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Freizeit für den Herzkönig – was tun?

Der Herzkönig hatte einige Tage wirkliche Freizeit, denn die Herzkönigin packte den kleinen Prinzen und fuhr in den Urlaub. Um einseitige Interpretationen vorzubeugen sei gesagt, der Herzkönig tue dies ebenso, um auch der Herzkönigin einige freie Tage zu gönnen.

Zwar hatte der Herzkönig in dieser Freizeit einiges von einer Todo-Liste zu erledigen, er hatte dann aber doch noch Zeit für sich selbst. Und diese wollte er natürlich mit dem Schauen der Fußball-WM verbringen. Da der königliche Hauswirt geschlossen hatte, begab er sich außerhalb des Königspalasts auf die Suche nach einer Lokalität, die er auch alsbald fand. Auch das Eingangsschild schien verlockend, alle Spiele werden gezeigt.

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Allerdings musste der Herzkönig feststellen, dass mit den „Spielen“ im Lokal keine Live-Übertragungen gemeint waren, sondern durchaus körperliche Freuden, das hätte dem Herzkönig eigentlich auffallen müssen, hätte er den Blick nach oben gerichtet und nicht nach unten zum „WM-Eye-Catcher“.

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Resigniert zog er sich wieder in die königlichen Gemächer zurück und warf den eigenen Fernseher an. Dann erreichte ihn der Anruf eines verwandten Herzogs, der ihn zum Kartfahren einlud. Da ließ sich der Herzkönig nicht lange bitten und schon saß er hinter dem Lenkrad. Nach zwei Rennen konnte er den elften von 23 Rängen belegen.

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Mit Ursachenforschung für das mittelmäßige Abschneiden kann sich der Herzkönig nicht mehr beschäftigen, denn die Herzkönigin ist schon wieder auf der Rückfahrt und der Herzkönig damit beschäftigt, die königlichen Gemächer wieder wohnlich zu gestalten.

Symbole

Im Gegensatz zu Baustellen (Bild links) geben manche Warnhinweise symbolischer Art durchaus Rätsel auf, wie bei einem eben erstandenen Klositz (Bild rechts) für den kleinen Prinzen.

Der Herzkönig versteht zwei Symbole: das Haus und den Klositz und interpretiert dies folgendermaßen, dass dieser eben nur indoor und nicht outdoor als Donnerbalken zu verwenden ist.

Bei vorliegendem Klositz geht aber nicht hervor, wann das Infoblatt gelesen werden muss (vor, während oder nach den entsprechenden Geschäften). Ob anstelle des Infoblattes von dem auf dem Klositz Sitzenden nicht auch eine Zeitung oder besser ein Spielzeugkatalog durchgeblättert werden darf. Und, warum darf das Kind nicht allein und in Ruhe sein Geschäft verrichten? Der kleine Prinz schickt mich nämlich regelmäßig vor die Tür, sperrt sogar von innen zu und lässt mich draußen perplex warten. Dass die Beaufsichtigung symbolisch vorgeschrieben ist, scheint er vollkommen zu ignorieren. Manchmal ignoriert der Herzkönig aber auch selbst den letzten Warnhinweis (vermutlich wurde die 25kg Grenze gesprengt), ergreift die Flucht und schreit noch zurück „die Herzkönigin soll das richten“.

Räder und Ketten 2018

Der Herzkönig nahm den kleinen Prinzen ins Heeresgeschichtliche Museum zu „Räder und Ketten 2018“ mit Der naheliegenden Frage, ob man das dürfe, mag der Herzkönig entgegnen: als ehemaliger Zivildiener darf man das.

Allerdings wurde es vorerst einmal nichts mit dem „Panzerschauen“, denn der kleine Prinz entdeckte ganz zu Beginn – wie könnte es anders sein – ein Feuerwehrauto.

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Dieses Auto musste mehrfach bestaunt werden und auch Grisu dem Drachen musste entsprechend gehuldigt werden.

Nach einer gefühlten Stunde gelang es dem Herzkönig dann doch, den kleinen Prinzen zum Weitergehen zu bewegen. Als Argument diente dem Herzkönig (neben dem Verweis auf die Auszahlung eines vorzeitigen Erbes) der Hinweis auf alte Rettungsautos.

