst seines Vertrauens, das die Ehre hatte, den Geschirrspüler zu reparieren, einen neuen Titel verliehen bekommen hat.

Der Reihe nach: Der Geschirrspüler machte eines Tages ein seltsames Geräusch und daraufhin knallte der Deckel ungebremst hinunter. Schienbein und Knie blieben unbeschadet, auch der kleine Prinz war in dem Moment weit weg. Aber über kurz oder lang musste die herunterfallende Tür repariert werden. Also Werkskundendienst, der mit der Reparatur etwa eine halbe Stunde benötigt hat. Als es ans zahlen ging, musste sich der Herzkönig ob des Betrages erst mal setzten. Als er dann aber durch die Rechnung Zeuge einer in dem Moment stattfindenden Titelverleihung wurde, konnte er nicht anders und musste ergriffen aufstehen und sich beim Werkskundendienst bedanken. Der Herzkönig ist nun nicht mehr bloß „zu allen Zeiten Mehrer des Reiches“, und Inhaber diverser Ehrenbekundungen, sondern nun auch Professor.

Die königliche Amtskanzlei wird sich in einem Schreiben beim Werkskundendienst bedanken und in zum k.k. Werkskundendienst ernennen. Für zukünftige Ehrenbezeugungen ist der Herzkönig natürlich offen. In seiner Sammlung würden noch ein paar „Räte“ fehlen, etwa Betriebs-, Regierungs-, Amts-, Hof- oder Bundesrat.

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Wer arbeitet da spätnachts – Teil 2!

Wie versprochen, nun der zweite Teil der Geschichte. Als der Herzkönig jetzt aber wirklich hundsmüde nach Hause kam, brannten überall noch Lichter. Einen kurzen Moment überlegte er, ob er einen gedanklichen Rückfall hatte – ihm war es nämlich noch sehr gut erinnerlich, dass der kleine Prinz in seinen ersten Monaten die Nacht auch mal mit dem Tag verwechselt konnte und zu Unzeiten putzmunter war. Allerdings, da keine Kinderlaute zu vernehmen waren, betrat der Herzkönig nicht mehr ganz so skeptisch die Wohnung. Es muss natürlich noch der mitlesenden Herzkönigin gesagt werden: den ganz kurz aufblitzenden Gedanken, doch den Wirten des Vertrauens aufzusuchen, verwarf er in dem Moment.

Auf der Couch fand er seine Herzkönigin beim Basteln vor. Stoffreste lagen herum, ein paar Holzstäbe, Fäden und sonstiges nicht definierbares Zeugs. Als der Herzkönig dann auch noch in ein paar aufklebbare Augen blickte, verzichtete er sogar aufs Zähneputzen und verzog sich ins Bett. Am nächsten Morgen konnte das Geheimnis gelüftet werden. Die Herzkönigin bastelte eine Magnetangel und allerlei „Zeugs“, das geangelt werden wollte: Fische, ein Krokodil, ein Wal, eine Biene, eine Blume, ein Käfer, ein Frosch … und vermutlich auch ein paar Autoreifen gab es zu angeln!

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Vom bastlerischen Talent der Herzkönig überwältigt, wurde das Spiel sogleich ausprobiert. Der kleine Prinz fand so sehr gefallen daran, dass er kurzerhand beschloss, das eigene Bett in ein Boot umzufunktionieren. Aus dem Kasten holte er auch Schwimmreifen und Schwimmflügerl und die „Fischer“ wurden auch mit entsprechender Kopfbedeckung aus dem Fundus des kleinen Prinzen ausgestattet. Warum der kleine Prinz unbedingt beim Fischfangen dann auch noch Handschuhe tragen musste, entzieht sich all unserer Kenntnis. Vermutlich sicherheitshalber, falls wir mit dem Boot rausfahren müssen und da draußen hat es ja gerade minus 10 Grad.

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Wer arbeitet da spätnachts – Teil 1?

Freitag gegen 21:30. Der Herzkönig ist zwar hundsmüde, aber doch noch – gemeinsam mit seinem „Kollega“ – unterwegs zu einem spätabendlichen Event. Auf dem Weg dorthin passierte er die Wiener Schenkenstraße und war plötzlich geblendet – nicht vom Straßenlicht, sondern vom Computerraum im Untergeschoß des Uni-Gebäudes, der die Umgebung hell erleuchtet hat.

