Aufzüge sind auch nicht mehr das was sie einmal waren

Der Herzkönig hat am Wochenende einige Besuche mit der königlichen Familie absolviert. Dabei stieß er auf ein Phänomen, dass ihm bei allen Liften irgendwie mulmig wurde. Allen gemeinsam war nämlich, dass beim Lifteingang ein Zettel mit guten Ratschlägen für allfällige Notfälle angebracht war:

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Der Herzkönig bestieg diesen Lift durchaus wagemutig, denn er hat sich nicht vorab informiert, ob denn in diesem Haus überhaupt noch ein Hausbesorger tätig ist oder dieser vor 20 Jahren in Pension ging… Aber egal, die Schlusszeile stimmte ihn positiv – es kann ja nichts passieren – und so stieg er mitsamt der königlichen Familie ein.

Etwas später, ein anderes Haus, ein anderer Lift und auch hier war es nicht sicher, ob der Lift denn in Ordnung ist, denn gleich am Eingang wurde auf die Möglichkeit einer Störung hingewiesen. Aber auch hier forderte der Herzkönig sein Glück heraus.

 

Zukünftig wird der Herzkönig darüber nachdenken, ob er die amtierende Regierung damit beauftragen wird, wieder über den verpflichtenden Einbau von Paternosteraufzügen zu beratschlagen.


Der Frühling kommt…

Ein bisschen Sonne und schon treibts die herzkönigliche Familie auf den Spielplatz, nicht nur die, auch die ersten Blüten ragen in die Höhe. Juhu.

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Wer arbeitet da spätnachts – Teil 3!!!

Eines Abends wollte der Herzkönig mit seiner Herzkönigin einen entspannten Abend auf der Couch verbringen. Doch weder das Angebot, einen Film nach Wahl der Herzkönigin zu sehen, noch das hochheilige Doppelversprechen (nicht einzuschlafen und nicht schnarchen) konnten die Herzkönigin zum abendlichen Entspannen überreden. Nein, sie hätte was zu tun, hieß es. Dann tat sie was sie tun musste, Kenner der Szene nennen es Basteln.

Der Herzkönig widmete sich dann schließlich interessanten TV-Dokumentationen über den Kalten Krieg, die DDR, Whale Wars und schaute in Werbeunterbrechungen – wie es sich für einen Ehemann gehört – immer wieder nach der Herzkönigin. Was er sah, irritierte ihn zutiefst.

Die Herzkönigin bastelte Buchstaben?! Nun, dachte der Herzkönig, die Herzkönigin würde doch nicht im Ernst schon Buchstaben für den kleinen Prinzen basteln? Das Angel-Spiel fand er großartig. Aber Buchstaben, für einen fast Dreijährigen? Frühförderung ist schon gut, aber was fängt ein Kleinkind mit Buchstaben an? Der Herzkönig wollte schon zu einem Vortrag über Förderung der motorischen Fähigkeiten, insbesondere im Ballspiel für die Talentscouts des FC Barcelona, ansetzen, da war die Werbepause auch schon vorbei.

Am nächsten Tag – seinem freien Tag – brachte er den kleinen Prinzen zum Kindergarten und blieb beim Heimkommen fast an einer über die Tür gespannten Kette mit allerlei Buchstaben hängen.

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Das war also die Bastelei, die Herzkönigin hat die ganze Nacht Buchstaben ausgeschnitten und zusammengeklebt, um ihren Herzkönig an das 10-Jahre-Kennenlern-Jubiläum zu erinnern. Dass sich die Herzkönigin vor genau 10 Jahren dem noch in den wilden Zwanzigern steckenden Herzkönig angenommen hat und bis heute ausgehalten hat ist ja fast nicht zu glauben. Der Herzkönig wird seine innige Freude durch die herzkönigliche Amtskanzlei an die Öffentlichkeit tragen und auch seine Herzkönigin nicht unbedankt im Regen stehen lassen. Die Amtskanzlei werde prüfen, welche Titel die Herzkönigin noch nicht besitzt – etwa Infantin oder Großwojwodin: aber vielleicht braucht es gar keine so aufgemotzten Titel und der Herzkönig ernennt seine Herzkönigin einfach zum Hasi auf Lebenszeit!

