Festivals for Kids in Wien

„Statt Sex, Drugs und Rock’n Roll – nur mehr Butterkeks und Sanostol“. So hat meiner Erinnerung nach Lukas Resitarits seine Erfahrungen des Älterwerdens in einem Kabarettprogramm wiedergegeben. Die herzköniglichen Eindrücke des Elternwerdens lassen sich ähnlich (wenn auch nicht so gut gereimt) zusammenfassen: „Statt Avalon, Frequency und Roskilde – nur mehr übers Mistfest im Bilde“. Zugegeben, bei Roskilde fuhr der Herzkönig nur mit dem Auto vorbei, aber das immerhin zeitnahe zum Festival.

Der Reigen der Feste in Wien wird mit dem Feuerwehrfest am Hof eröffnet, es folgen das Erntedankfest, das Fest der Wiener Polizei, das Kinderfreundefest, das Mistfest und das Wiener Sicherheitsfest, das mit dem Anrollen der Bundesheerpanzer Hand in Hand geht.

Über die Festaktivitäten gibt es nicht mehr viel Neues (das Fest der Feuerwehr wurde 2017 ausführlich gewürdigt) zu berichten, als dass sich der kleine Prinz schon so gut auskennt, dass er zielstrebig zum MA48-Stand geht, dort das Müllspiel mehr oder weniger bravourös absolviert und dafür ein paar Gummibärchen erhält. Auch war er schon relativ gut im „Abstauben“ von Geschenken, wenn auch zielgerichtet. Luftballons des Außenministeriums nahm er nicht, das Packerl Schnitten schon (welch Wunder). Und irgendwie ergatterte er sich auch ein Sackerl eines Trauerraums und gleich dazu Pflaster von der AUVA. Das Highlight war der Stand des ÖAMTC-Rettungshubschrauber, da gabs ein Pixie-Buch, Luftballons und einen Minirettungshubschrauber.

Bei all den Festivitäten gab es aber immer wieder etwas Neues zu entdecken, etwa den echten Rettungshubschrauber am Rathausplatz oder den eingeschlafenen Landwirt beim Erntedankfest.

In diesem Beitrag wird noch eine Neuigkeit präsentiert: erstmals werden Aufnahmen des kleinen Prinzen mit dem Handy des Herzkönigs der Öffentlichkeit vorgestellt – welche dies sind, darf erraten werden. Die herzkönigliche Amtskanzlei gibt über die rechtmäßige Urheberschaft der Bilder auf Anfrage mehr oder weniger gerne Auskunft.

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Häusl am…

In Wien gibt es ja einige Lokalitäten mit merkwürdigen Namen, etwa „Häusl am Stoa“ oder „Häusl am Roa“. Um eine Facette reicher wurde das Spektrum um das „Häusl vor der Tür“ oder „Häusl zwischen Tür und Tor“, wobei es sich dabei nicht um Lokale wie bei den beiden erstgenannten Häusln handelt, sondern um ein Häusl im Sinn von Toilette, mobiler Toilette um genauer zu sein.

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Wenig besser wird das Bild (das oben auch die herumgestikulierende Hand der Herzkönigin zeigt – damit der dioptrieengeplagte Herzkönig ja auch das richtige Objekt fotografiert) in der Gesamtschau und der am Nationalfeiertag obligatorischen Flagge.

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Handytrendsetter?

Nach einem wochenendlichen Besuch im „gelobten Land“ kann der Herzkönig berichten: er ist nicht alleine und offenbar ist ein neuer Trend zu beobachten.

Doch von vorn: bei einem Treffen mit alten Bekanntschaften zückte doch einer sein vorsintflutliches „Old-school-Handy“ und war nach dem Telefonat sichtlich irritiert, dass ihn keiner mit Worten wie „das soll ein Handy sein“ oder „a so eines hatte ich auch vor 15 Jahren“ ansprach. Stattdessen legte jeder der Runde sein „aktuelles“ Handy auf den Tisch:

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Man fühlte sich wie in alten Zeiten, denn es war kein einziges Wischerhandy dabei! Die gezeigten Handys mögen für eine wirkliche Revolution am Handymarkt vermutlich zu wenig repräsentativ sein, allerdings ein Trend scheint sich abzuzeichnen!?

Der Herzkönig hat über seine Neuerwerbung jedenfalls an anderer Stelle ausführlich berichtet, im Übrigen: den alten Klingelton hat er bis heute nicht überspielen können.

Egal: der Nostalgie wegen sei hingewiesen: das erste Handy war auch ein Nokia 6110 aus dem Jahr 2000, in Erinnerung blieb auch das spätere Siemens C55, von dem der Herzkönig mehrere besaß und die als Ersatzteillager fungierten – bis eben keine Ersatzteile mehr übrig waren…

 

 

Hilfe – was soll ich anziehen?

