Kastanienwaschmittel selber herstellen

Mit dem Herbst kamen auch wieder Kastanien in den herzköniglichen Haushalt. Zuerst waren es einzelne, kleine Exemplare, später wurden es dann viele. Zu viele für etwaige Basteleien und Zahnstocherspiele. Was lag also näher, als einmal auszuprobieren, ob es auch gelingt, damit Waschmittel herzustellen. Im Prinzip sollen sich Rosskastanien dazu sehr gut eignen, sie haben Stoffe in sich, die sich in Wasser lösen und fettlösend wirken. Als Waschmittel sollen sie auch gut hautverträglich sein.

SONY DSC

Nun, die Theorie klingt einfach. Man nehme die Kastanien und löse die Schale vom Kern. Man kann natürlich die Schale belassen, nur kann das beim Waschen für weiße Wäsche einen Farbstich geben. Mit einem großen und scharfen Messer konnten die Kastanien halbiert werden und danach wurde die Schale entfernt. Es waren natürlich schon einige schimmlige Kastanien darunter, die entfernt werden mussten. Anschließend sollte man die Kastanien in ein Geschirrtuch packen und mit einem Hammer zerschlagen. Der Herzkönig hat dies mit dem kleinen Prinzen am Gehsteig vor dem Haus gemacht. Beide haben genüsslich auf die Kastanien eingehämmert, nur getan hat sich nichts – mit Ausnahme, dass die Nachbarn allesamt erstaunt aus ihren Fenstern geschaut haben. Die Kastanien sind ja doch aus einer zähen Masse, die sich nicht so leicht (oder gar nicht) zerhammern lässt. Die Herzkönigin rettete die Operation, indem sie ihre KitchenAid zur Verfügung stellte und die Kastanien klein gehächselt hat. Den Rest schafften der Herzkönig und der kleine Prinz gemeinsam: die zerhäckselten Kastanien musste noch für einige Stunden bei etwa 50 Grad im Backofen getrocknet werden.

Das fertige Granulat wurde dann in ein Vorratsglas gegeben.

SONY DSC

Für einen Waschgang musste man sich ebenso etwas vorbereiten: etwa drei Esslöffel Granulat werden mit 300ml heißem Wasser aufgegossen. Nach einer halben Stunde kann man das Granulat abseihen und die fertige Lauge kann als Waschmittel direkt in die Waschtrommel oder ins entsprechende Waschmittelfach gegeben werden. Die Lauge reicht auch zwei Waschgänge. Das abgesiebte Granulat muss man nicht beim ersten Mal wegwerfen, es kann mehrmals noch verwendet werden – solange es noch eine laugenhafte Flüssigkeit ergibt.

SONY DSC

Fazit: Kastaniensuchen ist für Kinder immer spannend; das unzulängliche Hämmern auf die Kastanien war ebenso lustig (im Nachhinein auch für die hämmernden Personen); das Halbieren der Kastanien ob der rutschigen Oberfläche ist aber doch etwas gefährlich für die eigenen Finger; die Vorbereitung der Lauge hat auch etwas gedauert aber mit dem Waschergebnis war geruchsneutral und in Ordnung.

Neue Ausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ mit Beiträgen zu Johann Krahuletz, zu Juden in Straß, zu Pöggstaler Kirchen, zur Hain-Bänderschnecke… erschienen

Die dritte Ausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ konnte im Krahuletz-Museum in Eggenburg präsentiert werden. Wer von den in der Horner NÖN abgebildeten Personen in wirklich armen Verhältnissen aufwuchs, ist im Heft nachzulesen…

2019-10-16_S18_HornerNOEN_Dafert-Krahuletz

Zum Inhalt: In der dritten Ausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ widmet sich Gerhard Dafert der Person des Johann Krahuletz, der etwa ab seinem 15. Lebensjahr mit dem Aufbau einer poläontologischen und archäologischen Sammlung begann. Gerhard Dafert untersucht insbesondere die Zeit vor der Gründung der Krahuletz-Gesellschaft (1900) und der Eröffnung des Museumsgebäudes (1902) an Hand von Zeitungsberichten. Dafert geht der Frage nach, wie die Forschungs- und Sammlungstätigkeit von Johann Krahuletz medial aufgenommen wurde und wie das Bild von ihm in seiner Geburtsstadt beeinflusst werden konnte. Wurde er etwa als „Taugenichts“ angesehen, der einer „brotlosen“ Beschäftigung nachging?

