Schmetterlingsparadies

Vor 10 Jahren, im Jahr 2011, wurde das Schmetterlingsparadies im Langschlägerwald geschlossen. Doch wenn man die richtigen Blumen – zum Beispiel einen Schmetterlingsstrauch – pflanzt, hat man ein solches auch im eigenen Garten.

Heft 2/2021 der Zeitschrift „Das Waldviertel“ erschienen!

„Johann Zelebor ist wahrscheinlich nur wenigen bekannt“, so beginnt der Autor Gerhard Dafert seinen Aufsatz. Johann Evangelist Zelebor wurde am 5. Februar 1815 in Eggenburg im Haus Nr. 157 geboren. Im selben Haus wurde 33 Jahre später übrigens Johann Krahuletz geboren. Doch zurück zu Zelebor: er stammte aus einfachen Verhältnissen, eignete sich autodidaktisch naturkundliches Wissen an und betrieb in seinem zoologischen Wissenschaftsgebieten Pionierforschung. Er war schließlich einer von wenigen handverlesenen Naturforschern, die an der Novara-Expedition, einer Weltumseglung der österreichischen Marine in den Jahren von 1857 bis 1859, teilnehmen konnte.

Redaktionsleiter Markus Holzweber übergibt Gerhard Dafert das druckfrische Exemplar im Rahmen einer Präsentation im Krahuletz-Museum Eggenburg. Foto: Eduard Reininger/NÖN

Herbert Neidhart stellt die Wandmalereien in der Kirche St. Anna im Felde – die afu einer vom Weitenbach umflossenen Anhöhe etwas außerhalb von Pöggstall steht – dar: darunter den Zug der Heiligen Drei Könige, die Passion Christi oder Christus am Ölberg.

Mit den Wasenmeistern und ihren Häusern beschäftigten sich Erich Broidl und Hermine Ploiner. Die Wasenmeister (auch Abdecker oder Schinder) gehörten wie die Fahrenden und Spielleute, Bader, Müller, Leinenweber, Schäfer, Scharfrichter und Schergen zu der Kategorie der unehrlichen Leute, die durch ihr anrüchiges Gewerbe der Standesehre für ihre Person verlustig gegangen waren. Die Aufgabe der Wasenmeister war es, gefallenes Vieh abzuholen, abzuhäuten und in geeigneter Form zu vertilgen, das heißt in der Regel zu vergraben. Die Wasenmeistereien waren noch bis in die 1950er Jahre tätig, ab 1952 wurden keine neuen Gewerbe mehr zugelassen und die Abholung von Kadavern erfolgte durch Tierkörperverwertungsbetriebe.

Walpurga Oppeker widmet sich einem der interessantesten Flurdenkmäler Niederöstereichs. Die sogenannte „Schaidungssäul“ – eine ehemalige Grenzmarkierung – steht seit 360 Jahren im nordwestlichen Waldviertel, dort, wo die Länder Niederösterreich, Oberösterreich und Böhmen zusammenstoßen. Joachim, damals noch Freiherr von Windhag, ließ sie 1661 dort aufstellen.

Hermann Maurer beschäftigt sich mit dem Schwedenkreuz von Reinprechtspölla. Das an der Straße von Reinprechtspölla nach Mörtersdorf stehende Steinkreuz erlangte durch die mündliche Überlieferung des Volksschullehrers und Heimatforschers Karl Süß einen großen Bekanntheitsgrad.  

Waldviertler Kulturberichte, ein Leserservice und die Mitteilungen des WHB ergänzen das 112 Seiten starke Heft (2/2021).

Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro. Ein Bezug ist über die Website www.daswaldviertel.at möglich.

Forschungsprojekt „Josef Völk“

Viel ist über die Geschichte des Nationalsozialismus – über Täter und Opfer – bekannt. Es gibt aber immer noch Lücken in der Forschung. Eine solche Lücke stellt der am 7. August 1908 in Langschlägerwald (Gemeinde Langschlag, Bezirk Zwettl) geborene Josef Völk dar. Von ihm sind bislang nicht viel mehr als seine Lebens- und Sterbedaten bekannt. Aus diesem Grund initiiert Markus Holzweber ein Forschungsprojekt, das vom Zukunftsfonds der Republik Österreich gefördert wird.

Josef Völk wurde am 7. August 1908 in Langschlägerwald im Haus Nr. 4 geboren. Sein Vater, Josef Völk (sen.), war dort Bauer. Er stammte aus Altmelon Nr. 37. Am 15. Mai 1906 ehelichte Josef Völk (sen.) in Langschlag die aus Komau Nr. 3 stammende Rosa Hinterreiter. Der Ehe entstammten sechs Kinder (Maria, Hermine, Karl, Hedwig, Hermann und Josef).

