Was wird das?

Der kleine Prinz wächst und wächst, und irgendwie passt er grad noch in sein Kinderbett hinein. Bevor man ihn aber zum Schlafenlegen vorab heiß baden muss, damit er eingeht, haben die Herzkönigin und der Herzkönig beschlossen, ein neues Bett zu besorgen. Die Entscheidung fiel schwer, gab es doch tatsächlich auch Betten, die aussahen, wie Feuerwehrautos. Letztendlich entschied man sich für ein schlichtes Exemplar. Das Bett wurde prompt geliefert, es war auch nur ein Teil kaputt, aber die Bauanleitung fehlte.

Dies wurde nachgeliefert. Der Herzkönig war vorab höchst beglückt, hatte das ganze doch Platz auf nur einer Seite. Er erinnerte sich an IKEA-Bauanleitungen, die ihm noch heute den Angstschweiß durch die Poren drücken lassen. Die ersten Bilder der Bauanleitung (man brauche 2 Männer und einen Schraubenzieher) hat der Herzkönig auch noch verstanden. Stillschweigend hat er ein Männlein durch die Herzkönigin ausgetauscht.

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Nun, wer von den geschätzten Lesern des Blogs nun sagen kann, welche Schraube wohin gehört, der darf weiterlesen. Jedenfalls ist der Herzkönig am Schraubenproblem verzweifelt. Dankenswerterweise hat die Herzkönigin die Nerven behalten und (vermutlich) mit Hausverstand die richtige Schraube dem richtigen Loch zugeordnet. Sogar der kleine Prinz hat schließlich mitgeholfen und mit einer Bosch ixo – sein neuestes liebstes Spielzeug – Schrauben rein und auch wieder rausgedreht. Dennoch oder grad deswegen ist das Ganze auch noch etwas geworden! Voilà!

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Buchpräsentation Stratzinger Heimatbuch

 

Der Herzkönig hat am Gelingen eines Heimatbuches der Marktgemeinde Stratzing beitragen können. Er verfasste den zeitgeschichtlichen Zeitraum ab 1950, der vor allem durch die unglückliche Gemeindezusammenlegung 1971 und die daraufhin erfolgte Trennung 1993 überregional Bedeutung erlangte.

Sonst gibt es neben dem Fund der Fanny und dem örtlichen Wein – einer wird sogar bei Staatsempfängen des Bundespräsidenten ausgeschenkt – noch allerhand zu erzählen.  Vielleicht auch etwas, das im Nachinein amüsiert. Laut Gendarmeriechronik wurde ein Ehepaar 1971 mit den Worten „He, Überfall! Das Geld her, oder es passiert etwas“ bedroht. Da den Überfallenen nicht ganz klar war, was mit „passiert etwas“ gemeint war, haben sie die Flucht ergriffen und sind entkommen. Die verduzten Täter gelang eine solche Flucht jedoch nicht…

Dann hat es 1994 eine Stratzinger „Biagainitiativn“ gegeben, die sich in schönster Mundart mit einem Antrag zu Wort meldete, als die örtliche Kläranlage nicht funktioniert hat: „Es sicht se dahea de provisorische Stratzinga Gmoavawoitung dringend vaaunloßt im Stratzinga Gmoawoid, zwoa, je 25 m longe Latrinen […] unta Aufsicht anes öatlichen Blaumastas zu errichten.“ Ob die Latrinen tatsächlich errichtet wurden, konnte der Herzkönig im Rahmen seiner Recherchen nicht mehr feststellen.

Das „neu installierte“ Parkbankerl

Der Herzkönig eilte wieder einmal von der Arbeit zum Kindergarten, um den kleinen Prinzen abzuholen. Da er diesmal wirklich schnell war, hatte er noch etwas Zeit und versuchte diese paar ruhigen Minuten auf einem Parkbankerl zu verbringen.

Allerdings, das nächstbeste Parkbankerl war zwar nicht besetzt, aber doch nicht zu benützen.

parkbankFrüher wurden Parkbankerl ja alle heiligen Zeiten einmal „frisch gestrichen“, heutzutage werden diese gleich „neu installiert“. Dass das Ersetzen eines Sitzbrettls schon als „Installation“ bezeichnet werden darf, wagt der Herzkönig allerdings zu bezweifeln. Da muss mehr dahinter stehen – ist so ein Parkbankerl vielleicht gar eine neuartige Kunstinstallation im öffentlichen Raum? Und somit gar nicht mehr zum Sitzen gedacht, sondern nur mehr zum Anschauen? Oder hat das „Installieren“ mit unserem digitalen Zeitalter zu tun! Das wird es sein, vielleicht Parkbank mit WLAN oder mit integriertem Bildschirm als mobiler Computerarbeitsplatz (Arbeit 4.0)?

