daham #87: backe backe Knafeh

Vor einigen Jahren hat sich der Herzkönig, der als Begleitung bei einer Hochzeit in Amman miteingeladen war, dort in eine Süßspeise verliebt. Nun ging es daran, diese nachzumachen. Ein halbwegs passables Rezept fand sich schließlich auch, das der Herzkönig für nachahmenswert befand.

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Das Rezept muss aber dann doch etwas abgeändert werden. Man nehme eine Tasse Wasser, eine Tasse Zucker, einen halben Teelöffel Rosenwasser und einen Teelöffel Limettensaft, das man zum Kochen bringt. Im Unterschied zum Rezept sollte man das länger köcheln lassen, bis es etwas zähflüssiger – also ein Sirup – wird. Anschließend werden Pistazien geröstet und zerhackt. Die Engelshaarteigfäden/Kadayif (hier reichen 300 g) werden zerzupft und mit geschmolzener Butter vermischt. Die Hälfte der Teigfäden wird in eine Pfanne gegeben, darüber wird eine Schicht Ricotta gestrichen (es reichen hier auch 250g Ricotta). Das wird wieder mit dem der Rest der Teigfäden bedeckt. Beide Seiten werden ca. 5 Minuten in der Pfanne gebacken (die untere Seite sollte schön goldgelb sein) und danach mit dem Sirup übergossen. Die fertige Knafeh wird mit den Pistazien bestreut und muss warm gegessen werden.

 

 

 

daham #18: Fladenbrot

Der kleine Prinz hat eine gewisse Abneigung gegenüber jeglicher Form von Rinde entwickelt: Konkret handelt es sich um Brotrinde, manchmal aber auch um Semmelrinde und der neueste Schrei ist sogar die Rinde vom Toastbrot.

Nun hat der Herzkönig die Hofbäckerei beauftragt, ein Brot ohne Rinde zu entwickeln. Diese haben aber nicht selbst geforscht, sondern plagiiert und dem Herzkönig einfach arabisches Fladenbrot vorgeschlagen. Gesagt, getan, der Herzkönig legte Hand an.

Das Rezept und die Anleitung ist hier zu finden. Und das Beste an der Geschichte, der kleine Prinz hat sie „mit Schale“ gegessen!

 

daham #9: Küchendesaster

Der Herzkönig wurde von der Herzkönigin beauftragt, nach einem bestimmten Rezept zu backen. Sie hat dies auf einem Spezialistenblog entdeckt und da es als kinderleicht beschrieben wurde, wurde eben der Herzkönig damit betraut.

Nun, der erste Teil (von dreien) gelang einfach und schnell. Es galt einen klassischen Mürbteig herzustellen. Der zweite Teil lief dann nicht mehr so wie im Drehbuch, sprich wie im Rezept beschrieben, ab. Aus geschmolzener Butter, Dotter, Zucker und Zitronensaft sowie der Zitronenschale sollte im leicht erhitzten Topf eine klebrige Masse entstehen. Diese blieb und blieb flüssig. Es blieb nichts anderes übrig, als um Hilfe zu schreien. Das ließ sich der kleine Prinz nicht zweimal sagen und stand schon in der Küche. Nachdem man ihm aber nicht die erwünschte Aufmerksam angedeihen ließ, verließ er die Küche – schon etwas grantelnd. Damit stand auch schon die Herzkönigin in der Küche und fragte nach dem werten Befinden. Der Herzkönig schon leicht nervös zeigte sein kulinarisches Dilemma. Die Herzkönigin ergriff die Initiative und versuchte die Flüssigkeit mit Maizena zu verfestigen. Zwischenzeitlich versuchte sich aber auch der Herzkönig nützlich zu machen und wollte noch schnell Teil drei erledigen, also Eiklar zu Schaum schlagen. Da allerdings der kleine Prinz wieder in der Küche stand und erneut um Aufmerksamkeit buhlte – das „warum spielt niemand mit mir?“ wurde dann schon herzhaft laut vorgetragen -, vergaß der Herzkönig aufs Rezept und schlug den gesamten Zucker mit dem Eiklar zu Schaum. Wobei: daraus wurde auf diese Weise kein Schaum. Zwischenzeitlich verfluchte aber auch die Herzkönigin das Rezept, auch weil Teil zwei dieses Kuchens sich noch immer nicht verfestigen wollte. Und als sie dann auch noch das Eischneedesaster sah, reichte es. Sie schickte sowohl den Herzkönig als auch den kleinen Prinzen raus aus der Küche. Sie hätte sie am liebsten gleich auf den Mond geschossen, oder zumindest vor die Haustür gesetzt, aber das ging in Coronazeiten doch nicht so einfach.

Der Herzkönigin gelang es aber dann in trauter Einsamkeit, die Zitronen-Eiermasse und den Eischnee zu retten – vermutlich beide Male mit Gummibären.

Somit schien der Rest des Kuchens eine „gemähte Wiese“ zu sein. Im Rezept stand, man solle den Kuchenteig in eine Tarteform geben und diesen mit Linsen beschweren und gemeinsam im Ofen vorbacken. Nachdem die Herzkönigin nach der Backzeit die Linsen entfernen wollte, entfuhr ihr ein Schrei… Herzkönig und kleiner Prinz eilten als Ersthelfer in die Küche, aber hier gab es nichts mehr zu ersthelfen….

