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Beruferaten

Das neue Jahr beginnt mit einem Rätsel. Wer den hier eingetragenen Beruf identifizieren kann, erhält die nächste Ausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ mit dem Artikel über das NS-Opfer Josef Völk zugeschickt. Hinweise nimmt die herzkönigliche Amtskanzlei unter jessasnablog@gmail.com dankend entgegen.

Neues Heft „Das Waldviertel“ (4/2021) mit einem Leitartikel über das Stadtbuch von Waidhofen/Thaya

Stadtbücher dienen der Dokumentation und Rechtssicherung, häufig werden daher Liegenschaftsgeschäfte und Testamente eingetragen. Dementsprechend funktional sehen sie üblicherweise aus. So beginnt Martin Roland seinen Beitrag über das Waidhofner Stadtbuch, das 1455 neu angelegt wurde. Die ältesten Einträge im Stadtbuch behandeln Rechtsgeschäfte aus dem Jahr 1383, bekannter ist allerdings die Initiale zu Beginn, die aus einem Notarssignet sowie einem Vogel mit einem langen, schmalen und leicht gebogenen Schnabel besteht. Seit dem Jahr 1971 wird der Vogel als Waldrapp identifiziert und der Autor des Beitrags stellte bereits einen Vortrag unter den Titel „Unser Stadtbuch hat einen Vogel“.

Georg Hammerschmidt beschäftigt sich in einer empirischen Studie mit Faktoren der Berufswahlentscheidung im ländlichen Raum. Am Beispiel von Zwettl geht er der Frage nach, wie die Berufswahl von Absolventinnen und Absolventen der vierten Klassse der neuen Mittelschule getroffen wird. Im Vergleich zu Österreich bzw. Niederösterreich (25 Prozent) besuchen deutlich mehr Schülerinnen und Schüler eine Polytechnische Schule (40 Prozent).

Mit dem Haus Nr. 70 in Waidhofen an der Thaya beschäftigt sich Reinhard Preißl. Dieses Haus wurde wohl im 17. Jahrhundert errichtet und hat – wie der Autor herausgefunden hat – vieles zu erzählen: vermutlich wurde das Haus nach dem Dreißgjährigen Krieg abgebrochen, 1653 hat der Jude Löb mit dem Aufbau des Hauses begonnen. 1670 musste die jüdische Bevölkerung das Land verlassen, sodass das Haus den Besitzer wechselte. Durch drei Jahrhunderte diente das Haus als Wagnerei. Der letzte Wagner, Wilhem Gaukel, legte die Werkstätte 1968 still: „Im 68er Jahr bin ich in die Rente gegangen, mit 65 Jahren. Das war dann schon schlecht zum Schluss: da war ja nichts mehr. Die Landwirtschaft war schon ganz umgestellt auf Maschinen, und wie der Gummiwagen gekommen ist, war es aus.“  

2020 wurde Muriel Fischer für ihre Vorwissenschaftliche Arbeit mit einem Preis des Waldviertler Heimatbundes ausgezeichnet. Die gekürzte Fassung erscheint nun mit dem Titel „Die ersten Bauern im Waldviertel“. In diesem Beitrag gibt sie einen Überblick über die Urgeschichtliche des Waldviertels.

Friedel Moll gratuliert Werner Fröhlich zum 80. Geburtstag, Carsten Marx würdigt die Verdienste von Universitätsprofessor Gustav Reingrabner anlässlich seines 85. Geburtstags.

Waldviertler Kulturberichte, ein Leserservice und die Mitteilungen des WHB ergänzen das 128 Seiten starke Heft (4/2021). Der 70. Jahrgang der Zeitschrift „Das Waldviertel“ umfasst vier Ausgaben mit insgesamt 488 Seiten.

Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro. Ein Bezug ist über die Website www.daswaldviertel.at möglich.