Wobei, optisch gleicht so ein behäbiges Parkbankerl doch eher einem Gehäuse eines Großrechners aus vergangenen Zeiten, auf dem man maximal Wurm oder Tetris spielen konnte. Um diese Spielbereitschaft herzustellen, so schlussfolgerte der Herzkönig, müsse man auf diesem Parkbankerl ein Betriebssystem installieren. Jetzt ist es klar, das will uns dieser Zettel sagen, denn schließlich darf man während der Installation eines neuen Betriebssystems den Rechner weder abdrehen noch irgendeine Taste drücken. Vermutlich darf man sich auch nicht draufsetzen.  Welches System auf diesem Bankerl gerade installiert werde, stand auf dem Hinweiszettel nicht. Vermuten würde der Herzkönig eine ältere MS-DOS-Version. Für neuere Windows oder MacOS-Versionen hat das Parkbanker vermutlich zu wenig Speicherplatz.  Da stellt sich auch gleich ein Umrechnungsproblem: wie viel Megabyte Speicherplatz hat eine Parkbank, die für 3-4 Personen konzipiert ist? Mittlerweile wurde der Zettel entfernt und das Parkbankerl ist zur Benutzung freigegeben. Bis … , ja bis halt das nächste Update folgt.

 


 

Parkgarage im ARES-Tower sperrte unser Auto ein!

Am 12. November, einem regnerischen Sonntag, machte die Herzkönigin, der Herzkönig und der kleine Prinz einen Ausflug zur Verwandtschaft. Wetterbedingt wurde der königliche Fuhrpark genutzt, um möglichst trocken in die Wiener Leonard-Bernstein-Straße anzukommen. Da es dort relativ wenige Parkmöglichkeiten im Freien gibt, wurde die erstbeste Parkgarage angefahren – die von der Amisola Immobilien AG im ARES-Tower.

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Nach dem Verwandtschaftsbesuch ging es wieder retour zum Eingang in die Parkgarage, doch dieser war verschlossen und mit dem Ticket nicht zu öffnen. Auch die am Ticket angegebenen Zahlenkombinationen konnten die Tür nicht zum Aufgehen bewegen. Auch befand sich kein Hinweis auf eine Telefonnummer oder sonst einen anderen Eingang. Im Regen, mit dem kleinen Prinzen an der Hand ging es zu den anderen Parkplatzeingängen. Doch diese waren allesamt verschlossen.

Was tun? kann man in diesen Fällen einfach die Polizei rufen, weil der Parkplatzbetreiber dieses „gekidnappt“ hat? Grundsätzlich ja, aber nicht mit dem kleinen Prinzen. Der öffnet sein Rucksackerl und schreit „Papa, Polizei ist schon da“ und holt eines seiner Polizeiautos hervor. Dann könnte man natürlich einen Schlüsseldienst rufen, doch bei den Preisen? Schließlich schoss dem Herzkönig ein anderer Gedanke durch den Kopf, den er aber sofort wieder verwarf: …man könnte ja dem kleinen Prinzen … also es sind ja schon andere Scheiben zu Bruch gegangen durch fußballspielende Kinder. Aber es gab weder Fußbälle in der Nähe noch (die etwas brutalere Variante) Pflastersteine, sondern nur ein paar klitschnasse Kieselsteine und mit denen konnte man bei Gott keine Tür einschlagen.

Einmal schoss Glücksgefühl in den durchnässten Autosuchern hoch, als ein Parkplatzeingang einen Türöffner mit Kartenlesefunktion hatte. Doch das Glück ist ein Vogerl und so verwehrte das System den Zugang. Man fand schließlich einen offenen Eingang, doch man konnte auch in ein Unterschoß, die Garagentüren dort waren allerdings verschlossen. Nach einen Tour rund um den Ares Tower gelangte die königliche Familie zum Eingang von Parkdeck 2, den man mit dem Auto ursprünglich in die Garage gekommen ist. Der Herzkönig versuchte auch hier wieder sein Glück, und drückte (mehrfach) den Ticketautomaten. Doch hier erhielt er jedes Mal die frohe Botschaft: „Ohne Auto wird das Tor nicht aufgemacht.“ Auch laute „Brumm tata Brumm, Auto tütü“-Geräusche konnten daran nichts ändern, die Garage blieb verschlossen. Zurück gings zum Parkdeck 1, das zwar nur Taxis vorbehalten war, aber irgendwie doch offen schien. Der dortige Lift ließ sich zwar öffnen, bewegte sich aber nicht nach unten. Auch hierfür brauchte man einen Schlüssel. Und bei der Notrufglocke hob auch niemand ab. Also ging es im Regen wieder retour und weiter auf die Suche.

Ein Königreich hätte der Herzkönig dafür gegeben, in diesem Moment ein Held seiner Jugend zu sein: auf die Schnelle KIT zu rufen, oder etwas brutaler als Teil des A-Teams einen Sprengsatz oder als Rambo oder John Maclaine eine Bazooka. Von mir aus hätte es in diesem Moment auch Macgyver sein können, der aus einer Büroklammer eine Rohrbombe bastelt. Ach Gott… ich wäre im Notfall auch Inspektor Gadget gewesen. Aber was war ich… ein Herzkönig, auf der Suche nach Rettung. Und was sagte der kleine Prinz: ruf doch die Paw Patrol! In diesem Moment der Verzweiflung wollte sich der Herzkönig schon im Regen ersaufen, doch dann ein Lichtblick!

