Papas Bierglas

Aus dem Bierglas (es eignet sich aber auch ein Glas mit Apfelsaft) des Herzkönigs lässt sich nicht nur vorzüglich trinken, es dient auch als Kulisse für Fotografien. Da dem kleinen Prinzen etwas langweilig war, hat er hinter dem Glas seine Autos versteckt und durch das Glas betrachtet. Diese Momente fanden derart Gefallen, dass sie auch festgehalten werden mussten.

Neues zur Kinderlandverschickung

Der Herzkönig konnte in der Zeitschrift Museum für alle einen weiteren Beitrag zur Kinderlandverschickung veröffentlichen.

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Nachdem inmitten des Zweiten Weltkrieges die ersten Bomben auf deutsche Städte gefallen waren, wollte man die „Zukunft des Reiches“ – die Kinder und Jugendlichen – schützen. Sie wurden daher von einem „bombengefährdeten“ Teil des Landes in einen anderen gebracht. Auf Anordnung Adolf Hitlers vom 27. September 1940 sollte sich die Jugend aus den Städten für eine bestimmte Zeit in ruhigen, ländlichen Gegenden erholen und so die Schrecken des Krieges vergessen können. Als Bezeichnung wählte man den Begriff „erweiterte Kinderlandverschickung“ und die Abkürzung „KLV“. Unter dieser Abkürzung wurden Schätzungen zufolge mehr als zwei Millionen Kinder „verschickt“, manche für einige Wochen und Monate, andere für Jahre und bis zum Kriegsende.

Der Gau Niederdonau galt als sicher und hierfür wurde die Aufnahmekapazität von 10 000 Personen festgelegt. Daher wurden in vielen kleinen Orten Unterkünfte geschaffen, viele davon in Fremdenverkehrsgebieten, etwa in der Wachau oder am Semmering. In 105 Orten wurden 233 Aufnahmequartiere (KLV-Lager) eingerichtet, in denen eine ganztägige Betreuung, eine entsprechende Verpflegung und ein vollwertiger Unterricht sichergestellt werden mussten. Im Waldviertel sind folgende Ortschaften als Aufnahmeorte der Erweiterten Kinderlandverschickung bekannt: Allentsteig, Drosendorf, Els, Emmersdorf, Gars am Kamp, Geras, Joching, Maria Taferl, Persenbeug, Raabs an der Thaya, Spitz an der Donau, St. Oswald, Stiefern, Weiten, Weitenegg, Ysper und Zöbing. In all diesen Ortschaften wurden KLV-Lager eingerichtet, in denen regelmäßig Kinder und Jugendliche untergebracht wurden.

Für den Bezirk Waidhofen an der Thaya sind mit Ausnahme von Raabs an der Thaya keine eigenstängigen KLV-Lager bekannt. Aber auch zu Raabs ist nur wenig bekannt. In der Zeitschrift Donauwacht findet sich am 16. Dezember 1942 ein Hinweis: „Wohl in der schönsten Gegend“ – also in Raabs an der Thaya, befindet sich ein solches Lager, in das im Frühjahr 1943 wieder eine neue Belegschaft einziehen wird, die dort für einige Monate „Erholung, Ruhe und Erleben“ finden wird.

Vielleicht kann sich auch noch der eine oder andere Leser an „verschickte“ Kinder und Jugendliche im Bezirk Waidhofen an der Thaya oder im heutigen Niederösterreich erinnern. Informationen nimmt der Autor gerne entgegen.

Zum Artikel als pdf.

Die höchste Schaukel

Nach dem Besuch im Museum gings entlang des Dionysosweges zur höchsten bislang entdeckten Schaukel! Und dort durfte der kleine Prinz auch einige Turnkünste auf der Schaukel vorführen, von denen er behauptete, dass sie schwer verboten seien (offenbar meinte er damit Schaukeleinlagen im Kindergarten!).

Auf zum „Nitsch“!

