Schneebericht

Der Herzkönig hat in diesem Winter doch einigen Schnee erlebt: Schneemänner gebaut, Schnee geschaufelt und natürlich den Hang im gelobten Land berodelt. Das natürlich nur mit tatkräftiger Unterstützung des kleinen Prinzen. Natürlich wurde alles durch den herzköniglichen Hoffotografen festgehalten,  nur der Bericht wollte und wollte nicht fertig werden. Mehrere Entwürfe hat der Herzkönig verworfen, etliche Ghostwriter wurden entlassen und so kam es wie es kommen musste: der Frühling zog ins Land und ein Schneebericht schien obsolet zu werden.

Doch wie man sich täuschen kann. Der letztwöchige Besuch im gelobten Land brachte eine Erkenntnis: der Winter gibt nicht auf!

Als der Blick aus dem Dachbodenfenster:

Mitte März konnte man mit Mühe und Not noch Bobfahren, auch wenn man die Rennbahn nur mit schneeschaufelnden Leiharbeitern befahrbar machen konnte:

Der Schneemann 2019 dokumentiert die Schneelage eindrucksvoll: vor Weihnachten gab es gerade soviel, um einen Schneemann zu bauen, der aus mehr Waldboden bestand, als aus Schnee. Anfang des Jahres gab es eine Schneedraufgabe. Und beim letzten Besuch im März war schließlich nur mehr ein Häuflein zu sehen.

Ob jetzt jeder weitere Besuch mit Schnee zu tun haben wird? Der Herzkönig ist gespannt, wie viel Meter Schnee einem beim nächsten Mal erwarten. Vielleicht stimmt ja doch die Volksweisheit mit den zehn Monaten Winter und zwei Monaten Kälte.

 

 

Neue Ausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ erschienen

Das erste Heft des Jahres 2019 verfolgt einen zeitgeschichtlichen Ansatz und zeigt, dass auch noch fast 75 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Ära viele Aspekte noch im Verborgenen blieben.

Martin Prinz geht in seinem umfangreichen Beitrag auf eine biographische Spurensuche in Weitra. Belegt durch ein intensives Quellenstudium rekonstruiert er die Aktivitäten von Helene Anna Lisa Naber(-Binder). Anfang der 1930er Jahre ging sie in München zur Schule und betätigte sich für den BDM Obergau Ostland. Im Alter von 19 Jahren kam sie als illegale Untergauführerin von Niederösterreich zurück nach Österreich. 1940 heiratete sie den Gauamtsleiter von Niederdonau Roman Jäger, der 1944 einrücken musste und im Kriegseinsatz verstarb. Im März 1945 flüchtete Helene Jäger mit ihren zwei kleinen Kindern vor den herannahenden sowjetischen Truppen nach Gosau ins Salzkammergut. In der Folge wurden Ermittlungen nach dem Verbotsgesetz eingeleitet. Das Strafverfahren zog sich in die Länge und das Amnestiegesetz 1950 hatte zur Folge, dass Helene Jägers Verfahren 1951 eingestellt wurde. 1957 begann sie im Salzkammergut mit dem Korbflechten, in den 1960er Jahren kam sie nach Weitra und begann auch hier mit der Korberzeugung. Zeitweise waren in den 1960er und 1970er Jahren mehrere hundert Menschen für Helene Jäger tätig. Über ihre Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus schwieg sie.

titelbild_1-2019_Seite_1

Friedrich Polleroß gibt in seinem Beitrag über die jüdischen Familien im Waldviertel und ihr Schicksal einen Rück- und Ausblick über die bislang gesetzten Aktivitäten. Im Ersten österreichischen Museum für Alltagsgeschichte in Neupölla wurde 2018 eine Sonderausstellung zu diesem Thema eröffnet. Als Begleitpublikation erschien ein 700 Seiten zählendes Buch, das im jüdischen Museum Wien, in Gmünd, Ludweis, Heidenreichstein, Eggenburg und Langenlois präsentiert werden konnte. Die Besucher all dieser Veranstaltungen konnten weitere wertvolle Hinweise zu jüdischen Familien im Waldviertel geben, die der Autor zusammenfassend wiedergibt. Übrigens, das Buch von Friedrich Polleroß erscheint nunmehr schon in der dritten Auflage!