Erich Broidl weist in seinem Beitrag auf die jüdische Landgemeinde in Straß im Straßertal hin. In der Ortschaft erinnert heute kein Gebäude, kein Denkmal oder Straßenname an die einst hier ansässige jüdische Gemeinde. Einzig der Flurname „Jüdin“ – heute eine Weingartenriede – deutet auf eine jüdische Bevölkerung hin. In Straß wurden erstmals im Jahre 1652 drei jüdische Familien verzeichnet.

Der Geschichte der Pöggstaller Kirchen widmet sich Herbert Neidhart. Man erfährt, dass die Schlosskirche 1810 zur Pfarrkirche erhoben und auch mit einem Turm versehen wurde. Eine weitere Kirche – St. Anna im Felde – wurde aufgelassen und zum Teil abgerissen. 1953 gelang die Wiederherstellung der Kirche, das sich heute wieder als würdiges Gotteshaus präsentiert.

Alexander und Peter L. Reischütz sowie Wolfgang Fischer begrüßen einen Neuankömmling im Waldviertel: die Hain-Bänderschnecke. Sie haben während eines Aufenthaltes in Dallein die Molluskenfauna des Ortes untersucht. Dabei wurde ein Massenvorkommen der Hain-Bänderschnecke entdeckt, die im Fachjargon „Cepaea nemoralis (Linne 1758)“ genannt wird. Ein solches Vorkommen war aus dem Waldviertel bisher nicht bekannt.

Der historische Park in der Brühl bei Weitra wird von Albert E. Hackl vorgestellt. Das Parkareal gliederte sich in einen französisch angelegten Vorgarten auf der rechten Seite der Lainsitz und einem englischen Park auf der anderen Seite des Flusses.

Hermann Maurer stellt sich für den Wallfahrtsort Maria Dreieichen die Frage: „Gibt es einen „Dreieichenstein“? Viele Wallfahrtsorte haben sich zusätzlicher Anziehungspunkte bedient, bekannt sind der Taferlstein von Maria Taferl oder der gespaltene Felsen von Mariazell. Maurer zeigt anhand eines Wallfahrtsbildes, dass man in Zusammenhang mit dem Wallfahrtsort Maria Dreieichen auch auf den Riesenstein von Mold Bezug genommen hat.

Johannes Tuzar gratuliert in seinem Beitrag Prof. Fritz Steininger zum 80. Geburtstag. Der Waldviertler Heimatbund hat Steininger auch zum Ehrenmitglied ernannt. In der Schriftenreihe hat Steininger zwei schöne und das gesamte Waldviertel behandelnde Bücher („Erdgeschichte des Waldviertels“ und „Waldviertel – Kristallviertel“) herausgegeben.

Waldviertler Kulturberichte, Buchbesprechungen, Leserservice, die Mitteilungen des WHB und ein Bericht von Franz Pötscher über die Ausstellung „30 Jahre Eiserner Vorhang“ im Museum Horn ergänzen das 104 Seiten starke Heft (3/2019).

Informationen: www.daswaldviertel.at

 

Der kleine Prinz unter Verdacht!

Der Herzkönig ist fast mit einem Absetzungsverfahren, neuerdings wird das auch im Herzkönigland als Impeachmentverfahren bezeichnet, konfrontiert worden. Aber es ist überstanden und ausgestanden.

Doch was war passiert? Seit geraumer Zeit wird das herzkönigliche Territorium von einem gewieften Sprayer heimgesucht, der überall obszöne Gesten an die Wände sprüht.

photo0845.jpg

Der Täter musste natürlich ausgeforscht werden und eine Task-Force wurde gegründet. Über den Namen konnte man sich nicht einig werden, da ausschließlich nicht jugendfreie Namen kursiert sind. Somit blieb diese Sondereinheit namenlos. Der Herzkönig überließ diesen Ermittlungsbehörden natürlich freie Hand. Voll Vertrauen in die Kompetenz machte er von seinem Weisungsrecht nicht gebrauch und auch sonst verfolgte er die laufenden Ermittlungen nur am Rande, was sich im Nachhinein als Fehler herausstellen sollte.