In meiner Studentenzeit gingen die (eigenen) Lichter im ersten Semester Freitag mittags aus, später in einer zwei-Tage-Woche am Mittwoch. Montag und Freitag war zu der Zeit selten jemand an der Uni anzutreffen. Und in Ferienzeiten (im Februar sind ja bekanntlich Semesterferien) war eigentlich niemand da. Heutzutage haben die Uni-Computer wohl auch noch Nachtbereitschaft für besonders arbeitswillige Studierende? Oder laufen die Computer einfach so?

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Als der Herzkönig spätnachts nach Hause kam, lief zwar kein Computer, dafür brannte Licht und irgendjemand hat zu dieser unchristlichen Zeit auch noch gearbeitet: wer es war bzw. was hier nachts gearbeitet wurde kommt im zweiten Teil.

Asphalt + Zaun = Pflanzenfläche?

Neulich drehte der Herzkönig eine Runde und musste plötzlich stehenbleiben, denn ein Zaun versperrte ihm den weiteren Weg. Als jemand, der nicht unweit des Eisernen Vorhangs aufgewachsen ist, hat es der Herzkönig nicht unbedingt mit Zäunen, aber die Message, die an diesem Zaun angebracht war, lies ihn dann schon schmunzeln. Und so nahm er den kleinen Umweg, auch ohne wie ein Rohrspatz zu schimpfen, in Kauf.

Fraglich bleibt, ob auf dieser Asphaltfläche doch tatsächlich noch irgendwann Grünzeug sprießen wird. Hier gilt es abzuwarten und dem Amtsschimmel zu vertrauen. Der Herzkönig wird sein Möglichstes versuchen, das Anwachsen des Rasens und der Staudenpflanzen dort tatkräftigst zu unterstützen – aber es wird schwer werden, selbst der Hund wollte beim Gassigehen mangels Grünflächen dort nicht düngen. Beim ersten Hinschauen hat der Herzkönig noch zierliche Pflanzensprösslinge ausgemacht, bei einer genaueren Betrachtung erwiesen sie sich als bloße „Tschickstummel“.

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Traumjob im Damenstift

Beim Durchstöbern der Tageszeitung fiel dem Herzkönig folgende Jobausschreibung in die Hände. Falls der eigene Brötchengeber hier mitliest, sei darauf hingewiesen, dass der Herzkönig nicht für sich selbst eine neue Herausforderung sucht, sondern natürlich für den kleinen Prinzen.

Der Herzkönig ist nämlich selbst der Meinung, dass es nie zu früh ist, mit einer geregelten Arbeit (auch für herzkönigliches Blut) zu beginnen. Der Herzkönig wuchs in der kapitalistisch-katholischen Arbeitswelt auf und verdiente sich seine ersten Millionen in der Volksschule als Ministrant. Das waren immerhin drei Schilling pro Sonntagsmesse. Hinzu kam noch ein entsprechendes Trinkgeld, wenn man noch für die eigene Verwandtschaft  die Zeitung aus dem Zeitungsständer holte. Begräbnisse, Taufen und Hochzeiten waren besser bezahlt und gekrönt wurde der Jahresverdienst beim österlichen Ratschen. Da der Herr Pfarrer sich darum nicht kümmern wollte, haben die örtlichen Ministranten das selbst erledigt, allerdings auch den gesamten Verdienst untereinander aufgeteilt. Bausparverträge konnten eingezahlt werden, Kredite konnten bedient werden, … das war ein Leben!

Aber zurück zum Thema, beim Durchsuchen der Stellenanzeigen fiel dem Herzkönig folgende auf. Im ersten Moment blieb er am Wort „Damenstift“ hängen und assoziierte diesen Begriff leider völlig falsch. Im Hinterkopf drängten sich leider Erinnerungen an die Comics von  Walter Moers. Da gibt es eine Szene, in der der Großvater ein Seniorenstift aufsucht.