Umgang mit Dollfuß

Jüngst wurde die mediale Aufmerksamkeit auf das Dollfuß-Museum in Texingtal gerichtet, das dem „großen Bundeskanzler und Erneuerer Österreichs“ gedenkt – historisch unkritisch wohlgemerkt. Symbole des Ständestaats unter Dollfuß finden sich nicht nur dort, sondern auch im öffentlichen Raum, die von jenen thematisiert werden, die mit offenen und kritischen Augen durch die Welt gehen. In der Folge ersuchte in einer parlamentarischen Anfrage Dr. Johannes Margreiter das Bundesministerium für Justiz um Auskunft zum „Wappen des Austrofaschismus“ am Justizpalast. Er fordert darin die Entfernung dieses Wappen.

Im Justizpalast finden sich zahlreiche Wappen: aus der Zeit der Habsburgermonarchie, das Wappen des kaiserlichen Doppeladlers, im Eingangsbereich der „Ständestaatsadler“, der 1934 bis 1938 das Staatswappen war, und eben auch das Staatswappen der heutigen Republik. Dieses gemeinsame Auftreten dieser Wappen in ein- und demselben Gebäude ist historisch einzigartig.

Problematisch ist ohne Zweifel, dass das Wappen des „Ständestaats“ ohne jegliche Kontextualisierung oder Erklärung an einem Eingangsportal angebracht ist. Und auch hier bedarf es einer kritischen Reflexion, wie damit umzugehen ist: Rechtfertigt dies die Forderung nach Löschung bzw. Eliminierung? Haben wir dieses Recht? Ist es nicht umso notwendiger, diese Symbole einer vergangenen Zeit durch Erläuterungen der heute lebenden Generation zu erklären?

Das Wappen der autoritären Dollfuß-Regierung ist nicht isoliert zu sehen, sondern verweist in ihrer Symbolik auf die Vergangenheit: der Doppeladler auf das Heilige Römische Reich, der Bindenschild auf die Babenberger.

Der Herzkönig würde die Justiz mit einem modernen Neubau beschenken, und dieses Haus tatsächlich in ein „Haus der Geschichte Österreichs“ umgestalten. Die Vielfalt der dort erhaltenen Symbole und Herrschaftszeichen – von der Monarchie bis in die Jetztzeit – würde dies rechtfertigen.

Die historisch spannende Frage ist allerdings: blieben diese Symbole des „Ständestaats“ in der Zeit des Nationalsozialismus unbehelligt? Penibel haben doch die Nationalsozialisten Personen und Symbole der sogenannten „Systemzeit“ weggesperrt und eliminiert. Sind ihnen diese Symbole entgangen?

Fernsehauftritt

Die herzkönigliche Familie hat einen ihrer seltenen Fernsehauftritte wahrgenommen. In der Schule des kleinen Prinzen zeigte dieser erfolgreich vor, wie man in Zweierreihe das Schulgebäude betritt. Das darauffolgende zweistündige Interview mit dem Herzkönig wurde leider auf einen einzigen Satz gekürzt!

https://tvthek.orf.at/profile/Wien-heute/70018/Wien-heute/14116437/Schule-weiter-ohne-Praesenzpflicht/15053859

Die Adventkalendersammlung

Der kleine Prinz hatte – bedingt durch den aktuellen Lockdown – große Zweifel, ob er denn in diesem Jahr einen eigenen Adventkalender bekommen würde.

Und daher beschloss er, sich selbst einen zu basteln. Er wählte bzw. „opferte“ dafür eine aufgehobene Schachtel. Darauf wurden Zahlen gemalt, Kästchen ausgeschnitten und anschließend wieder zugeklebt. Ein Innenleben konstruierte er aus Lego, befüllt wurden die einzelnen Kästchen mit kleinen Süßigkeiten.

Aber dann konnte in geheimer Mission doch noch ein Adventkalender aus dem gelobten Land abgeholt werden, der ganz auf die Bedürfnisse eines Volksschulkindes ausgerichtet ist! Die Belohnung muss sich der kleine Prinz durch Leseübungen erst verdienen.

Doch auch die Herzkönigin hat keine Mühen gescheut, pünktlich zum 1. Dezember einen eigenen Adventkalender für die ganze Familie zu befüllen.