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Versicherungsdeutsch

Der Herzkönig hat Post bekommen, diesmal von seiner Versicherung. Schon die ersten zwei Sätze waren für ihn unverständlich, sodass er das folgende Schreiben an seine Hofkanzlei zur Übersetzung weitergeleitet hat:

mit Einschluss der Indexklausel in Ihre Lebensversicherung haben Sie sich das Recht auf Regulierung Ihres Vertrages nach dem Verbraucherpreisindex gesichert. Wir kommen nunmehr den Bedingungen der erwähnten Klausel nach und dokumentieren Ihnen diese Regulierung mit der beiliegenden „Polizze“.

Die herzkönigliche Amtskanzlei hat aber zuerst einmal automatisiert – aus Mangel an Personal bedient sich die Amtskanzlei gängiger elektronischer Übersetzungsprogramme – in die klassische Hofsprache, also auf französisch übersetzt:

En incluant la clause d’indexation dans votre assurance vie, vous avez le droit de réglementer votre contrat en fonction de l’indice des prix à la consommation. Nous respectons maintenant les conditions de la clause mentionnée et documentons ce règlement avec la „Politique“ ci-jointe.

Da der Herzkönig nicht viel aus dem Französischen mitgenommen hat, außer vielleicht „enfant terrible“, so hat er den Text noch einmal an die Amtskanzlei mit dem Vermerk „dringend“ weitergeleitet. Das Ergebnis kam prompt, diesmal auf italienisch:

Inserendo la clausola di indicizzazione nella polizza di assicurazione sulla vita, avete il diritto di regolare il vostro contratto sulla base dell’indice dei prezzi al consumo. Ora ci atteniamo alle condizioni della clausola menzionata e documentiamo questo regolamento con l’allegata „Politica“.

Zwar kann der Herzkönig sowohl ein großes als auch ein kleines Bier auf italienisch bestellen, für eine Versicherungsformulierung reicht es dann doch wieder nicht. Somit warf die Hofkanzlei noch einmal einen automatischen Übersetzer an und präsentierte stolz ein englischsprachiges Ergebnis:

By inserting the indexing clause into the life insurance policy, you have the right to settle your contract based on the consumer price index. Now we comply with the terms of the clause mentioned and document this regulation with the attached „Policy“.

Der Herzkönig, den das alles an eine neumoderne babylonische Sprachenverwirrung erinnerte, bat die Amtskanzlei um eine deutsch-deutsch-Übersetzung! Was herauskam war etwas besser lesbar, inhaltlich brachte dies wieder keine Klarheit in die Absichten der Versicherungsgesellschaft:

Durch die Aufnahme der Indexierungsklausel in die Lebensversicherung haben Sie das Recht, Ihren Vertrag auf der Grundlage des Verbraucherpreisindexes abzuschließen. Nun halten wir uns an die Bedingungen der genannten Klausel und dokumentieren diese Regelung mit der beigefügten „Richtlinie“.

Fazit: durch ein paar Mal Herumübersetzen eines Textes durch einen elektronischen Übersetzer wird dieser nicht wirklich schlechter; was man dem Herzkönig damit sagen wollte, ist ihm immer noch nicht klar, vermutlich wird das Leben bzw. deren Versicherung einfach nur teurer.

Eine neue Leidenschaft

Eine alte Leidenschaft des kleinen Prinzen besteht darin zu malen, eine weitere Leidenschaft hat immer mit Fahrzeugen zu tun. Eine neue Leidenschaft verbindet die beiden: Nunmehr verbringt der kleine Prinz viel Zeit damit, alte Matchboxautos anzumalen.

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Die Kunstwerke haben allerdings meinst nicht allzu langen Bestand, denn unmittelbar nach dem die Farbe getrocknet ist, muss das Auto wieder im Badezimmer sauber geputzt werden. Der Begriff „Sauber“ muss hier allerdings – sowohl was die Fahrzeuge als auch was das Badezimmer betrifft – mit einem hohen Maß an Relativität verstanden werden.

Tyrannenkinder?!

Martina Leibovici-Mühlberger prägt mit ihren Büchern den Begriff des „Tyrannenkindes„. Auch bezeichnete sie eines ihrer Bücher auch als Erziehungsplan. Grund genug, dass sich der Herzkönig diesen Erziehungsplan einmal näher angesehen hat und seine Eindrücke in einer Rezension – erschienen in der Zeitschrift „Das Waldviertel“ zusammengefasst hat.

Die Buchbesprechung gibt’s zur besseren Nachlese auch als pdf.

Reklamationen

Der Herzkönig hatte in letzter Zeit eine richtige Pechsträhne als Konsument.

Einmal hat er ein Paket, das er in einer Postfiliale an jemand anderen (man muss das hier eigens betonen) aufgegeben hat, am nächsten Tag – zur größten Verwunderung – am nächsten Tag selber im eigenen (man kann das nicht genug betonen) Postfach vorgefunden. Und nicht nur das: das Kuvert befand sich in desolatem – eigentlich komplett zerstörtem – Zustand.