Bei dieser Stellenanzeige einer herzoglichen Stiftung hat dann der Herzkönig doch etwas genauer geschaut, vielleicht wollte die Stiftung ihrem Herzkönig ja auch etwas vermachen. Und  bis auf einen Punkt passt diese Anzeige auf den Herzkönig wie die Faust aufs Auge. Er verfügt – zumindest gegenüber dem Parlament – über kein nennenswertes Einkommen. Sein Lebenswandel ist – mit Ausnahme der Zeit in der Hauptschule – untadelig. Und sein Bekenntnis zur römisch-katholischen Religion hat er als Ministrant zweifelsfrei unter Beweis gestellt. Allerdings unterstützt das hier genannte Damenstift nur Personen des weiblichen Geschlechts. Somit wird er dieser Stiftung den herzoglichen Titel sicherheitshalber bei nächster Gelegenheit entziehen.

In Bezug auf die Jobsuche wird sich der Herzkönig mit dem kleinen Prinzen einfach beim nächsten Inserat melden und Topmodel werden!

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Das Inserat habe ich als fürsorglicher Herzkönig gleich auch meiner Herzkönigin weitergeleitet, allerdings wohlwissend, dass es mit den gestellten Anforderungen schlecht bestellt ist. Sie hat aber ja irgendetwas mit „Theater“ studiert, vielleicht kann sie bei einer Bewerbung ihr schauspielerisches Talent unter Beweis zu stellen.

 

Stadtspaziergang: Geschäftszeiten

Beim Bummeln durch eine Wiener Geschäftsstraße blieb der Herzkönig an einem Geschäft stehen. Man kann ja nie wissen, vielleicht gibt es ein Schnäppchen zu erstehen. Oder man entdeckt ein Mitbringseln, das die Herzkönigin oder den kleinen Prinzen erfreuen wird.

Allerdings dieses besagte Geschäft hatte leider an diesem Nachmittag geschlossen und der Blick auf die Geschäftszeiten ließ die Hoffnung des Herzkönigs auf einen erfolgreichen Einkauf schwinden…

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Die unten angebrachte Zusatzinformation zu den Öffnungszeiten könnte man jedoch noch (je nach Wetterfestigkeit des Geschäftsinhabers) erweitern:

  • Bei Schönwetter (Freibadzeit) ist das Geschäft geschlossen.
  • Bei leichter Bewölkung ist das Geschäft offen, beim ersten Regentropfen wird sofort geschlossen.
  • Im Sommer Urlaub, im Winter geschlossen; dazwischen ja nach Wetterlage.
  • Offen: immer, außer es freut den Geschäftsinhaber grad nicht.

Weitere Ideen können gerne in der herzköniglichen Amtskanzlei deponiert werden (jessasnablog@gmail.com); den besten Vorschlag bringt der Herzkönig in Form eines Post-it’s beim nächsten Besuch persönlich darunter an.

 

Die Top 10 Ausreden des kleinen Prinzen

Der Herzkönig ist immer wieder erstaunt, mit welchen Ausreden der kleine Prinz Bitten der königlichen Eltern abschmettert. Die Fragen lauten von frische Windel, Schuhe anziehen bis Kindergarten gehen. Die Top 10 seien hier angeführt:

 

10: „mag nicht!“

9: Der kleine Prinz tut so als ob er nichts hört.

8: Auf Nachfrage der Herzkönigin „Hörst Du mir überhaupt zu?“ folgt ein promptes kleinprinzisches „Nein!“

7: Das „Nein“ kann auch in verschiedenen Variationen gesungen werden „Neeeiiiiiin!“

6: „gleich!“

5: Der kleine Prinz beschäftigt sich plötzlich selbstständig mit seinen eigenen Spielsachen.

4: Der kleine Prinz antwortet mit einem Gegenvorschlag „mag Fernschaun!“ Als Alternative kommt „mag Schokolade!“

3: „morgen!“

2: Der kleine Prinz antwortet in einer eigenen Sprache „Gobldidi do magadubabadu?“

1: „im Sommer!“

 

In diesem Sinn hofft der Herzkönig auf baldige Sonnenstrahlen!