Stutzig wurde er erst, als die herzköniglichen Geheimdienste innerhalb der Palastmauern zu ermitteln begannen. Es wurde getuschelt und laufende Gespräche nach Dazustoßen des Herzkönigs plötzlich verlegen abgebrochen. Die herzkönigliche Familie wurde in der Folge sogar von gesellschaftlichen Ereignissen ausgeladen! Warum, das blieb dem Herzkönig verborgen, bis er die Sensationsnachricht den Medien entnehmen musste. Dort wurde der unglaubliche Verdacht geäußert: Der gesuchte Sprayer sollte der Kleine Prinz sein! Die Opposition tobte und forderte lautstark die Absetzung des Herzkönigs.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Der Herzkönig sowie der Kleine Prinz wurden unverzüglich einvernommen (natürlich auf freiwilliger Basis) und die geballte Ladung an Beweisen der Ermittlungsbehörden wurden auf den Tisch geknallt.

photo0846.jpgDer leitende Ermittler nahm den kleinen Prinzen sofort in die Mangel: „Heans, wos soi des sein?“ Und zeigte siegessicher auf das vermeintliche Phallussymbol! Doch der kleine Prinz nahm die Bedrohung im Tonfall und in der Gestik des Chefermittlers gar nicht wahr und freute sich sichtlich, dass sich jemand seines neuesten Kunstwerkes annahm. Er erklärte, dass dieses Werk eine Baustelle darstelle und man einen grünen Lastwagen mit Anhänger erkennen könne. Weiters sei genügend Erde und eben links unten ein Bagger zu sehen. Als er dann auch noch die Miturheberschaft an diesem Werk seiner Oma zugestand, war es um den Ermittler geschehen. Er schrie noch etwas von Stümper, meinte damit offensichtlich jemanden unter seinen Fittichen, und verließ rot anlaufend das Verhörzimmer.

Der kleine Prinz nahm sein Kunstwerk wieder an sich und begab sich mit dem Herzkönig wieder nach Hause. Da hier aber doch sehr private Dinge ermittelt und an die Öffentlichkeit getragen wurden, vermutet der Herzkönig eine palastinterne oder -externe Intrige und hat die Antirevolutionsgarden angewiesen, eine Sondereinheit zusammenzustellen und mit den Ermittlungen zu beginnen. Für Namen dieser Sondereinheit (namenlos ist nun ja schon vergeben) werden Hinweise erbeten, die die Herzkönigliche Amtskanzlei (jessasnablog@gmail.com) dankend entgegen nimmt.

 

 

Stellenausschreibung: Vorkoster/in

Nachdem der Herzkönig zwei weitere heimtückische Attentate überlebt hat, wird die herzkönigliche Amtskanzlei einen Vorkoster/eine Vorkosterin einstellen.

Zur Vorgeschichte. Der Herzkönig hat bei einem Supermarkt ein Weckerl erworben, bei dem die Herzkönigin einen komischen Geruch festgestellt hat. Da der Herzkönig aber nichts von komisch versteht und somit auch nichts dergleichen wahrgenommen hat, hat er das Weckerl einfach so gegessen. Und justament 3 Tage Übelkeit ausgefasst. Noch im Stadium der Rekonvaleszenz erwarb die Herzkönigin Hendlfleisch bei einem anderen Supermarkt. Und worauf der Herzkönig dann beißen musste war ein hartes gelbes Plastikteil.

So kann es nun nicht mehr weitergehen und die Herzkönigliche Amtskanzlei wurde ermächtigt ein Stelleninserat zu schalten:

Gesucht wird daher ein Vorkoster (m/w)

Qualifikationen: einwandfreier Leumund, höchste Loyalität gegenüber dem herzköniglichen Haus, ausgezeichneter Riech- und Geschmacksinn (optisch erkennbar durch ausgeprägte Organe), überlebter Assessmenttest.