Wir fuhren zum „Nitsch“ in sein Museum in Mistelbach. Der kleine Prinz war relativ schnell bei den Bildern in der großen Halle. Bei den kleinen Bildern verblieb er etwas länger, da hier der kunstsinnige kleine Prinz mit gewagten Thesen aufwarten konnte. Er war sich nämlich ziemlich sicher, dass bei einem der Bilder der Künstler Nitsch Hilfe von einem Kindergartenkind bekommen haben musste. Diese Erkenntnis wird noch für viel Diskussion innerhalb der kunsthistorischen Zunft sorgen.

Einige Kunstfreuden blieben dem kleinen Prinz verwehrt: ein Raum mit Einblicken in seine Aktionen war nämlich erst für 16-jährige freigegeben. Ein anderer Raum mit Leuchtinstallationen wurde aber noch ausgiebig für Schattenspiele genutzt.

Erster Ferientag

Und was macht der kleine Prinz: er „muss“ arbeiten. Also sitzt er da und schreibt, was genau das bleibt den herzköniglichen Eltern unerschlossen. Allerdings überlegen sie, das Babyphon wieder Tag und  Nacht anzustellen… irgendwie hat sie die Stelle mit dem „Fluchtfahrzeug“ stutzig gemacht.

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Neue Ausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ zu Wahlergebnissen in Österreich und Tschechien in der Zwischenkriegszeit

Thomas Hoffmann analysiert die Wahlen in den „13 Gemeinden“ in Österreich und der Tschechoslowakei in der Zwischenkriegszeit. Dieses Gebiet, das in Tschechien als „Vitorazsko“ bekannt ist, kam erst im Jahr 1920 nach er Unterzeichnung des Vertrags von Saint Germain zum tschechoslowakischen Staat. Das führte dazu, dass in den „13 Gemeinden“ die österreichischen Wahlen zur Konstituierenden Nationalversammlung vom 16. Februar 1919 stattfanden, danach jedoch Wahlen innerhalb des tschechoslowakischen Staates. Einleitend stellt er das Parteiensystem in den beiden Ländern dar, in Österreich waren die größten Parteien die Sozialdemokratische Arbeiterpartei und die Christlichsoziale Partei. In der Tschechoslowakei gab es ebenfalls Parteien aller politischen Richtungen wie auch solche, die nach ethnischen Kriterien aufgespalten waren (etwa tschechische, slowakische, deutsche und ungarische Parteien). In seiner Analyse konnte er eine Kontinuität – etwa in Form einer Dominanz des linken Parteispektrums – feststellen.

Einen Blick auf die Archivalien des Gymnasiums Horn wirft Rudolf Malli. Schulen des Bundes, der Länder und Gemeinden sind grundsätzlich nicht verpflichtet, ein Schularchiv zu führen. Ein solches Unterfangen lohnt sich allerdings allemal, da doch eine Fülle an Amtsschriften, Unterlagen und Sammlungsstücken im Laufe der Geschichte einer Schule anfallen. Dieser Fundus steht somit für Ausstellungen, Präsentationen oder Festschriften anlässlich von Jubiläen zur Verfügung. Malli plädiert in diesem Sinn für die Schaffung eines Kustodiates mit einer entsprechenden Abgeltung.

Hermann Maurer widmet seinen Beitrag zu Oberflächenfunden aus jungsteinzeitlichen Siedlungen des östlichen Randgebietes des Waldviertels Friedrich Berg anlässlich seines 90. Geburtstages. Aus Mold stellt er furchenstichverzierte Gefäßreste vor, aus Strögen etwa eine notenkopfverzierte Scherbe und aus Reikersdorf (Bezirk Hollabrunn) ein Kupferbeil.

Das Schloss Felling in der Gemeinde Gföhl, das Beate Ponsold beschreibt, befindet sich an der nördlichen Ortseinfahrt des Dorfes Felling. Das heutige zweigeschoßige Gebäude hat seinen Ursprung im frühen 14. Jahrhundert und erlebte neben verschiedenen Besitzern auch Einstürze, Brände, Umbauten, Erweiterungen sowie Aufstockungen.

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Waldviertler Kulturberichte ergänzen das 96 Seiten starke Heft (2/2020).

Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro und ist unter www.daswaldviertel.at zu beziehen.