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Zeitgeschichte update: Schwerpunkt 1938

In seiner neuen Funktion als „Professor“ und dem damit verbundenen bildungswissenschaftlichen Auftrag weist der Herzkönig auf folgende zeitgeschichtlichen Veranstaltungen hin:
  • Die „ZEITUHR 1938“ bietet eine 24-Stunden-Multimedia-Rekonstruktion der Machtergreifung des Nationalsozialismus in Österreich bietet
    › am Ballhausplatz: Projektion am Bundeskanzleramt / 11. März 2018, 18:00 Uhr bis 12. März 2018, 3:00 Uhr
    › im Internet: zeituhr1938.at / 11. März 2018, 18:00 Uhr bis 12. März 2018, 18:00 Uhr
  • Der ORF zeigt 38 Kurz-Spots, die in der Verbindung von Original-Zitaten aus den Tagen rund um den Anschluss 1938 stehen: http://extra.orf.at/1938-zeitzeugnisse
  • Darüber hinaus gibt es einen zeitgeschichtlichen „Menschen & Mächte“ – Echtzeit-Schwerpunkt: http://tv.orf.at/highlights/programmschwerpunkt/1938_der_anschluss100.html
  • Von 12. – 13. März 2018 findet die internationale Tagung
    „Anschluss“ im März 1938: Nachwirkungen auf die Medizin und Gesellschaft
    im Van Swieten Saal der MedUni Wien statt. Nähere Informationen unter: www.meduniwien.ac.at
  • Am 13. März findet um 18 Uhr die Eröffnung der Ausstellung „Die Wiener Medizinische Fakultät 1938 bis 1945“ statt: www.josephinum.ac.at
  • An der Uni Wien wird zwischen 5. und 7. April 2018 der „Österreichische Zeitgeschichtetag 2018“ (ZGT18) ausgerichtet. Das Motto der ZGT18 lautet „Geschichte wird gemacht“. Herzstück der Tagung sind 44 Panels mit über 150 Vorträgen, die Einblicke in aktuelle Debatten geben und Orte offener Diskussionskultur sein sollen. Drei Ausstellungen, zwei Podiumsdiskussionen, ein Festvortrag und ein Kabarettabend mit Florian Scheuba im Audimax der Universität Wien stellen weitere Highlights der Veranstaltung dar. Informationen: Tagungshomepage.

Ernennung zum Professor

Der Herzkönig freut sich bekannt geben zu dürfen, dass er vom Werkskundendienst seines Vertrauens, das die Ehre hatte, den Geschirrspüler zu reparieren, einen neuen Titel verliehen bekommen hat.

Der Reihe nach: Der Geschirrspüler machte eines Tages ein seltsames Geräusch und daraufhin knallte der Deckel ungebremst hinunter. Schienbein und Knie blieben unbeschadet, auch der kleine Prinz war in dem Moment weit weg. Aber über kurz oder lang musste die herunterfallende Tür repariert werden. Also Werkskundendienst, der mit der Reparatur etwa eine halbe Stunde benötigt hat. Als es ans zahlen ging, musste sich der Herzkönig ob des Betrages erst mal setzten. Als er dann aber durch die Rechnung Zeuge einer in dem Moment stattfindenden Titelverleihung wurde, konnte er nicht anders und musste ergriffen aufstehen und sich beim Werkskundendienst bedanken. Der Herzkönig ist nun nicht mehr bloß „zu allen Zeiten Mehrer des Reiches“, und Inhaber diverser Ehrenbekundungen, sondern nun auch Professor.

Die königliche Amtskanzlei wird sich in einem Schreiben beim Werkskundendienst bedanken und in zum k.k. Werkskundendienst ernennen. Für zukünftige Ehrenbezeugungen ist der Herzkönig natürlich offen. In seiner Sammlung würden noch ein paar „Räte“ fehlen, etwa Betriebs-, Regierungs-, Amts-, Hof- oder Bundesrat.

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Wer arbeitet da spätnachts – Teil 2!

Wie versprochen, nun der zweite Teil der Geschichte. Als der Herzkönig jetzt aber wirklich hundsmüde nach Hause kam, brannten überall noch Lichter. Einen kurzen Moment überlegte er, ob er einen gedanklichen Rückfall hatte – ihm war es nämlich noch sehr gut erinnerlich, dass der kleine Prinz in seinen ersten Monaten die Nacht auch mal mit dem Tag verwechselt konnte und zu Unzeiten putzmunter war. Allerdings, da keine Kinderlaute zu vernehmen waren, betrat der Herzkönig nicht mehr ganz so skeptisch die Wohnung. Es muss natürlich noch der mitlesenden Herzkönigin gesagt werden: den ganz kurz aufblitzenden Gedanken, doch den Wirten des Vertrauens aufzusuchen, verwarf er in dem Moment.

