Datenschutz und Post

Als oberster Postmeister des Landes hat der Herzkönig nicht nur repräsentative Aufgaben, sondern nimmt manchmal auch ein Kontrollfunktion ein. Als mahnendes Gewissen seines Unternehmens hat er schon einige Male auf kleine Ärgernisse hingewiesen, so etwa zu Selbstbedienungs-Automaten in den Filialen.

Ein größeres Ärgernis und auch eine schlaflose Nacht hat ihm der Umstand bereitet, dass er aus den Medien erfahren musste, dass die Post Daten zur Parteiaffinität speichere. Das wollte der Herzkönig – der selbst natürlich über den Parteien steht – genauer wissen und hat Anfang des Jahres sein Begehr um Auskunft eingebracht. Solche Formulare stellt seine für Fragen des Datenschutzes zuständige Behörde unentgeltlich zur Verfügung.

Nun Anfang April war es dann soweit und der Herzkönig erhielt Auskunft. Beim ersten Durchblättern entfleuchte ihm lautstark ein „Bitte was…!“ worauf umgehend die Herzkönigin herbeieilte. Der Herzkönig bereute in diesem Moment seinen unbedachten Ausspruch, denn die Herzkönigin warf nun höchstselbst einen Blick auf die Unterlagen und erbleichte umgehend. Laut den Angaben der Post sollte der Herzkönig ein Mindestjahreseinkommen von 71.000 Euro erhalten. Jetzt war der Herzkönig in Erklärungsnotstand und die Herzkönigin sogleich dem Shoppingwahn verfallen und auch nicht mehr ansprechbar.

Die weiteren Punkte in diesem Auskunftsbegehren waren wenig aufschlussreich. Der Herzkönig ist zu drei Prozent „konservativ“, zu drei Prozent „traditionell“, zu 14 Prozent ist er „bürgerliche Mitte“ und zu 25 Prozent „pragmatisch“. Zu drei Prozent ist er „konsumorientiert“. Das alles ist nicht sehr aufschlussreich und recht aufregend scheint die Post den Herzkönig nicht zu finden. Seine Oma hätte gesagt, dass es bei den Voraussetzungen ja fast an ein Wunder grenze, dass er nicht „übriggeblieben“ ist. Das wird auch nicht besser, dass der Herzkönig zu neun Prozent als „Performer“ gilt, oder zu zwölf Prozent als „digitaler Individualist“.

Interessanter waren dann doch die möglichen Zielgruppen, für die der Herzkönig in Frage kommt. Bei allen seinen Meldeadressen scheint bei der Zielgruppen-Charakteristik das Stichwort „Elite“ auf, was den Herzkönig sehr beruhigt hat. Sollte er wieder einmal bei einem Laufevent an den Start gehen, wird er das bei der Anmeldung so angeben und dann auch hoffentlich im Elitefeld starten.

Wie schon eingangs erwähnt, hatte der Herzkönig an der angenommenen politischen Ausrichtung ein besonderes Interesse: Aufgewachsen im Wohnsitz im Waldviertel, stellte der Herzkönig für die SPÖ eine sehr niedrige Zielgruppe dar, hingegen für die ÖVP eine sehr hohe. Zu Studentenzeiten verlegte der Herzkönig seinen Wohnsitz in den 11. Wiener Gemeindebezirk und siehe da: es wurde keine Parteiaffinität mehr angegeben, vermutlich war die Post verwirrt, warum es einen Waldviertler in den 11. Bezirk verschlägt.

Was allerdings zu einem Familienzwist innerhalb der herzköniglichen Familie führen könnte ist der Umstand, dass der Familienstand des Herzkönigs nunmehr als „Paar ohne Kind“ angegeben wurde. Dass der Herzkönig in einer männlichen dreier Studenten-WG lebte sollte er berichtigen lassen in „Trio ohne Kind“.

Nach der Studienzeit lebte der Herzkönig dann im 10. Wiener Gemeindebezirk und nunmehr galt er dann doch als hohe Zielgruppe für die SPÖ und als sehr niedrig für die ÖVP. Vermutlich hat man einige Jahre auf Probe in Wien zu leben, bis man zur SPÖ dazugezählt werden darf.

