Geschenksjammer II

Im gelobten Land wartete für den kleinen Prinzen noch ein weiteres Geschenk. Es war diesmal ein Matador-Baukasten und der kleine Prinz wollte sogleich eine Lokomotive bauen.

Diese sollte von Fünfjährigen in etwa 50 Minuten gebaut werden können. Der Kleine Prinz, der große Erfahrung im Bau von Lego-Modellen hat, hat bei der Ansicht der beigelegten Beschreibung verzweifelt aufgegeben. Nun hat sich der Herzkönig der Sache angenommen und nach etwa einer Stunde noch immer nicht viel weitergebracht. Als nächster war der Onkel an der Reihe. Er ist zwar ein ausgebildeter Schmalspuringenieur, hat aber ebenso das Handtuch geworfen. Nun hat sich der Opa der Sache angenommen. Immerhin war er jahrelang bei der ÖBB beschäftigt und hat schon in seiner Kindheit Matadorerfahrung sammeln können. Am nächsten Tag, nach rund 12 Stunden Bauzeit, kurz vor dem Mittagessen, folgte dann das Erfolgserlebnis: „Fertig!“ Mit dem Zusatz „fast“, da ein paar Dinge seiner Meinung nach unmöglich zu bauen sind.

Der Herzkönig hat dann am Dachboden noch alte Sonos-Teile aus seiner Kindheit entdeckt und mit dem kleinen Prinzen in ein paar Minuten eine Fantasielokomotive gebaut.

Adventkalender

Der kleine Prinz hat unter Mithilfe des Herzkönigs einen eigenen Adventkalender gestaltet. Jeden Tag darf die Herzkönigin ein Fenster öffnen und dahinter hat sich eine gemalte Überraschung verpackt.

Der kleine Prinz hat kurz überlegt, mit diesem Produkt in Serienreife zu gehen, auch weil in Österreich eine neue Online-Plattform vorgestellt wurde. Allerdings hat er das ganz schnell verworfen, da man dort „Adventkalender“ gar nicht so einfach findet.

Da man unter dem Schlagwort „Adventkalender“ nichts findet, hat der kleine Prinz sein Lieblingswort eingegeben, und siehe da, unter Auto findet man als fünften Treffer zwar nur einen Advent(s)kalender mit „s“, aber besser als gar nichts!

Eine harte Nuss

Im Zuge des Ausflugs ins gelobte Land konnten bei den großelterlichen Haselnussstauden Nüsse gesucht werden. Nach langer Suche konnten der kleine Prinz und der Herzkönig dann doch eine Handvoll Haselnüsse am Boden entdecken.

Nun stellte sich die Frage, wie man diese am besten knacken sollte. Zum Glück war dem kleinen Prinzen eine Folge von Checker Tobi in Erinnerung geblieben, in der es um Nüsse und auch um das (erfolglose?) Nussknacken ging. Somit hatte er gleich eine Idee und wollte die Nüsse aufschießen.

Nun, ganz so erfolgreich war diese Methode nicht: falls man eine Nuss traf, flog diese durch die Luft und war nicht mehr gesehen. Naja, dann half nur mehr der Hammern. Dieser knackte die Nüsse einwandfrei, nur in den Nüssen war nichts mehr drinnen! Da war wohl jemand schneller, wie man an den Löchern an den Nussschalen zweifelsfrei erkennen konnte.

Mein Licht geht aus…

…. aber wir sind zu Haus…

Aber was war geschehen: Die romantische Stimmung mit Kerzenlicht am Tisch war im herzköniglichen Haushalt mit einem Schlag – oder Rums – weg. Das Licht ging aus und der gläserne Kerzenhalter zersprang!

Nur der Form halber gibt die herzkönigliche Amtskanzlei bekannt: die herzkönigliche Familie hat mitsamt den geladenen Gästen diesen hinterhältigen Anschlag wohlbehütet überlebt.

Papas Bierglas

Aus dem Bierglas (es eignet sich aber auch ein Glas mit Apfelsaft) des Herzkönigs lässt sich nicht nur vorzüglich trinken, es dient auch als Kulisse für Fotografien. Da dem kleinen Prinzen etwas langweilig war, hat er hinter dem Glas seine Autos versteckt und durch das Glas betrachtet. Diese Momente fanden derart Gefallen, dass sie auch festgehalten werden mussten.

Neues zur Kinderlandverschickung

Der Herzkönig konnte in der Zeitschrift Museum für alle einen weiteren Beitrag zur Kinderlandverschickung veröffentlichen.

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Nachdem inmitten des Zweiten Weltkrieges die ersten Bomben auf deutsche Städte gefallen waren, wollte man die „Zukunft des Reiches“ – die Kinder und Jugendlichen – schützen. Sie wurden daher von einem „bombengefährdeten“ Teil des Landes in einen anderen gebracht. Auf Anordnung Adolf Hitlers vom 27. September 1940 sollte sich die Jugend aus den Städten für eine bestimmte Zeit in ruhigen, ländlichen Gegenden erholen und so die Schrecken des Krieges vergessen können. Als Bezeichnung wählte man den Begriff „erweiterte Kinderlandverschickung“ und die Abkürzung „KLV“. Unter dieser Abkürzung wurden Schätzungen zufolge mehr als zwei Millionen Kinder „verschickt“, manche für einige Wochen und Monate, andere für Jahre und bis zum Kriegsende.

Der Gau Niederdonau galt als sicher und hierfür wurde die Aufnahmekapazität von 10 000 Personen festgelegt. Daher wurden in vielen kleinen Orten Unterkünfte geschaffen, viele davon in Fremdenverkehrsgebieten, etwa in der Wachau oder am Semmering. In 105 Orten wurden 233 Aufnahmequartiere (KLV-Lager) eingerichtet, in denen eine ganztägige Betreuung, eine entsprechende Verpflegung und ein vollwertiger Unterricht sichergestellt werden mussten. Im Waldviertel sind folgende Ortschaften als Aufnahmeorte der Erweiterten Kinderlandverschickung bekannt: Allentsteig, Drosendorf, Els, Emmersdorf, Gars am Kamp, Geras, Joching, Maria Taferl, Persenbeug, Raabs an der Thaya, Spitz an der Donau, St. Oswald, Stiefern, Weiten, Weitenegg, Ysper und Zöbing. In all diesen Ortschaften wurden KLV-Lager eingerichtet, in denen regelmäßig Kinder und Jugendliche untergebracht wurden.

Für den Bezirk Waidhofen an der Thaya sind mit Ausnahme von Raabs an der Thaya keine eigenstängigen KLV-Lager bekannt. Aber auch zu Raabs ist nur wenig bekannt. In der Zeitschrift Donauwacht findet sich am 16. Dezember 1942 ein Hinweis: „Wohl in der schönsten Gegend“ – also in Raabs an der Thaya, befindet sich ein solches Lager, in das im Frühjahr 1943 wieder eine neue Belegschaft einziehen wird, die dort für einige Monate „Erholung, Ruhe und Erleben“ finden wird.

Vielleicht kann sich auch noch der eine oder andere Leser an „verschickte“ Kinder und Jugendliche im Bezirk Waidhofen an der Thaya oder im heutigen Niederösterreich erinnern. Informationen nimmt der Autor gerne entgegen.

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