Der Herzkönig besucht seit langer Zeit wieder eine abendliche Veranstaltung, allerdings diesmal alleine. Und – um Fragen vorzubeugen – natürlich hat er seine Herzkönigin gefragt, ob sie zu diesem Event mitkommen möchte. Sie hat zuerst milde lächelnd aber dankend abgelehnt. Daraufhin hat der Herzkönig sogar angeboten inkognito oder gar verkleidet daran teilzunehmen. Er wusste, dass es der Herzkönigin mit Sicherheit einige Überwindung kosten würde. Dann noch dort gesehen zu werden und mit einem bestimmten Musikgeschmack in Verbindung gebracht zu werden, das war der Herzkönigin zu viel. Man könnte hier getrost aus Top Gun zitieren, sie habe mit dem Herzkönig Höflichkeiten ausgetauscht und ihm den Vogel gezeigt, mehrmals.

Da sich die Herzkönigin also beharrlich weigerte, den Herzkönig zu begleiten hat sie sicherheitshalber auch gleich den kleinen Prinzen gepackt und hat fluchtartig die Gemächer verlassen. Damit beginnt aber das eigentliche Problem; die Herzkönigin ist auch des Herzkönigs Modeberaterin. Und nun sitzt also der Herzkönig allein da, weiß nicht, was er anziehen soll und stöbert seit Stunden in diversen Beauty-, Fashion- und Lifestyle-Blogs. Doch die Ratschläge, die dort gemacht werden, sind nur bedingt tauglich: denn sie beziehen sich auf die heutige Zeit und der Herzkönig ist doch ein Kind der 90er Jahre.

Nun hat er schweren Herzens doch eine engere Auswahl zusammen gestellt, allerdings kann er sich nicht entscheiden…

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Es sind noch vier Stunden bis zum Konzert, wenn man die Vorband weglässt, kommt vielleicht noch eine weitere Stunde Gnadenfrist hinzu. Ideen werden gerne unter jessasnablog@gmail.com von der königlichen Amtskanzlei entgegen genommen.

PS: zum Konzert wird nur soviel gesagt – es sind nicht das Stoakogler-Trio oder Kurti Elasser (ja auf diesen Konzerten war der Herkönig auch schon), aber es beginnt am 18. Oktober um 20 Uhr in der Stadthalle.

PPS: und noch ein zweiter Hinweis: der Beitrag hätte auch heißen können: „dressed for success“

 

 

Oktober 2018: Erntezeit am Fensterbrett

Ein Blick aus dem Fenster auf die herzköniglichen Gärten und man könnte meinen, es wäre Frühling. Die Erdbeeren blühen und sogar eine erste kleine Beere zeigt sich:

Doch der Blick in die Tageszeitung gibt zu verstehen, es ist und bleibt der 20. Oktober… somit eine Sinnestäuschung: also noch einmal von vorne und noch einmal ein Blick nach draußen gewagt:

Der Herzkönig hat umgehend seinen Wetterfrosch sowie einen für den Kalender zuständigen herbeigerufen und beide haben zugesichert, dass das angegebene Datum in der Tageszeitung stimmt. Also keine Fake News, sondern Fake-Beeren?

Aber egal, das schöne Wetter nahm der Herzkönig zum Anlass, die Ernte einzubringen. Auf das Einbringen der Kartoffel hatte er nämlich vollkommen vergessen. Nicht dass er diese zu spät einsetzen ließ, jetzt wird er diese auch verspätet ernten. Mit schweren Gerät ging es also auf die Felder – im herzköniglichen Fall eben in Form von klassischer Handarbeit auf die zwei Tröge am Fensterbrett.

Die Ausbeute konnte sich sehen lassen und der Herzkönig hat umgehend mit einigen Lieferanten korrespondiert, welchen Preis denn die Ernte 2018 am Markt erzielen könnte. Immerhin hat der Herzkönig einmal etwas von den Gesetzen „Angebot“ und „Nachfrage“ gelernt. Und dieses hier abgebildete Angebot würde – so war sich der Herzkönig sicher – einen exorbitant hohen Preis erzielen.

Doch die Rechnung hat der Herzkönig nicht ohne Herzkönigin gemacht, die die gesamte Ernte für ein einziges Abendessen verkocht hat.  Auch wenn der Herzkönig jetzt potentielle Abnehmer auf die Ernte 2019 vertrösten muss, ihm selbst hat’s gschmeckt!