Über den Familienstand gibt es in dieser Zeit auch für die Post nur Vermutungen, somit blieb dieses Feld leer. Der Herzkönig war in dieser Zeit für folgende Werbetreibenden von Interesse: Akademiker, Bio und Abendunterhaltung. Vermutlich durch die paar Umzüge bedingt ist nun im Feld „Mögliche Zielgruppe für Werbung Umzug“ zu lesen: „sehr hoch“. Das weist der Herzkönig an dieser Stelle aufs Schärfste zurück. Die Post hätte nur einen Blick auf sein Sternzeichen werfen sollen und da gilt einem häuslichen Krebs jegliche Veränderung als Grauen.

Aber einen Umzug gab es dann doch noch, der in den aktuellen Familienbesitz im 17. Bezirk führte. Dort wird der Herzkönig auch als Paar ohne Kinder geführt! Und das obwohl der kleine Prinz doch schon einige Male die Pakete des örtlichen Postlers ordnungsgemäß quittiert hat. Neben den Zielgruppen für Akademiker, Bio und Abendunterhaltung kam noch der Sport hinzu, irgendwann muss man ja damit anfangen… Obwohl er keinen Online-Bestellaccount hat, gilt der Herzkönig als „hohe“ mögliche Zielgruppe für Distanzhandel. Und trotz des neuerlichen Umzugs hat sich seine Zielgruppenaffinität für Werbung Umzug von „sehr hoch“ auf „mittel“ verschlechtert.

Und die Partei? Wir erinnern uns. Im Waldviertel war es eine sehr hohe Affinität zur ÖVP und eine sehr niedrige zur SPÖ. Angekommen in Wien änderte sich die Affinität nach einer kurzen parteilosen Probezeit schlagartig: nunmehr war sie hoch für die SPÖ und sehr niedrig für die ÖVP. Jetzt aber geht die Post offenbar von einem älter werdenden und somit immer politikverdrossener werdenden Herzkönig aus und daraus wird folgendes Ergebnis bei SPÖ und ÖVP abgeleitet: sehr niedrig. Da soll sich noch einer auskennen. Was bleibt ist die Erkenntnis, wer für derartiges Datenmaterial bezahlt hat, dem ist wohl nicht zu helfen…

 

 

 

 

 

 

 

 

Mensch vs. Maschine

Jüngst las der Herzkönig eine Kolumne im Kurier, die sich mit der Auslagerung von Dienstleistungen durch Unternehmen beschäftigt. Es gab ja immer schon Mahner, die das Geldabheben am Bankomaten bzw. das Überweisen am Automaten, kritisch sahen. Der Kunde nehme dem Unternehmen die eigentliche Arbeit ab, so der Tenor. Und der Kunde müsse sich an den unflexiblen Automaten ärgern, etwa wenn etwas nicht so gleich funktioniert.

Umgekehrt funktioniert aber auch nicht immer alles so einfach. Der Herzkönig hat etwa die Bankgeschäfte einer Oma im Pensionistenheim erledigt. Nebenbei muss dazu gesagt werden, dass der Herzkönig im Herzen eigentlich Steuerberater oder Finanzjongleur ist. Vor langer langer Zeit hatte schon in der Hauptschule ein Bildungstest ergeben, dass der Herzkönig eine sehr hohe Zahlenaffinität habe und man ihm deshalb nahegelegt habe, eine Handelsakademie zu besuchen. Allerdings bezog er sein Halbwissen aus Donald-Duck-Comics (bzw. dem Finanzgenie Dagobert) und Sparefroh-Heften. Es war nur eine Frage der Zeit, bis das aufgeflogen wäre…

Nun zurück zu den Bankgeschäften der Oma: Einmal wollte der Herzkönig für sie in ihrer Bankfiliale erfahren, ob denn die Pension schon am Konto sei, damit er eine größere Überweisung tätigen könne. Er suchte dazu das Gespräch beim Mitarbeiter und siehe da, er bekam – ohne die Oma höchstselbst im Schlepptau zu haben – keinerlei Information, geschweige denn irgendeine brauchbare Auskunft. Das ginge eben „leider“ nicht, weil Bankgeheimnis, Datenschutz, Europarecht oder was auch immer. Grantig war der Herzkönig im Begriff, die Bankfiliale zu verlassen, da musste er an den Automaten vorbeigehen, die er in Rage vollkommen vergessen hatte und siehe da: Bankomatkarte der Oma gezückt und schon hatte er die Kontoauszüge in Händen.

Unklar blieb ihm: warum gibt eine Maschine Auskunft und der Mitarbeiter nicht?