 

 

Ein Denkmal für die ganz ganz schlimmen Schüler?

Heute begab sich der Herzkönig wieder einmal auf Reisen und verließ für einen Nachmittag die Haupt- und Residenzstadt Wien. Wohlwissend ließ er auch den königlichen Fuhrpark in der Garage und nahm stattdessen inkognito die öffentlichen Verkehrsmittel und die Bahn. Der Grund der Reise ist eigentlich nicht nennenswert, der Vollständigkeit und des Eigenlobes halber sei angemerkt, dass der Herzkönig in den Ausschuss des Vereins für Landeskunde von NÖ gewählt wurde. Dieser 1864 gegründete Verein ist eine der ältesten wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs. Aber das nur nebenbei.

Jedenfalls hat das Bahnfahren einen Vor- und einen Nachteil. Der Vorteil: man hat Zeit zum Lesen oder fürs in die Luft schauen. Der Nachteil: man kommt entweder viel zu früh an, oder gerade pünktlich was dann meistens wieder zu spät ist (weil halt die Bahnverbindungen bislang noch nicht mit den herzköniglichen Terminen synchronisiert wurden). Der Herzkönig entschied sich für die sichere Variante und kam viel zu früh an. Um die Zeit vergehen zu lassen, nutzte er diese gefühlte Stunde noch für einen Spaziergang, da entdeckte er an folgendes Monument.

Diese an eine Wand blickenden Köpfe erinnerten den Herzkönig sogleich an seine eigene Schulzeit. Die Pausen in der Volksschule verbrachte er in regelmäßigen Abständen am Gang, mit dem Kopf gegen die Wand schauend. An manchen Tagen verbrachte gefühlsmäßig die gesamte männliche Schuljugend die großen Pausen in dieser Blickrichtung. Die Volksschule hatte ja einen entsprechend langen Gang. Im Unterricht selbst hatten es die Lehrerinnen etwas schwieriger, denn da standen ja nur vier Ecken für maximal vier Rabauken zur Verfügung.  Somit war das an der Wand stehen im Unterricht nicht so statisch wie das in der Pause, es folgte nämlich einem gewissen Rotationsprinzip. Wenn der Herzkönig in dieser Volksschulzeit etwas gelernt hat, dann die Kunst der Diplomatie. Anders ausgedrückt ließ er sich ab der Hauptschule nicht mehr so leicht erwischen.

Langer Rede kurzer Sinn und damit auch zur Frage des Tages: in welcher Stadt und wo befindet sich denn dieses – vermutlich allen schlimmen Schülern wie mir – gewidmetes Denkmal? Zu gewinnen gibt es die Antwort, die höchstselbst von der königlichen Amtskanzlei (jessasnablog@gmail.com) gegeben wird.

 

…noch schnell einen Schneemann gebaut!

Das Wochenende nutzte die königliche Familie, um in das tiefste Waldviertel zu OmiOpa zu fahren. Dort sollte es ja noch Schnee geben, zumindest war das früher, als auch noch alles besser war, noch so. Man hatte Glück und konnte am Vormittag (ohne den kleinen Prinzen) noch Langlaufen. Am Nachmittag begann schon das angesagte Tauwetter, allerdings waren das gerade ideale Schneeverhältnisse, um einen Schneemann zu bauen!

Der Herzkönig schlüpfte in Windeseile in sein bestes Wintergewand, einen modischen Einteiler, der ihm schon immer Spott und Hohn der Herzkönigin eingebracht hat. Aber er hat ihm auch dankbare Blicke von Kindern eingebracht, die auf den Skipisten in diesen nicht immer ganz modischen Einteilern unterwegs waren.

Aber der Herzkönig hat dieses Teil bei jeder sich bietenden Gelegenheit im Winter getragen, denn alles was einmal uralt ist, wird wieder „Retro“ und dann auch gleich einmal wieder „in“. Und tatsächlich, selbst dem kleinen Prinzen wurde von der Herzkönigin ein modischer Einteiler gekauft, und der hat auch noch einen flotten Namen: „Onesies“ heißen diese Teile. schneemann_onci

Also haben sich der kleine Prinz und der Herzkönig in Schale bzw. in ihre Onesies geworfen und mit den Bauarbeiten begonnen. Der erste Versuch scheiterte noch kläglich. Der Herzkönig versuchte, aus höheren Lagen eine Schneekugel ins Tal zu rollen, um einen mächtigen, herzköniglichen Schneemann bauen zu können. Doch diese riesengroße Schneekugel überstand den Transport ins zwei Meter unterhalb liegende Tal nicht und zerbrach, bevor sie zu einer Lawine werden konnte.