…doch noch geschafft

Der Herzkönig hat nach dem medialen Echo um die Herzkönigin keine Kosten und Mühen gescheut, um ihr ebenbürtig zu werden! Die Schleimspuren vor den Türen der Redaktionen des Landes sind immer noch deutlich sichtbar.

Es war mühsam, aber er hat es letztendlich geschafft, sich in einen Beitrag einer Tageszeitung irgendwo in der Mitte reinzuschummeln. Das Zitat wurde zwar nicht autorisiert, allerdings kann sich der Herzkönig (Elterndemenz sei dank) auch nicht mehr erinnern, etwas zu diesem Thema gesagt zu haben:  zum Presse-Artikel

 

 

Nix passiert am Wochenende…

Der Herzkönig hat das gesamte letzte Wochenende mehr oder weniger gelumpt. In Bezug auf Ausreden kam ihm natürlich das derzeitige Wetter sehr entgegen: schien gerade die Sonne war es zu heiß und war sie nicht da, war ihm gleich wieder zu kalt. Den Wind mochte er auch nicht, somit blieb er tunlichst innerhalb der vier Wänden.

Es lag an der Herzkönigin selbst, die vielfältigen Verpflichtungen an diesem Wochenende wahrzunehmen. Der kleine Prinz war etwa auf einer Geburtstagsfeierlichkeit bei Kindergartenfreunden eingeladen und am Abend stand ein Konzert von „The Slow Club“ im Rabenhof an. Als der Herzkönig des Nächtens die eben heimgekommene Herzkönigin nach dem Befinden fragte, erhielt er nur ein undefinierbares Murmeln zur Antwort, das auch schon ein Schnarchen hätte sein können. Allerdings schnarcht eine Herzkönigin nicht, also wird es ein undefinierbares Murmeln gewesen sein.

Am nächsten Werktag konnte dann der herzkönigliche Pressedienst den informationsbedürftigen Herzkönig schließlich doch noch aufklären, und offenbar entging ihm an dem Abend Einiges, wie er sogar aus dem Fernsehen erfahren musste: https://tvthek.orf.at/profile/Wien-heute/70018/Wien-heute/13990587/Hommage-an-Hansi-Lang/14372610

Auch die örtliche Gratiszeitung statteten dem Event brav einen Besuch ab:

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Am 5. November gibt es noch ein Konzert, das wird der Herzkönig keineswegs auslassen und der Herzkönigin auf Schritt und Tritt folgen!

 

Urlaubsende – die Heimfahrt

Irgendwann geht auch der schönste Urlaub zu Ende. Wir hatten im Jufa in Kempten viel Spaß und lernten neue Bekanntschaften kennen: Grüße an Phil, Marie, Klara & Luzia.

Bei der Heimfahrt machen wir noch eine Zwischenstation im „bayrischen Meer“, am Chiemsee. In Bernau gibt es noch einen freien Strandzugang, der öffentlich und kostenlos zu benützen ist. Lediglich für das Parken war zu zahlen.

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Nach der geglückten Abkühlung ging es noch ins Fischrestaurant Minholz. Der Herzkönig gönnte sich noch einen Chiemseerenken, auch von den Zwetschgendatschi schwärmte er dann noch die weitere Heimfahrt. Der kleine Prinz war von alledem weniger angetan – immerhin mochte er zumindest die Erpfis. Er hatte dann aber nur noch ein Thema bzw. einen großen Jammer: es gab dort nämlich nur Erdbeereis zur Nachspeise und eben gerade nicht sein geliebtes Mangoeis. Das gabs dann, als wir wieder zu Hause ankamen.

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Kemptner Skurilitäten…

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Neben der Schönheit der Region gab es bei unserem Aufenthalt auch allerlei zu entdecken, das zum Staunen oder Schmunzeln anregte.

Bei der Kinderstadtführung in Kempten wurde  die unterirdische Erasmuskapelle besucht, die erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde. Der darin gezeigte Film konnte nicht nur den Raum gekonnt in Szene setzen, sondern auch ein Gefühl für die Entstehung der Stadt geben. In der gleich daneben liegenden St. Mang-Kirche wurden wir auf eine Besonderheit aufmerksam gemacht, nämlich, dass man in den Kirchenbänken die Blick- und Sitzrichtung wechseln konnte. Wenn der Pfarrer im Mittelteil auf der Kanzel predigte, so konnten die vorderen Reihen ihre Bänke „umdrehen“ – die Rückenlehen waren verstellbar – und sich somit auch nach hinten wenden.  Warum aus dem Hl. Magnus ein „Mang“ wurde blieb mir allerdings schleierhaft.

