daham #93: Fichtenwipferlsaft

Es war soweit. Der vor drei Wochen angesetzte Fichtenwipferlsaft wurde abgefüllt. Es gab zwar zwischendurch eine Schreckstunde, als an einigen Wipferln weiße Stellen entdeckt wurden. Aber das waren wohl kristallierte Harze des Holzes. Das Abfüllen gestaltet sich ziemlich klebrig und die Küche musste anschließend mehrmals geputzt werden. Ein paar Fläschen und Döschen konnten mit dem Sirup befüllt werden. Die kleinen Fläschchen mussten bald in größere umgefüllt werden, da der Sirup sehr zu kristallieren begann.

daham #72: Fichtenwipferl

Am Wochenende haben der kleine Prinz und der Herzkönig noch eifrig Maiwipferl gesammelt und dann zwei Gläser angesetzt, aus denen hoffentlich ein Wipferlsaft wird.

Und nach ein paar Tagen ist schon eine Veränderung zu beobachten und die Mischung fällt etwas zusammen und wird eine durchzogene Masse.

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Vor 100 Jahren im Waldviertel

Das „9“er Jahr nähert sich dem Ende, es lag daher nahe, sich mit diesem Jubiläum in der Zeitschrift „Das Waldviertel“ zu beschäftigen. Am Beispiel von Waldviertler Pfarrchroniken zeige ich, dass sich diese auf zwei große Themenbereiche konzentriert haben. Einerseits wurde die wirtschaftliche Notlage erwähnt, die auch im Zusammenhang mit der kriegsbedingten „Verrohung“ und einem religiösen und moralischen „Verfall“ gesehen wurde. Auf der politischen Ebene sorgten die sozialdemokratischen Gewinne bei den Wahlen des Jahres 1919 für große Irritation unter den geistlichen Schreibern.

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Die übrigen Beiträge widmen sich etwa den Sgrafitti am Gebäude des Horner Bezirksgerichts, den Texten Josef Haslingers und Robert Menasses, Themen wie  „Flurgrenzen, Schluchtenreißen, Hetzjagd“, einer Menschendarstellung auf einer Schale der Stichbandkeramik vor und dem ersten Sparkassen-Museum, das sich in Groß-Siegharts befindet. Waldviertler Kulturberichte, Buchbesprechungen und Mitteilungen des WHB ergänzen das 88 Seiten starke Heft Nr. 4, das als letzte Ausgabe des Jahres 2019 erschienen ist. Der Jahrgang 2019 umfasste 412 Seiten. Ein Einzelheft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro, das Jahresabonnement (inkl. Porto & Verpackung) 27 Euro.

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Ferien im Waldviertel

Der Herzkönig verbrachte mit dem kleinen Prinzen ein paar Tage im gelobten Land.

Am Programm stand Regionaltypisches, also etwa Schwammerlsuchen, wobei man nicht wirklich suchen musste, um etwas zu finden.

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Weiter ging’s mit Eiersuchen beim mobilen Hühnerstall in Groß Gerungs. Der kleine Prinz durfte als Lohn für die harte Arbeit – nachdem ihm nur ein Ei runtergefallen war – auch ein paar Eier mit nach Hause nehmen. Den Hofladen findet man übrigens hier: https://www.gerungs.at/Hofladen_Wiltschko

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Zum Dank für die gute Ernte hat man früher oftmals eine Wallfahrt unternommen; auch heute noch wird wallgefahren. Und wie es der Zufall denn so will, wurde justament und rein zufällig während der Anwesenheit der herzköniglichen Familie in der Ortschaft eine Kinderwallfahrt angeboten. Der kleine Prinz wollte zwar erst nicht an der anstehenden Wallfahrt teilnehmen, er ließ sich dann aber doch davon überzeugen. Zwar nicht mit himmlischen Freuden, sondern mit irdischen Verlockungen: er durfte mit dem Rad fahren und es wurde ihm im Anschluss ein Eis in Aussicht gestellt. Die Wallfahrt dauerte nur kurz, es ging von der Pfarrkirche in Richtung Sportplatz, am Spielplatz vorbei zur Hubertuskapelle. Begleitet wurde der Zug der Wallfahrer von einer Presseabteilung, die (fast) alles mit der Kamera für die Nachwelt festhielt: http://www.lebendiges.langschlag.info/nachrichten-details/kinderwallfahrt-zur-hubertuskapelle.html Wie es sich gehört, gab es im Anschluss noch regionaltypische Bierspezialitäten (für die erschöpften Erwachsenen) und die Kinder konnten sich am Spielplatz austoben.

Zum Abschluss des Urlaubs gings nach Gallien. Zuvor wurde noch die entgegeneilende Herzkönigin vom Bahnhof abgeholt und gemeinsam stand die letzte Aktivität am Programm. Der kleine Prinz wollte nämlich einmal fischen gehen. Ob das in irgendeinen Konnex mit der Wallfahrt zu sehen ist, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Es ist jedenfalls zu hoffen, dass die Fischer unter den 12 Aposteln sich besser angestellt haben und erfolgreicher waren.

Da der hofeigene Fischer vermutlich urlaubsbedingt nicht verfügbar war, musste die herzkönigliche Familie selbst zur Tat schreiten. Und wie: sie brauchte nämlich schon eine gefühlte Stunde, um sich mit der Auswurftechnik der Angel vertraut zu machen. Dass die kukuruzbefüllten Widerhaken keinen Hut eines Nachbarfischers gefangen haben, darf als Wunder gewertet werden. Die übrigen Fischer am Teich haben sich dann auch still und leise von uns entfernt – vermutlich wollten sie dieses Schauspiel nicht mit ansehen. Es kann natürlich aber auch sein, dass sie in Ruhe fischen wollten, denn der kleine Prinz schrie lautstark und beharrlich „Iiiich wiiiiilll auch!“ Er durfte dann auch die Angel halten und mithelfen, die gefangenen Fische einzufangen und an Land zu bringen. Es bedufte ja dann auch die Mitarbeit der gesamten herzköniglichen Familie um den jeweiligen Fisch, der noch am Haken hing, zu bändigen. Über den gesamten Vorgang wurde Stillschweigen vereinbart und auch die übrigen Fischer wurden mit entsprechenden Geldzuwendungen gefügig gemacht, nicht über das Geschehene zu sprechen.

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Worüber aber gesprochen werden darf ist, dass die an Ort und Stelle zubereiteten Fische (und ja, es blieb bei zwei Stück) vorzüglich geschmeckt haben.