Geboten werden: Kost und Logis (Betonung liegt auf Kost), an Apple a day (statt der Krankenversicherung) und eine Mitgliedschaft im Sterbeverein nach Wahl (anstelle einer Pensionsversicherung).

Bewerbungen nimmt die herzkönigliche Amtskanzlei unter jessasnablog@gmail.com gerne entgegen.

Erdäpfelernte 2019

Der Herzkönig konnte durch eifrige Medienbeobachtung den idealen Zeitpunkt der Erdäpfelernte feststellen. So berichtete die NÖ Landwirtschaftskammer, dass in wenigen Wochen heimische Kartoffeln bereits ausverkauft sein sollen. Aus diesem Grund rief der Herzkönig seine gesamte Dienerschaft zum Ernteeinsatz.

DSC09357.JPG

Der Ertrag war beachtlich und wie die NÖ Landwirtschaftskammer vorhergesagt hat, war von der Ernte nach kurzer Zeit nichts mehr vorhanden.

Versicherungsdeutsch

Der Herzkönig hat Post bekommen, diesmal von seiner Versicherung. Schon die ersten zwei Sätze waren für ihn unverständlich, sodass er das folgende Schreiben an seine Hofkanzlei zur Übersetzung weitergeleitet hat:

mit Einschluss der Indexklausel in Ihre Lebensversicherung haben Sie sich das Recht auf Regulierung Ihres Vertrages nach dem Verbraucherpreisindex gesichert. Wir kommen nunmehr den Bedingungen der erwähnten Klausel nach und dokumentieren Ihnen diese Regulierung mit der beiliegenden „Polizze“.

Die herzkönigliche Amtskanzlei hat aber zuerst einmal automatisiert – aus Mangel an Personal bedient sich die Amtskanzlei gängiger elektronischer Übersetzungsprogramme – in die klassische Hofsprache, also auf französisch übersetzt:

En incluant la clause d’indexation dans votre assurance vie, vous avez le droit de réglementer votre contrat en fonction de l’indice des prix à la consommation. Nous respectons maintenant les conditions de la clause mentionnée et documentons ce règlement avec la „Politique“ ci-jointe.

Da der Herzkönig nicht viel aus dem Französischen mitgenommen hat, außer vielleicht „enfant terrible“, so hat er den Text noch einmal an die Amtskanzlei mit dem Vermerk „dringend“ weitergeleitet. Das Ergebnis kam prompt, diesmal auf italienisch:

Inserendo la clausola di indicizzazione nella polizza di assicurazione sulla vita, avete il diritto di regolare il vostro contratto sulla base dell’indice dei prezzi al consumo. Ora ci atteniamo alle condizioni della clausola menzionata e documentiamo questo regolamento con l’allegata „Politica“.

Zwar kann der Herzkönig sowohl ein großes als auch ein kleines Bier auf italienisch bestellen, für eine Versicherungsformulierung reicht es dann doch wieder nicht. Somit warf die Hofkanzlei noch einmal einen automatischen Übersetzer an und präsentierte stolz ein englischsprachiges Ergebnis:

By inserting the indexing clause into the life insurance policy, you have the right to settle your contract based on the consumer price index. Now we comply with the terms of the clause mentioned and document this regulation with the attached „Policy“.

Der Herzkönig, den das alles an eine neumoderne babylonische Sprachenverwirrung erinnerte, bat die Amtskanzlei um eine deutsch-deutsch-Übersetzung! Was herauskam war etwas besser lesbar, inhaltlich brachte dies wieder keine Klarheit in die Absichten der Versicherungsgesellschaft:

Durch die Aufnahme der Indexierungsklausel in die Lebensversicherung haben Sie das Recht, Ihren Vertrag auf der Grundlage des Verbraucherpreisindexes abzuschließen. Nun halten wir uns an die Bedingungen der genannten Klausel und dokumentieren diese Regelung mit der beigefügten „Richtlinie“.

Fazit: durch ein paar Mal Herumübersetzen eines Textes durch einen elektronischen Übersetzer wird dieser nicht wirklich schlechter; was man dem Herzkönig damit sagen wollte, ist ihm immer noch nicht klar, vermutlich wird das Leben bzw. deren Versicherung einfach nur teurer.