Aus Anlass der 850. Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung von Mahrersdorf – heute eine der Katastralgemeinden von Altenburg – widmet sich Renate Seebauer der Geschichte dieser Ortschaft. Sie zeigt, dass die kleine Ortschaft – die 1830 133 Ortsbewohner zählte – urkundlich gut belegt ist, was wohl mit der Nähe zu Altenburg zu begründen ist. Seebauer skizziert auch die 100 Jahre andauernden Bemühungen um eine Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz, die bis dato nicht verwirklicht werden konnte. Die nächste Bushaltestelle befindet sich in ca. zwei Kilometer Entfernung.

Waldviertler Kulturberichte ergänzen das 120 Seiten starke Heft (1/2019).

Website: www.daswaldviertel.at

Zur OTS-Presseaussendung der NÖ-Landesregierung

…geschafft!

Und noch schnell im „alten“ Jahr: mit dem vierten Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ konnte der Jahrgang 2018 abgeschlossen werden. Dieser umfasst 600 Seiten mit Regionalkunde aus allen Teilen des Waldviertels. Meine Highlights: „Telefonieren in Waidhofen“, „Das Waldviertel – eine ewige Abwanderungsregion?“, „Geschichte des Kinos in Eggenburg“, „Kollmitzgraben und seine Findelkinder“ sowie „Waidhofen an der Thaya – eine Braustadt?“

titelbilder2018

Weitere Infos. http://www.daswaldviertel.at/zeitschrift.htm

 

 

 

Freude des Tages

Die vom Herzkönig geschriebene Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Bruderndorf zum 90-jährigen Jubiläum, die im Mai vorgestellt wurde, ist bereits im November nicht mehr in der Printversion erhältlich und „nur“ mehr als Online-Version verfügbar: https://www.ff-bruderndorf.at/geschichte/festschrift-zum-jubiläum/

Die erste „vergriffene“ Publikation… das muss gefeiert werden!

90-Jahre-FF-Bruderndorf-small_Seite_01

 

Urlaub bei den Großeltern

Im August ist der Kindergarten für einen Monat lang geschlossen. In Ermangelung ausreichender Urlaubszeit der Eltern verbringt der kleine Prinz jedes Jahr eine Woche bei den Großeltern im „gelobten Land“.

Der kleine Prinz hat zur Sicherheit die gesamte Briobahn eingepackt – es könnte ja die Spielzeugnot ausbrechen – und dann gings los. Angekommen musste der Herzkönig erst einmal kräftig schlucken, als er die Aufregung des Tages erfuhr. Der Opa hatte nämlich in der nachbarörtlichen Apotheke Hausverbot erhalten. Das hatte der Herzkönig in seinen besten pubertären Zeiten nicht geschafft – er ist zwar manchmal ob seines Auftretens in eine Disco nicht hineingekommen, aber rausgeworfen wurde er nie. In der Sache gings um eine verweigerte Rücknahme eines rücknahmepflichtigen Blutdruckmedikaments. Die Wogen hatte dann aber die Herzkönig-Mutter wieder geglättet: man kann nun wieder einkaufen, aber das Klima gleicht jenem im Kalten Krieg. Der Herzkönig überlegte kurz, ob denn die Großeltern der richtige Umgang für den kleinen Prinzen wären, entschied sich dann aber doch dafür, ihn alleine bei ihnen zu belassen. Immerhin ist aus ihm selbst auch etwas geworden.

Der kleine Prinz konnte sich in der Woche nach Herzenslust austoben: mit den alten Spielsachen des Herzkönigs spielen (die Playmobil Ritterburg und das Piratenschiff…), im Garten herumtoben, in der Sandkiste spielen, auf ein Eis gehen und natürlich bei der Ernte von Ribisln und Erdbeeren mithelfen. Das tägliche Highlight war das morgendliche Einkaufen beim Bäcker. Schon bei der Rückfahrt wurde das erste Kipferl verputzt. Jeden Abend berichtete der kleine Prinz von den täglichen Aktivitäten: Voller Stolz berichtete einmal darüber, dass eine kleine Maus in den Brunnen gefallen war und sie diese retten mussten. Die Rettungsaktion war übrigens erfolgreich.