Also musste in niederen Lagen ein Schneemann gebaut werden; in Ermangelung von Karotten wurden als Nasen (und Ohren) Tannenzapfen genommen, als Haare dienten ein paar Zweige und als Augen zwei Zierquitten aus Omis Garten.

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Der Schneemann hat die Nacht und das einsetzende Tauwetter noch überlebt, am nächsten Morgen fielen schon die Nase und der Mund von ihm ab. Bei der Heimfahrt nach Wien zeigte das Thermometer bei der Abfahrt fünf Grad, bei der Ankunft in Wien elf Grad plus. Unser Schneemann wird diese warmen Jännertage wohl nur mehr als armseliges Häuflein überstehen… Wetterfrösche haben für den morgigen Tag bis zu 15 Grad angesagt.

Müllentsorgen

Einmal im Jahr darf man in Wien an bestimmten Plätzen eine bestimmte Sorte Müll – nämlich die alten Christbäume – einfach so ablegen. Ansonsten sorgt das Wiener Reinhaltegesetz dafür, dass – wenn man es tut und erwischt wird – man auch bestraft wird.

Auch der Herzkönig ist jedes Jahr höchstselbst mit von der Partie, wenn es darum geht, den eigenen Christbaum im nächstgelegenen Park fachgerecht abzulegen. Abzulegen ist jetzt der falsche Begriff, denn der herzkönigliche Christbaum präsentiert sich sogar noch auf dem Christbaumsammelplatz standesgemäß. Bis der Baum schlussendlich entsorgt wird, vergeht im Allgemeinen noch einige Zeit und so kann der Herzkönig mit dem kleinen Prinzen immer wieder nachsehen, ob er denn noch da ist, der gute alte Christbaum. Immerhin hat ihn der Herzkönig so aufgestellt, dass man ihn auch noch von weitem erkennt. Und sollte sich ein anderer Baum auch noch erlaubt haben, sich zu erheben, hat dies der Herzkönig bei seinen Kontrollgängen unverzüglichst unterbunden.

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Ansonsten darf in Wien nichts draußen abgestellt werden. Einige halten sich – zur Freude des Herzkönigs und der Herzkönigin – nicht daran. In unmittelbarer Nähe seines Wohnorts gibt es noch ein paar Geheimplätze, an denen immer wieder Sammelsurien zu finden sind. Diese Plätze gibt der Herzkönig an dieser Stelle (und vermutlich auch unter Folter) nicht preis, denn auch ein Schwammerlsucher verrät seine Lieblingsfundorte nicht. Den königlichen Hausrat haben so etwa folgende Fundstücke vergrößert: die Herzkönig erfreut sich an einem Stuhl von Thonet, der kleine Prinz etwa an einer Kugelbahn. Nur für den Herzkönig war bislang noch nichts Passendes dabei. Gestern wäre es fast soweit gewesen, als er am Heimweg eine Kiste entdeckte. Nach einigen Mühen konnte er sie öffnen – die königlichen Leibwächter haben etwas von „Obacht“ und „explosive Höllenmaschine“ gemurmelt – aber das drang im Rausch des Adrenalins zum Herzkönig nicht mehr vor.

Was er vorfand erwärmte sogleich sein Herz, da es sich um eine keine Höllen-, sondern um eine alte Schreibmaschine gehandelt hat. Allerdings befand sich auf den Tastenhebeln keine Tastatur mehr; nur der Klingelton beim Wagenrücklaufhebel erklang wie er auch vor Jahrzehnten geklungen haben wird. Somit hat sie der Herzkönig dort gelassen, in der Hoffnung, dass sich jemand mit handwerklichen Fähigkeiten ihr annimmt.

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