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Am Weg zur Kirche fanden wir gleich einige interessante Geschäfte. So gibt’s ein Kaffeehaus, das Kaffee, Schokolade und Wein kombiniert…

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Dann kann man in besonders lustigen Zimmern übernachten:20180819_121348188_iOS

Überhaupt versprüht die Kleinstadt internationales Flair!

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In den Gassen finden sich zahlreiche esoterische Geschäfte und auch die Finanzplaner planen und beraten ganzheitlich. 20180819_121601913_iOS

Warum nur am Männer-WC nicht geraucht werden darf, bringt vermutlich sogar einen Nichtraucher in Versuchung, unter dem Vorwand, ein dringendes Rauchbedürfnis zu haben, das Damen-WC aufzusuchen.

Und dass das dortige „unser Bier“ offensichtlich von Kindern für Kinder gemacht wird, erfreut und erstaunt zugleich.

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Verwandtschaftliche (herzkönigliche) Verpflichtungen im Urlaub

Für die herzkönigliche Familie stand auch ein Besuch auf Neuschwanstein am Programm. Es galt, die dort ansässige königliche Verwandtschaft aufzusuchen,  diplomatische Beziehungen aufzufrischen und natürlich auch den potentiellen Heiratsmarkt für den kleinen Prinzen unter die Lupe zu nehmen.

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Selbst für einen Herzkönig war es nicht einfach, ins Schloss vorzudringen. Der Herzkönig hatte ursprünglich vorgehabt, ohne Einhaltung des Protokolls, einfach standesgemäß zu erscheinen. Die Herzkönigin hat dann doch darauf bestanden, dass man dem offiziellen Prozedere folgen möge. Dies bedeutete schlichtweg: Karten online vorreservieren; anschließend bekommt man eine Führungszeit zugeteilt; vor Ort drei Stunden vorher Parkplatz suchen; sich am Areal zurechtfinden, damit man auch zum richtigen Schloss kommt.

Nach einer Kleinigkeit zum Essen ging es schließlich den beschwerlichen Weg hinauf zum Schloss und dort hieß es wieder warten, denn selbst der Einlass war nur zu einer bestimmten Zeit möglich. Der kleine Prinz war sichtlich genervt und der Herzkönig wollte aus Protest all seine Titel zurücklegen und zusätzlich vor den Augen der Verwandtschaft in einen Sitzstreik treten. Alsbald öffneten sich doch die Tore und die Gruppe wurde durch die Räumlichkeiten durchgeschleust.

Dass einiges renoviert wurde, dass alles hinter Glas zu sehen war, dass alle Stoffe durch weiße Leintücher verdeckt waren und dass die Durchschleusung in 20 Minuten erledigt war, schmälerte den Besuch um einiges. Allerdings entschädigte wie so oft ein Moment für die Unannehmlichkeiten. Als nämlich der Ausstellungsführer darauf hinwies, dass in einem der nächsten Räumlichkeiten ein Uralttelefon vom Ludwig zu sehen ist, der König allerdings nicht mehr unter dieser Nummer zu erreichen ist, brach der kleine Prinz in schallendes Gelächter aus. Dies steckte offenbar die Gruppe an, die wenn schon nicht mitscheppernd, doch freundliche Gesichter aufsetzten.

Etwas desorientiert vom ersten Versuch, königliche Verwandtschaftsbesuche zu erledigen, kehrte die Gesellschaft nach Kempten zurück. Dort entdeckte man, dass im Ort selbst „DIE“ Herzkönigin mit Ihrer Hofgesellschaft in der Burghalle Hof hielt. Die Burghalde in Kempten wurde offenbar bislang wenig genutzt, im Sommer stand aber der Märchensommer Allgäu am Programm. Die herzkönigliche Gesellschaft eilte dorthin. Am Eingang wurde man schon von den Ebenbildern empfangen.

„DIE“ Herzkönigin empfing den gesamten Troß mit einer neuen Inszenierung von Alice im Wunderland. Der kleine Prinz hatte großen Gefallen an dieser Aufführung; nur einmal war er etwas verängstigt, als eine Tür zu sprechen begann. Sonst verfolgte er die Suche nach den Katzen mit Begeisterung mit.

Nach dem Ende des Stückes gab der dortige Hofstaat Audienz und die Herzkönigin nutzte dies für königlichen Smalltalk und für Autogramme. Der kleine Prinz hatte wenig Interesse für diese Arten der Beziehungspflege und stürmte die Bühne, auf der er ganz in sich selbst gekehrt, einige gelungene Tanzeinlagen zum Besten gab. Vielleicht wird er ja für  kommende Aufführungen engagiert – Einladungen werden unter jessnablog@gmail.com gerne entgegengekommen.

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