Nachdem der Bildungsauftrag durch historische Rettungsfahrzeuge und das Feuerwehrauto abgedeckt werden konnte, waren nun endlich die Panzer an der Reihe: hier gab es wirklich interessante Fuhrwerke zu bestaunen. Hervorgehoben sei ein solches von der Firma Saurer, das sowohl Rad- als auch Kettenantrieb hatte und je nach Gelände konnte man den Antrieb wechseln. Die Fahrzeuge wurden interessanterweise von der österreichischen Post- und Telegraphenverwaltung geordert und betrieben – vermutlich nach dem Motto, die Post bringt allen was, eben auch in unwegsamstes Gelände.

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Die großen Panzer selbst stießen beim kleinen Prinzen aber auf kein Interesse, da sie eben nur „laut“ waren und er selbst nur mehr „heim“ wollte.

Allerdings – haben wollte er vor dem Heimgehen irgendwie schon ein Panzermitbringsel. Also ging der Herzkönig noch schnell auf Schnäppchenjagd, die sich als schwieriges Unterfangen herausstellte. Denn bei den Verkaufsständen war zwar allerlei (von Tarnnetzen angefangen) zu erstehen, das aber zu unerschwinglichen Preisen. Auch die angebotenen Panzer waren nicht fürs Kinderzimmer, sondern als Sammlerstücke für die Vitrine gedacht.

In einer Wühlkiste entdeckte der Herzkönig doch noch ein erschwingliches Modell, das auch dem kleinen Prinzen genehm war und so wurde es erstanden. Stolz hielt es der kleine Prinz die gesamte Heimfahrt (unausgepackt!!!) in Händen. Zuhause angekommen wurde der neu erstandene Panzer sofort begutachtet. Der Herzkönig gab beim Auspacken seine Expertise zum besten: seiner Meinung nach handelte es sich bei dem erstandenen Stück um einen radgetriebenen Schützenpanzer russischer Bauart; vom Modell vermutlich ein BTR 70. Ganz genau kann es der Herzkönig nicht sagen, da er (als Zivildiener) diese Kriegsgeräte ja nie in echt zu sehen bekommen hatte, sondern nur bei einschlägigen Computerspielen. Und in den 90er Jahren sah ein Berg nun mal aus wie eine Pyramide. Die militärischen Experten unter den Lesern werden gebeten, Berichtigungen in der herzköniglichen Amtskanzlei einzugeben.

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Nunja, wie soll man sagen, der Panzer war zwar nun ausgepackt, allerdings war er nicht einsatztauglich, denn die Räder bewegten sich keinen Millimeter. Und mit einem Panzer, der nicht fahren kann, kann man auch keinen Krieg gewinnen. Das erkannte der kleine Prinz sofort, denn er  war derart entrüstet, dass er sich sofort als Abrüstungsexperte betätigte: der Spiegel wurde entfernt, das Zielfernrohr herausgerissen, die MG abgebrochen…

Der Herzkönig war aufgrund des missglückten Einkaufs derart konsterniert, dass er sofort einen perfekten Ersatz bereitstellen wollte und mit dem Fundus an Duplo zu bauen begann. Das Ergebnis war zwar ein rad- bzw. kettenangetriebenes Etwas, einem Panzer glich das Fahrzeug aber bei weitem nicht.

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Nun griff in das militärische Trauerspiel die Herzkönigin höchstselbst ein und erklärte, dass sie selbst einen fahrenden Panzer kaufen werde. Und tatsächlich, am nächsten Tag erhielt die herzkönigliche Armee neben dem demilitarisierten und nicht fahrbaren Panzer einen funktionstüchtigen. Allerdings kann der Herzkönig zu diesem Modell keine Aussage machen. Durch die Herstellung in China könnte man auf ein chinesisches Modell schließen, allerdings wurde der russische Radpanzer auch in China hergestellt. Sachdienliche Hinweise werden von der herzköniglichen Amtskanzlei entgegengenommen.

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Wie wird etwas historisch?