Auf der Couch fand er seine Herzkönigin beim Basteln vor. Stoffreste lagen herum, ein paar Holzstäbe, Fäden und sonstiges nicht definierbares Zeugs. Als der Herzkönig dann auch noch in ein paar aufklebbare Augen blickte, verzichtete er sogar aufs Zähneputzen und verzog sich ins Bett. Am nächsten Morgen konnte das Geheimnis gelüftet werden. Die Herzkönigin bastelte eine Magnetangel und allerlei „Zeugs“, das geangelt werden wollte: Fische, ein Krokodil, ein Wal, eine Biene, eine Blume, ein Käfer, ein Frosch … und vermutlich auch ein paar Autoreifen gab es zu angeln!

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Vom bastlerischen Talent der Herzkönig überwältigt, wurde das Spiel sogleich ausprobiert. Der kleine Prinz fand so sehr gefallen daran, dass er kurzerhand beschloss, das eigene Bett in ein Boot umzufunktionieren. Aus dem Kasten holte er auch Schwimmreifen und Schwimmflügerl und die „Fischer“ wurden auch mit entsprechender Kopfbedeckung aus dem Fundus des kleinen Prinzen ausgestattet. Warum der kleine Prinz unbedingt beim Fischfangen dann auch noch Handschuhe tragen musste, entzieht sich all unserer Kenntnis. Vermutlich sicherheitshalber, falls wir mit dem Boot rausfahren müssen und da draußen hat es ja gerade minus 10 Grad.

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Wer arbeitet da spätnachts – Teil 1?

Freitag gegen 21:30. Der Herzkönig ist zwar hundsmüde, aber doch noch – gemeinsam mit seinem „Kollega“ – unterwegs zu einem spätabendlichen Event. Auf dem Weg dorthin passierte er die Wiener Schenkenstraße und war plötzlich geblendet – nicht vom Straßenlicht, sondern vom Computerraum im Untergeschoß des Uni-Gebäudes, der die Umgebung hell erleuchtet hat.

In meiner Studentenzeit gingen die (eigenen) Lichter im ersten Semester Freitag mittags aus, später in einer zwei-Tage-Woche am Mittwoch. Montag und Freitag war zu der Zeit selten jemand an der Uni anzutreffen. Und in Ferienzeiten (im Februar sind ja bekanntlich Semesterferien) war eigentlich niemand da. Heutzutage haben die Uni-Computer wohl auch noch Nachtbereitschaft für besonders arbeitswillige Studierende? Oder laufen die Computer einfach so?

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Als der Herzkönig spätnachts nach Hause kam, lief zwar kein Computer, dafür brannte Licht und irgendjemand hat zu dieser unchristlichen Zeit auch noch gearbeitet: wer es war bzw. was hier nachts gearbeitet wurde kommt im zweiten Teil.

Asphalt + Zaun = Pflanzenfläche?

Neulich drehte der Herzkönig eine Runde und musste plötzlich stehenbleiben, denn ein Zaun versperrte ihm den weiteren Weg. Als jemand, der nicht unweit des Eisernen Vorhangs aufgewachsen ist, hat es der Herzkönig nicht unbedingt mit Zäunen, aber die Message, die an diesem Zaun angebracht war, lies ihn dann schon schmunzeln. Und so nahm er den kleinen Umweg, auch ohne wie ein Rohrspatz zu schimpfen, in Kauf.

Fraglich bleibt, ob auf dieser Asphaltfläche doch tatsächlich noch irgendwann Grünzeug sprießen wird. Hier gilt es abzuwarten und dem Amtsschimmel zu vertrauen. Der Herzkönig wird sein Möglichstes versuchen, das Anwachsen des Rasens und der Staudenpflanzen dort tatkräftigst zu unterstützen – aber es wird schwer werden, selbst der Hund wollte beim Gassigehen mangels Grünflächen dort nicht düngen. Beim ersten Hinschauen hat der Herzkönig noch zierliche Pflanzensprösslinge ausgemacht, bei einer genaueren Betrachtung erwiesen sie sich als bloße „Tschickstummel“.

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Traumjob im Damenstift

Beim Durchstöbern der Tageszeitung fiel dem Herzkönig folgende Jobausschreibung in die Hände. Falls der eigene Brötchengeber hier mitliest, sei darauf hingewiesen, dass der Herzkönig nicht für sich selbst eine neue Herausforderung sucht, sondern natürlich für den kleinen Prinzen.