Neben all diesen tagesfüllenden Aktivitäten blieb sogar noch Zeit, um im Wald nach Eierschwammerln zu suchen, und wie man sieht: mit Erfolg.

Photo0161

Verstärkung für die herzkönigliche Feuerwache

Der Herzkönig hatte – wie es sich für einen Royal gehört – am Wochenende ein intensives Programm zu absolvieren. Nach dem Froschköniglichen Event im Kindergarten ging es in das Gelobte Land, das einem auserwählten Kreis als das Waldviertel bekannt ist. Dort gab es am Sonntag das 90-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Bruderndorf zu feiern.

Der Herzkönig hat natürlich – wie alle Blaublütigen – vor langer Zeit einmal etwas studiert. In seinem Fall war es nicht Kunstgeschichte, da er einen Schiele nicht von einem Beltracchi zu unterscheiden vermag (wobei, da taten sich auch andere schwer), sondern er hat sich mit der Geschichte seiner königlichen Ländereien befasst. Und da just eine Verwandter in der Gründungsgeschichte dieser Feuerwehr aufscheint, wurde der Herzkönig höchstselbst gebeten, nicht nur ein einfaches Grußwort, sondern gleich die gesamte Festschrift zu schreiben.

In aller Eile ging dies in den letzten Monaten auch von statten und weil der höchste Diener des Staates ohnehin auf Staatskosten lebt, hat er diesen Auftrag unentgeltlich erledigt und nur um eine Spende für den kleinen Prinzen gebeten.

Der kleine Prinz kam daher natürlich zum entsprechenden Festakt mit.Dieser begann mit einer Messfeier, die etwas mehr als eine Stunde dauerte, der kleine Prinz aber tapfer durchhielt. Danach hielt der Feuerwehrkommandant einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der Feuerwehr. Schließlich kamen noch – man könnte sagen die heilige Dreifaltigkeit – in Form von Bürgermeister, Bezirkshauptmann und Landtagsabgeordnetem mit Wortspenden an die Reihe. Nach dem Formalakt hatte sich der kleine Prinz eine Auszeit bei den Feuerwehrautos verdient und bekam vom Kommandanten auch gleich ein Geschenk, einen Feuerwehrbären mit Namen Konrad!

SONY DSC

Beglückt von diesem Geschenk, nahm die königliche Familie noch eine Stärkung ein und verblieb noch eine Weile bei der Festivität. Auf dem Weg zum Fuhrpark wurde der kleine Prinz mit noch einem Paket überrascht, das für einen herzergreifenden Jubelschrei im Ort sorgte: er erhielt als Dankeschön ein Feuerwehrauto mit Drehleiter, das stolz nach Hause getragen, dort sofort zusammengebaut wurde und nunmehr die herzkönigliche Feuerwache verstärkt.

Das neue Einsatzfahrzeug – für das sich der Herzkönig im Namen seines Königreichs und seiner Untertanen – wurde nunmehr dem 1. Zug des Notfall-, Rettungs-, Polizei- und Feuerwehreinsatzkommandos (NRPF-Kommando) übergeben.

Die herzkönigliche Statistiker haben mittlerweile bekannt gegeben, dass der erste Einsatz gegen 5 Uhr früh stattfand und unmittelbar nach dem Ende des Kindergartens ein weiterer. Nach der Rückkehr des kleinen Prinzens vom Spielplatz bis zum Einschlafen desselben waren noch drei weitere Feuerwehreinsätze zu bewältigen.

SONY DSC

 

Neuerscheinungen: Zeitschrift „Das Waldviertel“ und Jahrbuch des Vereins für Landeskunde

Es ist mit 192 Seiten das umfangreichste Heft in der Geschichte der Zeitschrift, das der Herzkönig in seiner Eigenschaft als Redaktionsleiter vorlegen konnte. Und dieses Heft Nr. 1/2018 widmet sich der Horner Stadtgeschichte. Mehr dazu unter: www.daswaldviertel.at

Als Mitherausgeber war er auch für den jüngst erschienenen Band 83 des Jahrbuches des Vereins für Landeskunde von NÖ mitverantwortlich. Mehr dazu unter: http://www.noe.gv.at/noe/LandeskundlicheForschung/Verein_Landeskunde.htm