Im Arkadenhof der Universität Wien hielt der Herzkönig an einem Wandverschlag inne. Das was er dort erblickte, war offenbar eine Aussparung für ein Fenster oder jedenfalls eine Öffnung. Allerdings wurde er gleich eines besseren belehrt, denn einem Hinweisschild war zu entnehmen, dass hier ein neuer Eingang entstehen würde. Dieser so die Information, werde auch gleich historisch sein. Wie etwas neu zu bauendes gleich zu einem solch ehrwürdigem Prädikat kommt, ist ein Rätsel. Vermutlich werden Historiker für die Bauarbeiten herangezogen. Der Herzkönig – ohnehin auch mit historischer Vergangenheit und Ausbildung – würde sich sofort ehrenamtlich als Polier zur Verfügung stellen. Ein von ihm erbautes Gebäude wäre nur bauausführenden Polier von einem von den Hunnen zerstörten Objekt zu unterscheiden.

Relikte aus der Vergangenheit, die man sehr wohl als historische bezeichnen könnte, sind dem Herzkönig bei einem Besuch im Wiener Stadtteil Süßenbrunn aufgefallen (bei der Gelegenheit ein schöner Gruß an die Verwandtschaft!).

Zum einen soll der Öffentlichkeit ein innovativer Postkasten nicht vorenthalten werden, der aus einer Zeit stammte, als Plastiksackerl noch hochgehalten wurden, also mit Sicherheit aus dem vergangenen Jahrhundert.

Dann sei auf ein umweltfreundliches Unikat hingewiesen, das wohl auch als historisch bezeichnet werden kann. Ob es eine Klingel aus römischer Zeit oder eine germanische Alarmanlage ist, lies sich nicht auf den ersten Blick verifizieren, dies bleibt berufeneren Personen überlassen.

Offenbar scheint es notwendig, eine unabhängige Historikerkommission einzusetzen, die die bestehenden Objekte sichtet bzw. einordnet sowie die neu geplanten auf ihre zukünftige historische Bedeutung untersucht.

Es wird daher auch ein herzkönigliches Prüfsiegel geben, um dem offensichtlichen Wildwuchs einen Riegel vorzuschieben. Vorschläge für Gegenstände, Bauvorhaben und dergleichen mehr, die das Prädikat „historisch“ erwerben möchten, mögen an die herzkönigliche Amtskanzlei gerichtet werden (jessasnablog@gmail.com). Die Verleihung findet an einem noch zu bestimmenden (aber mit Sicherheit „historischen“) Tag statt.

 

„So werma kane Freind….“ – Foodora & me

Die herzkönigliche Familie hat mangels Muße selbst zu kochen eine (erste) Bestellung bei foodora abgeschickt. Um 10:44 erreichte die Amtskanzlei die Rückbestätigung: „ausgezeichnete Wahl! Mache es Dir gemütlich, Dein köstliches Essen von […] ist auf dem Weg zu Dir.“ Die Bestellung sollte pünktlich um 12 Uhr geliefert werden und die königliche Familie tat wie ihr geheißen und machte es sich gemütlich.

Kurz vor 12 Uhr wurde der kleine Prinz noch schnell mit Tischeindeckungsarbeiten beschäftigt und schon bald knurrten die ersten Mägen. Als eine Viertel Stunde nach 12 Uhr noch immer niemand an der Tür klingelte, wurde sowohl Herzkönigin als auch der Herzkönig nervös. Fieberhaft wurden die Handys nach Nachrichten durchsucht, schließlich musste der Herzkönig sogar noch einmal seinen Computer hochfahren und siehe da, foodora hat geschrieben, zwei Minuten vor der vereinbarten Lieferzeit: „Deine Bestellung wurde abgelehnt“. Dem Herzkönig stockte zweimal der Atem, einmal wegen der unartigen Du-Anrede, und dann wegen der Message.