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Es gelang schließlich noch einen Teil der Linsen für eine Linsensuppe am nächsten Tag zu retten. In einer weiteren Rettungsaktion vermischte die Herzkönigin die Zitroneneiermasse mit Biskotten und dem Eischnee. Diese gelang, nur der kleine Prinz war etwas verwirrt: „Mama macht Kaffee mit Schaaaaauuuuuummm im Ofen?“

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Kuchen für die Kids

Der kleine Prinz sollte Besuch einer Kindergartenfreundin erhalten. Aus diesem Grund schlug die Herzkönigin von, Mann könne doch wieder einen Kuchen backen. Schließlich habe sie auch frische Weichseln mitgebracht. Verzierungselemente gab es auch noch vom letzten Kuchen. Der kleine Prinz war schnell begeistert, stellte aber eine Bedingung: er wolle unbedingt wieder diese Stauzucker-Zitronensaft-Mischung.

Gesagt getan, der Herzkönig suchte nach dem zweiten Rezept, das er durchaus erfolgreich zubereiten kann: man nehme 150g Zucker und mische dies mit 4 Eiern und etwas Salz, mit dem Stabmixer soll das im Idealfall schaumig und hellgelb werden. Anschließend gebe man ein paar Löffel Mehl und geriebene Mandel (oder andere Nüsse) hinzu. Dann kann man etwa 100ml Milch und/oder Cremefresh dazu mischen.  Je flüssiger, desto mehr Mehl/Mandeln kann man beigeben; je dickflüssiger, desto mehr Mich. Dann braucht man eine gut gebutterte Form, in die die Weichseln hinein gegeben werden. Darüber leert man die Teigmischung und bäckt dies bei 180 Grad etwa 30 Minuten. Man kann anstelle von Weichseln auch Kirschen oder Äpfel verwenden. Insgesamt hängen die Zutaten von deren Verfügbarkeit im Kühlschrank ab und die Clafoutis ist insgesamt eher als „Restlkuchen“ zu bezeichnen.

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Der kleine Prinz hat den Kuchen noch mit der Staubzucker/Zitronensaft-Mischung garniert und dann der Kindergartenfreundin serviert. Beide haben sich dann eher anderen kulinarischen Genüssen hingegeben, die Kindergartenfreundin hat zumindest ein Ministückerl gekostet und mit einem (einstudierten?) Lächeln gemeint: „schmeckt gut!“

 

Hexenkuchen

In der städtischen Bibliothek entdeckte der kleine Prinz neben den üblichen Büchern zu Dinosauriern oder diversen Fahrzeugen auch einen Stapel von Bibi Blocksberg-Heften. Dazu muss gesagt werden, dass der kleine Prinz sehr gerne alte Bibi Blocksberg-Kassetten hört und abends gerne dabei einschläft.

Nun, in diesem Heft aus dem Jahr 2018 entdeckte der kleine Prinz auch ein Rezept eines Kuchens, den er natürlich sofort backen wollte. In Ermangelung wichtiger Utensilien mussten die herzköniglichen Eltern den kleinen Prinzen auf den nächsten Tag vertrösten.

Gesagt, getan: nach dem Einkaufen ging es ans Backen. Die Herzkönigin hat sich vorsichtig ausgesprochen in Sicherheit gebracht, da sie nicht mitansehen kann, wenn ihre Küche mit Mehl und Teig eingedeckt wird. Anders ausgedrückt hätte es die Spurensicherung sehr leicht, anhand der zahlreichen Fingertapser in der Küche die Übeltäter zu entlarven.

So blieb es am Herzkönig, gemeinsam mit dem kleinen Prinzen zu backen. Dieser war gerade bei den schwierigen Passagen ( etwa beim Lesen des Rezeptes) keine große Hilfe, da er sogleich alle Zutaten ausgiebig kosten musste und dementsprechend abgelenkt war.

Nach dem ersten Zuckerschock konnte er erst wieder gegen Ende der ganzen Prozedur, beim Verzieren des Kuchens wieder einsteigen.

SONY DSC Die Hexentorte wurde kurzerhand in eine Vulkantorte umfunktioniert und das Loch, das die Gugelhupfform unweigerlich erzeugte, dann mit Marzipan und Gummizeugs gefüllt.

SONY DSCFür alle die es nachmachen möchten, hier das Rezept:

Man vermische 350g Mehl und 2,5 TL Backpulver in einer Schüssel. Dann verquirle man  250g Butter, 210g Zucker und 2 Packungen Vanilliezucker. Die Masse sollte schaumig werden (beim Herzkönig war es irgendwie gatschig), danach kommen nach und nach 5 Eier dazu. Anschließend kommen wechselweise die Mehlmischung und 120ml Milch hinzu. Das ganze wird in eine gut eingefettete Backform gegeben und bei 175 Grad etwa 50 Minuten gebacken.

Der ausgekühlte Kuchen wird mit einer Mischung aus Staubzucker (200g) und Zitronensaft (3EL) übergossen. Diese zähflüssige Glasur wurde übrigens so ausgiebig vom kleinen Prinzen verkostet, dass der Herzkönig befürchtet hat, bald gar keine Glasur mehr für den Kuchen zu haben.

Auf diese glasierte Kuchenform sollten Marzipansterne gegeben werden. Das Marzipan ließ sich aber nicht wirklich ausrollen und klebte überall, sodass die beiden Meisterbäcker dazu übergingen, es einfach zu reißen und den Kuchen wild zu bekleben. Auf den Kuchen kam noch ordentlich Gummizeug auf Zahnstochern und natürlich eine ausgeschnittene Bibi Blocksberg und ihre Hexenkollegin Arkadia.