Josef Völk war vermutlich Hilfsarbeiter, war ohne festen Wohnsitz und kam nach Feldkirch in Vorarlberg. Dort wurde er im Mai 1939 wegen Einbruchs und Bettels verhaftet, büßte eine einmonatige Haftstrafe ab und wurde schließlich an die Kriminalpolizei Innsbruck überstellt. Anschließend kam er in das Konzentrationslager Dachau, später in das Konzentrationslager Mauthausen. Dort ist er am 16. Dezember 1939 gestorben.

Das geplante Forschungsprojekt begibt sich auf die Suche nach Quellen, um mehr über Josef Völk in Erfahrung bringen zu können. Es versteht sich somit als letzte Chance, die Gründe und Umstände seiner Verhaftung bzw. Einlieferung in ein Konzentrationslager in Erfahrung bringen zu können. Hinweise zur Familie Völk aus Langschlägerwald, speziell zu Josef Völk, nimmt Projektleiter Markus Holzweber sehr gerne entgegen:

Dr. Markus Holzweber, 0664 283 6789, jessasnablog@gmail.com

Dinosaurierknochen?!

Im Rahmen eines Ausfluges im gelobten Land konnten der kleine Prinz und der Herzkönig eine unglaubliche Entdeckung machen. Der kleine Prinz war derart aufgeregt, dass er höchstselbst alle nötigen Schritte in die Wege leiten wollte: die Fundstelle sichern, die hofeigenen Experten vom Naturhistorischen Museum hinzuziehen und die örtliche Presse informieren… denn schließlich vermutete er den ersten Fund von Dinosaurierknochen!

Der Herzkönig – seines Zeichens auch oberster Jägermeister des Landes – musste jedoch den kleinen Prinzen herb enttäuschen. Vielleicht beim nächsten Mal….

Heft 1 der Zeitschrift „Das Waldviertel“ mit Beiträgen zu Wirtschaft und Arbeit erschienen

Für das erste Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ im Jahr 2021 finden sich Beiträge, die man unter dem Rahmenbegriff „Wirtschaft und Arbeit – damals und heute“ zusammenfassen kann.

Martin Heintel, Markus Speringer und Judith Schnelzer haben bereits im Heft 4/2020 einen ersten Beitrag zum Thema „Die demographischen Prozesse und Strukturen der Leaderregion Südliches Waldviertel-Nibelungengau“ beigetragen. Es folgt nun eine Analyse der Wirtschafts- und Arbeitsmarktsituation in der Leaderregion. Für die 33 Gemeinden wird die Anzahl, die Qualifikation und der Status der Erwerbsbevölkerung erhoben. In weiterer Folge werden Einblicke in das Pendelverhalten, die Betriebsstruktur sowie in das Einkommens- und Preisniveau gegeben.

Wirtschaftsbeziehungen sind von Verbindungen abhängig. Der Weitrarer Historiker Wolfgang Katzenschlager begibt sich daher auf die Suche nach einer alten Fernstraße nach Böhmen. Er weist nach, dass diese Straße erst im 20. Jahrhundert an Bedeutung verloren hatte und nur mehr als Verbindung einiger Dörfer in der Umgebung von Weitra dient.

Anton Distelberger beschäftigt sich mit dem Leben und dem Wirken der beiden Dorfschullehrer Ferdinand Chaloupek und Wilhelm Szabo. Chaloupek, der in Gmünd aufgewachsen ist, unterrichtete in mehreren Schulen in Niederösterreich und wurde 1950 zum Direktor an der Hauptschule in Krems berufen. Von 1959 bis 1966 gehörte er für die SPÖ dem Nationalrat an. Wilhelm Szabo wuchs in Lichtenau auf und kam im Jahr 1922 er nach Siebenlinden als Lehrer. In seinen Erinnerungen berichtete er über die tristen wirtschaftlichen Verhältnisse: Die örtlichen Wirte weigerten sich, den jungen Lehrer in Kost zu nehmen und schlugen vor, dass er sich bei den Bauern verköstigen möge: „Wie der Mann aus der Fabel, der sich durch einen Hirsebrei frißt, aß ich mich durch die vier Dutzend Gehöfte, in der Reihenfolge der Hausnummern und nach der Einkehr im letzten wieder von vorne beginnend.“ (S. 47)

Zu einer Dynastie von Glasmachern forscht Ondrej Šály. Auch sein Name steht in Bezug zu dem in der Topographia Windhagiana im Jahr 1656 erwähnten Namen „Schally“. Der Nachname kommt in den Archivalien in vielen Variationen vor: als Schalli, Scha̋lly, Schaly, Schali, Shälly, Schaily, Saly, Šály. Dadurch werden aber auch grenzübergreifende Verbindungslinien (von Österreich in die Slowakei) deutlich, die der Autor hier nachzeichnet.  