Nach einer Minute Beruhigungsatmen (das hatte er im Hypnobirthing-Kurs gelernt) las er weiter: „es tut uns leid, deine Bestellung kann leider nicht geliefert werden. Wir werden Dir Dein Geld umgehend zurück erstatten.“ Immerhin tat es Ihnen leid… aber richtig mitfühlend bzw. ehrlich gemeint war das nicht. Auch ein weiterer vermeintlicher Trost war wenig hilfreich: „Hast Du Lust stattdessen ein anderes Restaurant auszuprobieren? Wer weiß, vielleicht entdeckst Du ja Dein neues Lieblingsgericht.“

Der Herzkönig verzichtet – trotz immerwährender Immunität – auf einen Gefühlsausbruch in Worten, es sei nur soviel angedeutet: es wird kein neues Lieblingsgericht dort geben… Und mit dem Strafrecht mag der Herzkönig heute nichts zu tun haben; da schon eher mit Urheber- oder Verwertungsrechten. Für den am Gefühlsleben seines Herzkönigs interessierten Leser sei auf eine Ausschnitt aus einem Donald Duck-Comic verwiesen. 

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Es brauchte am Nachmittag vieles, um dieses Ärgernis zu verdauen… Eis & Schokolade taten ihr Bestes.

„Ja ich will!“ – und was das mit der DSGVO zu tun hat

Der Herzkönig wird seit einigen Wochen mit nichtssagenden E-Mails beschickt. Diese E-Mails sind durch die königliche Amtskanzlei und den rechtskundigen Dienst nicht als Spam klassifiziert worden, da sie  von durchaus honorigen Gesellschaften, Institutionen und Einrichtungen stammen. Allerdings sind diese inhaltslos und fordern mit mehr oder weniger großer Vehemenz zur nochmaligen Zustimmung für den Erhalt eines Newsletters oder einer sonstigen Mailverständigung auf.

Die Mails beginnen meist wie folgt: ab dem 25. Mai gelten die neuen Bestimmungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung.  Einmal (und das muss gesagt werden, die Mail kommt von einem Institut der Uni Wien) wurde sogar davon gesprochen, dass die DSGVO (vor Inkrafttreten) schon novelliert worden sei: „aufgrund der Novelle des Europäischen Datenschutzgrundgesetzes (DSGVO) sind wir verpflichtet, eine Einwilligungserklärung aller Abonnentinnen und Abonnenten dieses Verteilers einzuholen.“ Gibt’s nicht zwei Gesetzte?… das „Datenschutz-Anpassungsgesetz 2018“ und das „Datenschutz-Deregulierungs-Gesetz 2018„? Egal.

Was zu tun sei, darüber sind sich die DSGVO-Mail-Aussender unklar. Im Zweifelsfall verschiebt man das Problem auf später und verweist auf Zukünftiges: „Damit ihr den Newsletter auch weiterhin empfangen könnt, brauchen wir eure Zustimmung. Eine gesonderte Mail diesbezüglich folgt in den nächsten Tagen.“ Eine solche ist zumindest von der Institution noch nicht eingetroffen, dafür aber viele andere, die eine neuerliche Zustimmung einfordern. Ob der Herzkönig der „Du“-Form zugestimmt hat, wird auch noch zu ergründen sein. Sollte sich der Herzkönig durchringen, hier nochmals explizit zuzustimmen, wird er auf den pluralis majestatis bestehen.

Ein gewisser Respekt in der Anrede ist schon notwendig; wobei manch einer schon einleitend auf „Respekt“ verweist, den man durch die DSGVO einfordere: „Das Respektieren dieser neuen Anforderungen und die ausschließlich zweckgebundene Verarbeitung, der von Ihnen zur Verfügung gestellten personenbezogenen Daten ist für uns von höchster Bedeutung und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen selbstverständlich.“ Die übervolle Mailbox des Herzkönigs zeugt aber nicht gerade von diesem eingeforderten „Respekt“.