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Das hat den Herzkönig als mündigen Konsumenten doch zu einer Reklamation veranlasst und siehe da, nach ein paar E-Mails erhielt der Herzkönig zumindest ein paar Briefmarken, um diese Sendung noch einmal aufgeben zu können.

Dann kaufte er für den kleinen Prinzen ein Lego-Dinosaurier-Magazin, in dem sich ein Mini-Lego-Bausatz befand. Leider war ein Stein etwas demoliert, sodass sich der Bausatz nicht wie gewünscht zusammenbauen ließ. Auch hier: ein Reklamations-E-Mail und der Herzkönig erhielt den Lego-Bausatz erneut zugesandt.

 

 

Neuerscheinungen in der landeskundlichen Forschung in Niederösterreich

Das neue Jahrbuch des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich (Bd. 84/2018) ist erschienen und mit 13 Beiträgen, 7 Forumsbeiträgen und 30 Buchbesprechungen auf insgesamt 532 Seiten überaus umfangreich ausgefallen.
Die Beiträge umfassen dabei ein breites Spektrum vom Mittelalter bis in die jüngste Vergangenheit. Weitere Infos auf der neuen Website.

Ebenso ist die neue Ausgabe der Zeitschrift Das Waldviertel (2/2019) erschienen. Mit der Baugeschichte der Pfarrkirche zum Heiligen Martin in Sallingstadt beschäftigen sich Oliver Fries und Ronald Kurt Salzer. Die Kirche ist eine der vielen Chor- bzw. Ostturmkirchen des nordwestlichen Waldviertels.

Mit „Ein Besuch in Großwolfgers“ betitelt Anton Distelberger seine biographischen Notizen über den Verleger Richard Pils. Mit seinem in Großwolfgers angesiedelten Verlag produziert er nicht nur Bücher, sondern bringt durch viele Veranstaltungen (z.B. auf der Burg Raabs) Autoren, Künstler und Leser zusammen. Übrigens: 2019 feiert der Verlag „Bibliothek der Provinz“ sein 30-jähriges Bestehen.

Hans J. Wulff begibt sich in die Wachau und widmet sich dem „Mariandl-Lied“. Er zeigt, wie ein Filmlied auch eine identitätsstiftende Funktion bekam. Eine Vielzahl an Filmen hat dazu beigetragen, die Wachau in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg als Urlaubs- und Freizeitregion zu bewerben.

Clemens Hopf verfasste seine 2017 an der Universität Wien abgegebene Masterarbeit über die Herren von Nürnberg-Raabs. Die Burggrafen von Nürnberg bzw. Edle von Raabs stellten die Forschung vor einige Schwierigkeiten, was Verwandtschafts- und Abstammungsverhältnisse betrifft. Mit Konrad II. erreichten die Nürnberg-Raabser in der Zeit ab 1160 einen Höhepunkt und mit seinem Tod in der Zeit nach 1190 auch das Ende.

2019 wird auch 100 Jahre Frauenwahlreicht in Österreich gefeiert. Erich Rabl widmet sich dem Thema in Bezug auf die Stadt Horn und zeigt, dass mit Maria Kohut erst 1929 die erste Frau in den Horner Gemeinderat eingezogen ist.

Informationen: www.daswaldviertel.at

Kuchen für die Kids

Der kleine Prinz sollte Besuch einer Kindergartenfreundin erhalten. Aus diesem Grund schlug die Herzkönigin von, Mann könne doch wieder einen Kuchen backen. Schließlich habe sie auch frische Weichseln mitgebracht. Verzierungselemente gab es auch noch vom letzten Kuchen. Der kleine Prinz war schnell begeistert, stellte aber eine Bedingung: er wolle unbedingt wieder diese Stauzucker-Zitronensaft-Mischung.

Gesagt getan, der Herzkönig suchte nach dem zweiten Rezept, das er durchaus erfolgreich zubereiten kann: man nehme 150g Zucker und mische dies mit 4 Eiern und etwas Salz, mit dem Stabmixer soll das im Idealfall schaumig und hellgelb werden. Anschließend gebe man ein paar Löffel Mehl und geriebene Mandel (oder andere Nüsse) hinzu. Dann kann man etwa 100ml Milch und/oder Cremefresh dazu mischen.  Je flüssiger, desto mehr Mehl/Mandeln kann man beigeben; je dickflüssiger, desto mehr Mich. Dann braucht man eine gut gebutterte Form, in die die Weichseln hinein gegeben werden. Darüber leert man die Teigmischung und bäckt dies bei 180 Grad etwa 30 Minuten. Man kann anstelle von Weichseln auch Kirschen oder Äpfel verwenden. Insgesamt hängen die Zutaten von deren Verfügbarkeit im Kühlschrank ab und die Clafoutis ist insgesamt eher als „Restlkuchen“ zu bezeichnen.

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Der kleine Prinz hat den Kuchen noch mit der Staubzucker/Zitronensaft-Mischung garniert und dann der Kindergartenfreundin serviert. Beide haben sich dann eher anderen kulinarischen Genüssen hingegeben, die Kindergartenfreundin hat zumindest ein Ministückerl gekostet und mit einem (einstudierten?) Lächeln gemeint: „schmeckt gut!“