Mit einer weiteren Lehrerpersönlichkeit beschäftigt sich Renate Seebauer. Karl Süß war ab etwa 1891 Lehrer (später auch Direktor) in Reinprechtspölla und er war wohl der erste, der heimatkundliche Sagensammlungen aus dem Horner Raum publizierte.

Waldviertler Kulturberichte, ein Leserservice und die Mitteilungen des WHB ergänzen das 112 Seiten starke Heft (1/2021).

Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro. Ein Bezug ist über die Website www.daswaldviertel.at möglich.

Eine harte Nuss

Im Zuge des Ausflugs ins gelobte Land konnten bei den großelterlichen Haselnussstauden Nüsse gesucht werden. Nach langer Suche konnten der kleine Prinz und der Herzkönig dann doch eine Handvoll Haselnüsse am Boden entdecken.

Nun stellte sich die Frage, wie man diese am besten knacken sollte. Zum Glück war dem kleinen Prinzen eine Folge von Checker Tobi in Erinnerung geblieben, in der es um Nüsse und auch um das (erfolglose?) Nussknacken ging. Somit hatte er gleich eine Idee und wollte die Nüsse aufschießen.

Nun, ganz so erfolgreich war diese Methode nicht: falls man eine Nuss traf, flog diese durch die Luft und war nicht mehr gesehen. Naja, dann half nur mehr der Hammern. Dieser knackte die Nüsse einwandfrei, nur in den Nüssen war nichts mehr drinnen! Da war wohl jemand schneller, wie man an den Löchern an den Nussschalen zweifelsfrei erkennen konnte.

Neues zur Kinderlandverschickung

Der Herzkönig konnte in der Zeitschrift Museum für alle einen weiteren Beitrag zur Kinderlandverschickung veröffentlichen.

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Nachdem inmitten des Zweiten Weltkrieges die ersten Bomben auf deutsche Städte gefallen waren, wollte man die „Zukunft des Reiches“ – die Kinder und Jugendlichen – schützen. Sie wurden daher von einem „bombengefährdeten“ Teil des Landes in einen anderen gebracht. Auf Anordnung Adolf Hitlers vom 27. September 1940 sollte sich die Jugend aus den Städten für eine bestimmte Zeit in ruhigen, ländlichen Gegenden erholen und so die Schrecken des Krieges vergessen können. Als Bezeichnung wählte man den Begriff „erweiterte Kinderlandverschickung“ und die Abkürzung „KLV“. Unter dieser Abkürzung wurden Schätzungen zufolge mehr als zwei Millionen Kinder „verschickt“, manche für einige Wochen und Monate, andere für Jahre und bis zum Kriegsende.

Der Gau Niederdonau galt als sicher und hierfür wurde die Aufnahmekapazität von 10 000 Personen festgelegt. Daher wurden in vielen kleinen Orten Unterkünfte geschaffen, viele davon in Fremdenverkehrsgebieten, etwa in der Wachau oder am Semmering. In 105 Orten wurden 233 Aufnahmequartiere (KLV-Lager) eingerichtet, in denen eine ganztägige Betreuung, eine entsprechende Verpflegung und ein vollwertiger Unterricht sichergestellt werden mussten. Im Waldviertel sind folgende Ortschaften als Aufnahmeorte der Erweiterten Kinderlandverschickung bekannt: Allentsteig, Drosendorf, Els, Emmersdorf, Gars am Kamp, Geras, Joching, Maria Taferl, Persenbeug, Raabs an der Thaya, Spitz an der Donau, St. Oswald, Stiefern, Weiten, Weitenegg, Ysper und Zöbing. In all diesen Ortschaften wurden KLV-Lager eingerichtet, in denen regelmäßig Kinder und Jugendliche untergebracht wurden.

Für den Bezirk Waidhofen an der Thaya sind mit Ausnahme von Raabs an der Thaya keine eigenstängigen KLV-Lager bekannt. Aber auch zu Raabs ist nur wenig bekannt. In der Zeitschrift Donauwacht findet sich am 16. Dezember 1942 ein Hinweis: „Wohl in der schönsten Gegend“ – also in Raabs an der Thaya, befindet sich ein solches Lager, in das im Frühjahr 1943 wieder eine neue Belegschaft einziehen wird, die dort für einige Monate „Erholung, Ruhe und Erleben“ finden wird.

Vielleicht kann sich auch noch der eine oder andere Leser an „verschickte“ Kinder und Jugendliche im Bezirk Waidhofen an der Thaya oder im heutigen Niederösterreich erinnern. Informationen nimmt der Autor gerne entgegen.

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