Langer Rede, kurzer Sinn: es geht um Zustimmung. Selbst der Herzkönig müsse „ausdrücklich“ und besonders schnell zustimmen. Warum seine ursprünglich gegebene Zustimmung nicht ausdrücklich genug war, bleibt unbeantwortet: „Möchten Sie weiterhin [blablaba] erhalten? Dafür ist Ihre Einwilligung erforderlich. Um Sie weiterhin informieren zu dürfen, ist Ihre ausdrückliche Zustimmung notwendig. Bitte senden Sie daher ein kurzes Antwortmail mit Ihrer Zustimmung.“ Moment, in welcher zivilisierten Rechtsordnung ist es möglich, dass eine einmal gegebene Zustimmung durch ein neues Gesetz außer Kraft gesetzt wird? Der Herzkönig hat den rechtskundigen Dienst schon mit der klassischen Frage „wo steht das?“ beauftragt. Interessant wäre auch noch zu klären: wer erklärt eine bislang gültige Zustimmung nun für ungültig? War ein jeder vor Inkrafttreten der DSGVO mangels DSGVO „unmündig“? Manch einem reicht nicht ein Klick, er fordert gleich zwei Klicks (und ein bisschen mehr) ein und nennt das schön „double opt-in“: „Wir ersuchen Sie daher, uns durch Anklicken auf nachstehenden Link und dem Ausfüllen der Einwilligungserklärung zu bestätigen, dass Sie weiterhin unsere Zusendungen beziehen möchten. […] Nachdem Sie den Button ABSCHICKEN angeklickt haben, erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink, den Sie bitte anklicken. Erst dann ist Ihre Einwilligung tatsächlich erteilt (Double Opt-in).“

In anderen Newslettern wird darauf hingewiesen, dass „künftig alle Versender von Newslettern lückenlos nachweisen müssen, dass deren Empfänger dem Versand zugestimmt haben.“ Schön und gut, aber das sollte ja auch schon zuvor passiert sein – und hat ein Unternehmen nicht brav mitprotokolliert, kann man ja auch im Zweifelsfall andere fragen, die auf „Vorrat“ mitspeichern.

Manch einer verwechselt zudem Zustimmung mit einer kompletten Neuregistration: „Um Ihnen weiterhin die Aussendungen (z.B. gratis Downloadmöglichkeiten von Publikationen, Informationen sowie Veranstaltungen und Newsletter) zusenden zu können, müssen Sie sich wegen der neuen Datenschutzbestimmungen HIER neu registrieren.“ Dem Herzkönig dämmert ein Hintergedanke – will man die bisherigen Bezieher eines Newsletters vergraulen?

Einige dreiste Institutionen drohen gar mit der Höchststrafe – mit der „Löschung“: Man beginnt noch höflich und ersucht freundlich um Unterstützung. Dann aber wendet sich das Blatt und es folgt die Drohung, man werde „automatisch“ aus dem Verteiler gelöscht:  „Deshalb ersuchen wir Sie um Ihre Unterstützung und Ihre Einwilligung, sodass wir die DSGVO korrekt umsetzen können.  Mit unseren Newslettern sind Sie immer rechtzeitig informiert. Damit Sie diese weiterhin erhalten, bitten wir um Ihre ausdrückliche Zustimmung zur Kontaktaufnahme. Sie willigen damit ein, dass Ihre angegebenen persönlichen Daten für das Zusenden von Newslettern sowie Einladungen zu Veranstaltungen verwendet werden.  […] Bitte bestätigen Sie Ihre Zustimmung durch Klick:  Wichtig: Wenn Sie bis 24. Mai 2018 nicht zustimmen, wird Ihre E-Mail-Adresse automatisch aus dem Verteiler gelöscht.“

Diese Löschlösung wird auch mit Fürsorgepflicht und Schutzbedürfnissen argumentativ unterstützt: „Um den neuen Anforderungen zu entsprechen und Ihre personenbezogenen Daten so gut wie möglich zu schützen, wird die bisherige Liste der mit 25. Mai komplett gelöscht.“ Der Herzkönig mutmaßt, dass diese Organisation in vorauseilendem Gehorsam vermutlich alle Listen mit personenbezogenen Daten komplett löscht. Er wird sich daher eine „Spendenaktion“ überlegen und zum Spenden von Bleistifte, Pauspapier und Schreibmaschinen aufrufen.