Der Herzkönig ist nämlich selbst der Meinung, dass es nie zu früh ist, mit einer geregelten Arbeit (auch für herzkönigliches Blut) zu beginnen. Der Herzkönig wuchs in der kapitalistisch-katholischen Arbeitswelt auf und verdiente sich seine ersten Millionen in der Volksschule als Ministrant. Das waren immerhin drei Schilling pro Sonntagsmesse. Hinzu kam noch ein entsprechendes Trinkgeld, wenn man noch für die eigene Verwandtschaft  die Zeitung aus dem Zeitungsständer holte. Begräbnisse, Taufen und Hochzeiten waren besser bezahlt und gekrönt wurde der Jahresverdienst beim österlichen Ratschen. Da der Herr Pfarrer sich darum nicht kümmern wollte, haben die örtlichen Ministranten das selbst erledigt, allerdings auch den gesamten Verdienst untereinander aufgeteilt. Bausparverträge konnten eingezahlt werden, Kredite konnten bedient werden, … das war ein Leben!

Aber zurück zum Thema, beim Durchsuchen der Stellenanzeigen fiel dem Herzkönig folgende auf. Im ersten Moment blieb er am Wort „Damenstift“ hängen und assoziierte diesen Begriff leider völlig falsch. Im Hinterkopf drängten sich leider Erinnerungen an die Comics von  Walter Moers. Da gibt es eine Szene, in der der Großvater ein Seniorenstift aufsucht.

Bei dieser Stellenanzeige einer herzoglichen Stiftung hat dann der Herzkönig doch etwas genauer geschaut, vielleicht wollte die Stiftung ihrem Herzkönig ja auch etwas vermachen. Und  bis auf einen Punkt passt diese Anzeige auf den Herzkönig wie die Faust aufs Auge. Er verfügt – zumindest gegenüber dem Parlament – über kein nennenswertes Einkommen. Sein Lebenswandel ist – mit Ausnahme der Zeit in der Hauptschule – untadelig. Und sein Bekenntnis zur römisch-katholischen Religion hat er als Ministrant zweifelsfrei unter Beweis gestellt. Allerdings unterstützt das hier genannte Damenstift nur Personen des weiblichen Geschlechts. Somit wird er dieser Stiftung den herzoglichen Titel sicherheitshalber bei nächster Gelegenheit entziehen.

In Bezug auf die Jobsuche wird sich der Herzkönig mit dem kleinen Prinzen einfach beim nächsten Inserat melden und Topmodel werden!

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Das Inserat habe ich als fürsorglicher Herzkönig gleich auch meiner Herzkönigin weitergeleitet, allerdings wohlwissend, dass es mit den gestellten Anforderungen schlecht bestellt ist. Sie hat aber ja irgendetwas mit „Theater“ studiert, vielleicht kann sie bei einer Bewerbung ihr schauspielerisches Talent unter Beweis zu stellen.

 

Stadtspaziergang: Geschäftszeiten

Beim Bummeln durch eine Wiener Geschäftsstraße blieb der Herzkönig an einem Geschäft stehen. Man kann ja nie wissen, vielleicht gibt es ein Schnäppchen zu erstehen. Oder man entdeckt ein Mitbringseln, das die Herzkönigin oder den kleinen Prinzen erfreuen wird.

Allerdings dieses besagte Geschäft hatte leider an diesem Nachmittag geschlossen und der Blick auf die Geschäftszeiten ließ die Hoffnung des Herzkönigs auf einen erfolgreichen Einkauf schwinden…

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Die unten angebrachte Zusatzinformation zu den Öffnungszeiten könnte man jedoch noch (je nach Wetterfestigkeit des Geschäftsinhabers) erweitern:

  • Bei Schönwetter (Freibadzeit) ist das Geschäft geschlossen.
  • Bei leichter Bewölkung ist das Geschäft offen, beim ersten Regentropfen wird sofort geschlossen.
  • Im Sommer Urlaub, im Winter geschlossen; dazwischen ja nach Wetterlage.
  • Offen: immer, außer es freut den Geschäftsinhaber grad nicht.

Weitere Ideen können gerne in der herzköniglichen Amtskanzlei deponiert werden (jessasnablog@gmail.com); den besten Vorschlag bringt der Herzkönig in Form eines Post-it’s beim nächsten Besuch persönlich darunter an.