Anderer Schauplatz,  die Postautomaten: Der Herzkönig verschickt immer noch Briefe., vorzugsweise an Kollegen, die dankenswerterweise Beiträge Korrektur lesen. Damit denen zumindest kein finanzieller Schaden entsteht, legt er der Sendung ein Kuvert bei, das er mit einer Marke versieht. Als er jüngst am Schalter eine Marke – immerhin im stolzen Wert von 2,70 Euro – erwerben sollte, wurde ihm gesagt, das ginge nicht, man verkaufe nur mehr Marken zu vier Stück im Set. Da der Herzkönig allerdings nur eine einzelne Marke erwerben und sich eben kein „Megapack“ andrehen lassen wollte, verzichtete er auf den weiteren Austausch von Höflichkeiten und dankte dem Postmitarbeiter für seine Kundenfreundlichkeit. Wieder entdeckte der Herzkönig beim Hinausgehen die Automatenfraktion und siehe da, am SB-Automaten war mit ein paar Mal drücken eine einzelne Postmarke zu erwerben. Fast hätte er gleich vier weitere einzelne Marken gekauft, nur um es der Post zu zeigen, was alles möglich wäre…

Unklar blieb ihm: warum kann eine Maschine etwas verkaufen und der Mitarbeiter nicht?

Unklar bleibt auch, ob Unternehmen dies bewusst steuern, denn wer bleibt über, wenn der Automat auf lange Sicht gesehen „mehr“ darf, als der Mitarbeiter?

typo in public…

Der Herzkönig freut sich immer wieder, wenn nicht nur ihm höchstselbst, sondern auch anderen kleine sprachliche Missgeschicke passieren. Allerdings ist er sich nicht sicher, ob er das angebotene Kaffeehaus denn nun „pachtn“ soll und ob dort „Tourten“ auf Bestellung der große Renner werden…

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Es muss wieder mehr geschlafen werden!

In einer offenbar sehr kurz gehaltenen wissenschaftlichen Studie wurden die Schlafgewohnheiten der Wienerinnen und Wiener analysiert. Der Inhalt sei kurz aus der örtlichen Presse zusammengefasst: „Ich glaube nicht, dass es eine gute Entwicklung ist, wenn immer weniger Menschen in der Früh aufstehen, um zu arbeiten und in Wien immer mehr Familien nur mehr die Kinder in der Früh aufstehen, um zur Schule zu gehen.“

Der Herzkönig konnte bislang die Angaben dieser Studie weder verifizieren noch falsifizieren. Er konnte schlichtweg keinerlei weiterführenden Informationen zu dieser Studie finden: weder wurde ihm der akademische Werdegang des Studienautors zugänglich, noch fand er entsprechendes Datenmaterial oder eine fundierte Quellenbasis. Auch andere übliche wissenschaftliche Standards (Forschungsfrage, Methode, Literatur….) vermisste der Herzkönig kläglich.

Nun, der Herzkönig könnte vermutlich selbst für weitere diesbezügliche Forschungen dienen: er ist mittlerweile ja in der Reichshaupt- und Residenzstadt Wien dauerhaft sesshaft und er hat seit den anstrengenden weihnachtlichen Feiertagen nur mehr geschlafen: ausschließlich und dauerhaft! Selbst der kleine Prinz konnte ihn nur durch größte Anstrengung in einen Halbschlaf wecken. Der Herzkönig hat für diese unangenehmen Aufweckversuche vorgesorgt gehabt und in diesen Fällen von der herzköniglichen Amtskanzlei die Teletubbies einschalten lassen, sodass er wieder in einen tranceartigen Dämmerzustand verfiel. Gegen Monatsmitte hat der Herzkönig dann doch einmal kurz an das Aufstehen gedacht – vermutlich hat er schlecht geträumt -, die Idee allerdings nicht verworfen, sondern noch ein bisserl aufgehoben.

Endlich: am 23. Jänner war es dann soweit und der Herzkönig verließ – immer noch hundemüde – die herzköniglichen Gemächer. Bei seinem Spaziergang durch die Stadt kam ihm ein erster großartiger Gedanke. Um das offenbar große Schlafbedürfnis seiner Untertanen entsprechend stillen zu können, werde er neben den Parkbänken entsprechende bequeme Liegemöglichkeiten installieren lassen. Dieser Gedanke führte sogleich zur ersten Amtshandlung: Der Herzkönig wies die Amtskanzlei an, eine erste Couch im nächstgelegenen Park aufzustellen.