Etwas netter – allerdings nur in der Verpackung und nicht in der Sache – werden E-Mails von Tourismusorganisationen formuliert: da wird gar um das Ja-Wort gebeten. „Dann bitten wir Sie mit nur einem Klick Ihre Newsletter-Anmeldung zu bestätigen! Da in Kürze die neue Datenschutzgrundverordnung in Kraft tritt, würden Sie leider ansonsten aus unserem Verteiler fallen, was sehr schade wäre.“ Nett umschrieben wird man auch hier gelöscht und findet das auch noch sehr schade. Der Herzkönig ist den Tränen nahe. Andere wiederum verführen mit einem in Aussicht gestellten Gewinn: „Mit etwas Glück können Sie Bluetooth Kopfhörer oder Lautsprecher gewinnen: Wir verlosen diese unter allen Personen, die bisher unseren Newsletter erhalten haben.“

Dann gibt es aber gottseidank noch jene, die die frühere herzkönigliche Zustimmung doch noch als weiterhin gültig erachten: „Sie haben uns mit der Anmeldung zum Newsletter die Erlaubnis erteilt, Ihre persönlichen Daten (Name und E-Mail-Adresse) für den Versand unseres Newsletters zu verwenden. Die Einwilligung zum Erhalt des Newsletters kann selbstverständlich jederzeit über den Abmelde-Link in jedem Newsletter oder per E-Mail widerrufen werden. Kreativ gelungen bezeichnet der Herzkönig auch Formulierungen, die wage über die Herkunft der Zustimmung sprechen: „Sie bekommen unseren Newsletter, weil Sie sich in den letzten Jahren bei einer Veranstaltung dafür angemeldet bzw. sich in unsere Newsletter-Listen eingetragen haben, oder uns geschrieben, persönlich gebeten oder Ihre Kontaktdaten/Visitkarten gegeben haben, um Informationen über unsere Veranstaltungen zu erhalten.“ Da wird schon irgendetwas stimmen.

Andere wiederum informieren einen bloß und sprechen von „Privatssphärenchecks“, die offenbar im Hintergrund ablaufen. Aber so liest der Herzkönig zwischen den Zeilen: es wird sich nichts ändern: „Diesen Monat aktualisieren wir unsere Datenschutzerklärung, damit besser verständlich wird, welche Daten wir erheben und weshalb. Außerdem haben wir Maßnahmen ergriffen, um unseren Privatsphärecheck und andere Funktionen zu verbessern, die dem Schutz Ihrer Daten und Ihrer Privatsphäre dienen.  Es ändert sich nichts an Ihren aktuellen Einstellungen oder daran, wie Ihre Daten verarbeitet werden. Wir haben lediglich die Erläuterung unserer Verfahren verbessert und erklären Ihnen noch genauer, welche Möglichkeiten Sie haben, Ihre Daten zu aktualisieren, zu verwalten, zu exportieren und zu löschen.“

Am liebsten sind dem Herzkönig und der zur Bearbeitung eingeteilten Amtskanzlei die vielen Einrichtungen, die bislang nichts dazu geschrieben haben. Aber vielleicht ändert sich das auch noch, und die herzkönigliche Amtskanzlei wird am 24. Mai mit einer E-Mail-Flut konfrontiert. Aufgrund des damit einhergehenden Arbeitsaufkommens wird die Amtskanzlei die Mails vermutlich erst ab dem 26. Mai beantworten.

PS: kurz nach der Fertigstellung dieses Beitrages trudelte eine weitere E-Mail im Postfach der Herzkönigs ein. Der Betreff lautete „Sie sind uns wichtig!“ und es ging – wie könnte es anders sein, um eine Zustimmung, wenn möglich noch bis 24. (!) Mai.

PPS: und beim Stöbern im Internet bekam der Herzkönig mit, dass nun auch die POST eine Last-Minute-Hilfe für Unternehmen in Sachen DSGVO anbietet. Gerade die Post… in den Zeiten als der Herzkönig noch ein kleiner Prinz war, war der Postler im Ort eher etwas was man mit Klatschpressenverteiler assoziierte als mit Datenschützer…

 

 

Wien bei Regen

Der Herzkönig stapfte heute von der Stadtmitte durch die Freyung in Richtung Ring. Aus nicht erklärbaren Gründen war der königliche Fuhrpark just an diesem Regentag nicht verfügbar und somit musste der Herzkönig durch die Stadt stapfen – und das bei strömendem Regen!

Im Schottenhof wollte er einen Torbogen für sich nutzbar machen, um sich schlicht ein wenig unterstellen zu können, … doch auch dieser Platz war schon belegt – offenbar war das grausliche Regenwetter auch diesem Entenpärchen zu viel!

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