Verwandtschaftliche (herzkönigliche) Verpflichtungen im Urlaub

Für die herzkönigliche Familie stand auch ein Besuch auf Neuschwanstein am Programm. Es galt, die dort ansässige königliche Verwandtschaft aufzusuchen,  diplomatische Beziehungen aufzufrischen und natürlich auch den potentiellen Heiratsmarkt für den kleinen Prinzen unter die Lupe zu nehmen.

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Selbst für einen Herzkönig war es nicht einfach, ins Schloss vorzudringen. Der Herzkönig hatte ursprünglich vorgehabt, ohne Einhaltung des Protokolls, einfach standesgemäß zu erscheinen. Die Herzkönigin hat dann doch darauf bestanden, dass man dem offiziellen Prozedere folgen möge. Dies bedeutete schlichtweg: Karten online vorreservieren; anschließend bekommt man eine Führungszeit zugeteilt; vor Ort drei Stunden vorher Parkplatz suchen; sich am Areal zurechtfinden, damit man auch zum richtigen Schloss kommt.

Nach einer Kleinigkeit zum Essen ging es schließlich den beschwerlichen Weg hinauf zum Schloss und dort hieß es wieder warten, denn selbst der Einlass war nur zu einer bestimmten Zeit möglich. Der kleine Prinz war sichtlich genervt und der Herzkönig wollte aus Protest all seine Titel zurücklegen und zusätzlich vor den Augen der Verwandtschaft in einen Sitzstreik treten. Alsbald öffneten sich doch die Tore und die Gruppe wurde durch die Räumlichkeiten durchgeschleust.

Dass einiges renoviert wurde, dass alles hinter Glas zu sehen war, dass alle Stoffe durch weiße Leintücher verdeckt waren und dass die Durchschleusung in 20 Minuten erledigt war, schmälerte den Besuch um einiges. Allerdings entschädigte wie so oft ein Moment für die Unannehmlichkeiten. Als nämlich der Ausstellungsführer darauf hinwies, dass in einem der nächsten Räumlichkeiten ein Uralttelefon vom Ludwig zu sehen ist, der König allerdings nicht mehr unter dieser Nummer zu erreichen ist, brach der kleine Prinz in schallendes Gelächter aus. Dies steckte offenbar die Gruppe an, die wenn schon nicht mitscheppernd, doch freundliche Gesichter aufsetzten.

Etwas desorientiert vom ersten Versuch, königliche Verwandtschaftsbesuche zu erledigen, kehrte die Gesellschaft nach Kempten zurück. Dort entdeckte man, dass im Ort selbst „DIE“ Herzkönigin mit Ihrer Hofgesellschaft in der Burghalle Hof hielt. Die Burghalde in Kempten wurde offenbar bislang wenig genutzt, im Sommer stand aber der Märchensommer Allgäu am Programm. Die herzkönigliche Gesellschaft eilte dorthin. Am Eingang wurde man schon von den Ebenbildern empfangen.

„DIE“ Herzkönigin empfing den gesamten Troß mit einer neuen Inszenierung von Alice im Wunderland. Der kleine Prinz hatte großen Gefallen an dieser Aufführung; nur einmal war er etwas verängstigt, als eine Tür zu sprechen begann. Sonst verfolgte er die Suche nach den Katzen mit Begeisterung mit.

Nach dem Ende des Stückes gab der dortige Hofstaat Audienz und die Herzkönigin nutzte dies für königlichen Smalltalk und für Autogramme. Der kleine Prinz hatte wenig Interesse für diese Arten der Beziehungspflege und stürmte die Bühne, auf der er ganz in sich selbst gekehrt, einige gelungene Tanzeinlagen zum Besten gab. Vielleicht wird er ja für  kommende Aufführungen engagiert – Einladungen werden unter jessnablog@gmail.com gerne entgegengekommen.

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