Schneebericht

Der Herzkönig hat in diesem Winter doch einigen Schnee erlebt: Schneemänner gebaut, Schnee geschaufelt und natürlich den Hang im gelobten Land berodelt. Das natürlich nur mit tatkräftiger Unterstützung des kleinen Prinzen. Natürlich wurde alles durch den herzköniglichen Hoffotografen festgehalten,  nur der Bericht wollte und wollte nicht fertig werden. Mehrere Entwürfe hat der Herzkönig verworfen, etliche Ghostwriter wurden entlassen und so kam es wie es kommen musste: der Frühling zog ins Land und ein Schneebericht schien obsolet zu werden.

Doch wie man sich täuschen kann. Der letztwöchige Besuch im gelobten Land brachte eine Erkenntnis: der Winter gibt nicht auf!

Als der Blick aus dem Dachbodenfenster:

Mitte März konnte man mit Mühe und Not noch Bobfahren, auch wenn man die Rennbahn nur mit schneeschaufelnden Leiharbeitern befahrbar machen konnte:

Der Schneemann 2019 dokumentiert die Schneelage eindrucksvoll: vor Weihnachten gab es gerade soviel, um einen Schneemann zu bauen, der aus mehr Waldboden bestand, als aus Schnee. Anfang des Jahres gab es eine Schneedraufgabe. Und beim letzten Besuch im März war schließlich nur mehr ein Häuflein zu sehen.

Ob jetzt jeder weitere Besuch mit Schnee zu tun haben wird? Der Herzkönig ist gespannt, wie viel Meter Schnee einem beim nächsten Mal erwarten. Vielleicht stimmt ja doch die Volksweisheit mit den zehn Monaten Winter und zwei Monaten Kälte.

 

 

…noch schnell einen Schneemann gebaut!

Das Wochenende nutzte die königliche Familie, um in das tiefste Waldviertel zu OmiOpa zu fahren. Dort sollte es ja noch Schnee geben, zumindest war das früher, als auch noch alles besser war, noch so. Man hatte Glück und konnte am Vormittag (ohne den kleinen Prinzen) noch Langlaufen. Am Nachmittag begann schon das angesagte Tauwetter, allerdings waren das gerade ideale Schneeverhältnisse, um einen Schneemann zu bauen!

Der Herzkönig schlüpfte in Windeseile in sein bestes Wintergewand, einen modischen Einteiler, der ihm schon immer Spott und Hohn der Herzkönigin eingebracht hat. Aber er hat ihm auch dankbare Blicke von Kindern eingebracht, die auf den Skipisten in diesen nicht immer ganz modischen Einteilern unterwegs waren.

Aber der Herzkönig hat dieses Teil bei jeder sich bietenden Gelegenheit im Winter getragen, denn alles was einmal uralt ist, wird wieder „Retro“ und dann auch gleich einmal wieder „in“. Und tatsächlich, selbst dem kleinen Prinzen wurde von der Herzkönigin ein modischer Einteiler gekauft, und der hat auch noch einen flotten Namen: „Onesies“ heißen diese Teile. schneemann_onci

Also haben sich der kleine Prinz und der Herzkönig in Schale bzw. in ihre Onesies geworfen und mit den Bauarbeiten begonnen. Der erste Versuch scheiterte noch kläglich. Der Herzkönig versuchte, aus höheren Lagen eine Schneekugel ins Tal zu rollen, um einen mächtigen, herzköniglichen Schneemann bauen zu können. Doch diese riesengroße Schneekugel überstand den Transport ins zwei Meter unterhalb liegende Tal nicht und zerbrach, bevor sie zu einer Lawine werden konnte.

Also musste in niederen Lagen ein Schneemann gebaut werden; in Ermangelung von Karotten wurden als Nasen (und Ohren) Tannenzapfen genommen, als Haare dienten ein paar Zweige und als Augen zwei Zierquitten aus Omis Garten.

schneemann

Der Schneemann hat die Nacht und das einsetzende Tauwetter noch überlebt, am nächsten Morgen fielen schon die Nase und der Mund von ihm ab. Bei der Heimfahrt nach Wien zeigte das Thermometer bei der Abfahrt fünf Grad, bei der Ankunft in Wien elf Grad plus. Unser Schneemann wird diese warmen Jännertage wohl nur mehr als armseliges Häuflein überstehen… Wetterfrösche haben für den morgigen Tag bis zu 15 Grad angesagt.