Gesagt, getan: wir können nur weiterschlafen.

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Erdbeerenernte im November: wie viele werden es noch?

Ein Wühlen im Erbeerkisterln vor dem Fenster und es bestätigt sich: die heurige Erdbeerernte ist noch lang nicht vorbei!

Über die Erdbeeren im Oktober hat der Herzkönig bereits ausführlich berichtet: mit Spannung wird erwartet, wie viele Erdbeeren jetzt noch rot werden? Der Herzkönig wird hier den aktuellen Stand veröffentlichen.

Am 4.11 wurden 2 rote entdeckt und vom kleinen Prinzen unverzüglich verspeist. Die Herzkönigin – anfangs noch skeptisch, ob die nicht richtig sauer sind – war entzückt, sie waren süß.

Am 9. 11 wurden noch 3 weitere entdeckt, die Verkostung folgte prompt durch den kleinen Prinzen am Wochenende!

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Mehr wurden es leider nicht mehr, ein plötzlicher Anflug von Schnee am 19. November hat die restlichen Erdbeeren eingefroren. Schaun wir mal, ob wir sie im Frühjahr auftauen können.

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Festivals for Kids in Wien

„Statt Sex, Drugs und Rock’n Roll – nur mehr Butterkeks und Sanostol“. So hat meiner Erinnerung nach Lukas Resitarits seine Erfahrungen des Älterwerdens in einem Kabarettprogramm wiedergegeben. Die herzköniglichen Eindrücke des Elternwerdens lassen sich ähnlich (wenn auch nicht so gut gereimt) zusammenfassen: „Statt Avalon, Frequency und Roskilde – nur mehr übers Mistfest im Bilde“. Zugegeben, bei Roskilde fuhr der Herzkönig nur mit dem Auto vorbei, aber das immerhin zeitnahe zum Festival.

Der Reigen der Feste in Wien wird mit dem Feuerwehrfest am Hof eröffnet, es folgen das Erntedankfest, das Fest der Wiener Polizei, das Kinderfreundefest, das Mistfest und das Wiener Sicherheitsfest, das mit dem Anrollen der Bundesheerpanzer Hand in Hand geht.

Über die Festaktivitäten gibt es nicht mehr viel Neues (das Fest der Feuerwehr wurde 2017 ausführlich gewürdigt) zu berichten, als dass sich der kleine Prinz schon so gut auskennt, dass er zielstrebig zum MA48-Stand geht, dort das Müllspiel mehr oder weniger bravourös absolviert und dafür ein paar Gummibärchen erhält. Auch war er schon relativ gut im „Abstauben“ von Geschenken, wenn auch zielgerichtet. Luftballons des Außenministeriums nahm er nicht, das Packerl Schnitten schon (welch Wunder). Und irgendwie ergatterte er sich auch ein Sackerl eines Trauerraums und gleich dazu Pflaster von der AUVA. Das Highlight war der Stand des ÖAMTC-Rettungshubschrauber, da gabs ein Pixie-Buch, Luftballons und einen Minirettungshubschrauber.

Bei all den Festivitäten gab es aber immer wieder etwas Neues zu entdecken, etwa den echten Rettungshubschrauber am Rathausplatz oder den eingeschlafenen Landwirt beim Erntedankfest.

In diesem Beitrag wird noch eine Neuigkeit präsentiert: erstmals werden Aufnahmen des kleinen Prinzen mit dem Handy des Herzkönigs der Öffentlichkeit vorgestellt – welche dies sind, darf erraten werden. Die herzkönigliche Amtskanzlei gibt über die rechtmäßige Urheberschaft der Bilder auf Anfrage mehr oder weniger gerne Auskunft.

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Häusl am…

In Wien gibt es ja einige Lokalitäten mit merkwürdigen Namen, etwa „Häusl am Stoa“ oder „Häusl am Roa“. Um eine Facette reicher wurde das Spektrum um das „Häusl vor der Tür“ oder „Häusl zwischen Tür und Tor“, wobei es sich dabei nicht um Lokale wie bei den beiden erstgenannten Häusln handelt, sondern um ein Häusl im Sinn von Toilette, mobiler Toilette um genauer zu sein.

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Wenig besser wird das Bild (das oben auch die herumgestikulierende Hand der Herzkönigin zeigt – damit der dioptrieengeplagte Herzkönig ja auch das richtige Objekt fotografiert) in der Gesamtschau und der am Nationalfeiertag obligatorischen Flagge.

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