Als der Herzkönig im Inneren eines Gebäudes eine fremde Person entdeckte lief er sofort hin – es war ja schon egal, durchnässt war man ja schon sowieso, schwitzen war da schon wirklich wurscht. Jedenfalls ließ diese nette Person die königliche Familie in das Innere des Gebäudes und zeigte ihnen den Lift der nach unten führte. Und tatsächlich gelangte die Familie durchnässt aber gesund zum Auto. Der Spaß kostete dann noch 8 Euro und am Abend hatte der kleine Prinz 39 Grad Fieber.

Etwas Gutes hatte die Sache doch noch: der kleine Prinz hat ein neues Wort gelernt: „Oiiiidaaaaaaaaaaaa“.

Die Parkgarage im ARES Tower wird uns zumindest nicht mehr wiedersehen und allen Leser sei geraten, dieses Parkplatzeck der Stadt zu meiden.

Kleine Sünden…

… straft der Herrgott sofort. Im letzten Beitrag hat sich der Herzkönig über polizeiliche Verhaltensweisen amüsiert. Vermutlich waren diese in geballter Ladung ein paar Bonmots zuviel. Und so nahm das Schicksal mit einem unverdächtigen Einkauf seinen Lauf. Spar gab 20 Prozent auf Spielzeug und die Herzkönigsfamilie unternahm am Wochenende einen Ausflug zum örtlichen überfüllten Einkaufssupermarkt und begutachtete das dortige Spielwarenangebot. Immerhin konnte man vielleicht schon das eine oder andere Weihnachtsgeschenk günstig erstehen. Diese Rechnung ging mit dem kleinen Prinzen im Handgepäck nicht auf. Was wollte er unbedingt „habeeeen“, justament ein Polizeiauto, noch dazu eins mit Polizisten! Hat der kleine Prinz nicht den vorigen Beitrag gelesen, in denen der Herzkönig sein Quirx mit dem Auge des Gesetzes aufrichtig geschildert hat? Man könnte meinen er hat…

Wer sich in solchen Situationen in einem vollen Supermarkt durchsetzt, braucht hier nicht näher erörtert werden. Und so kam es, dass sich ein neues Playmobil-Polizeiauto im Einkaufswagerl befand. Dieses kannte der kleine Prinz nämlich schon aus seiner Lieblingssendung . In der geht es eigentlich nur um „Unboxing“, ein Wort, das der Herzkönig zunächst weder sprachlich noch inhaltlich verstand. Da diese Sendungen einzig und allein Kinderspielzeug aus den Verpackungen auspacken und den Zusammenbau dokumentieren, war der Sinn relativ bald klar.

Im königlichen Haushalt befindet sich nun somit ein neues Polizeiauto. Die königliche Bildstelle hat diesen Fuhrpark sogleich auch dokumentiert. Dabei sieht man auch das erste Polizeiauto (ganz rechts), das der kleine Babyprinz bekommen hat; später kam das kleine in der Mitte hinzu und nun das große mit Polizist und Polizistin. Ob mit der zunehmenden Größe des Kindes auch das Spielzeug mitwächst? Diese Frage darf hier bejaht werden.

polizei.pngBei soviel Polizei im Haus ist dem Herzkönig noch eine Polizeigeschichte eingefallen, die er im letzten Beitrag unterschlagen hat, da er diese nur am Rand mitbekommen hat. Und doch war er darin verwickelt. Eines Tages fragte ihn eine zufällige Gesprächspartnerin am Telefon, ob er denn wisse welchen Wirbel er neulich ausgelöst habe und ob er denn schon vorgeladen worden war? Dies verneinend wurde der Herzkönig neugierig und wollte darüber mehr erfahren. Es stellte sich heraus, dass der Herzkönig einmal bei einer Tagung einen Vortrag gehalten hat. Es ging um das Jahr 1945 und der Herzkönig referierte über die Kinderlandverschickung in Niederösterreich. Die Folien dazu gibt’s noch hier. Jedenfalls hat das Thema jemand derart missverstanden, dass er die Polizei und sogar auch den Verfassungsschutz wegen neonazistischer Umtriebe holte. Dass die Polizei vor Ort war, hat der Herzkönig gar nicht mehr mitbekommen, da er sich nach seinem anstrengenden Vortrag sofort in das örtliche Warmwasser der Therme geworfen hat. Manchmal hat man eben mehr Glück als Verstand.

Halloween 2017

Die Herzkönigin nahm den kleinen Prinzen zu Halloween mit nach Klosterneuburg auf ein gruseliges Fest, bei dem die kleinen Prinzessinnen und Prinzen auf die Suche nach Süßem oder Saurem geschickt wurden. Da es der kleine Prinz nicht so sehr mit Skeletten und sonstigen Untoten hat, wurde er in seine Lieblingsfigur gesteckt und er machte als Feuerwehrmann die Gegend unsicher. Der Herzkönig musste auf das eigene Zuhause aufpassen. Darüber hinaus passte er auch nicht mehr – ob der oben erwähnten kleinen Prinzessinnen und Prinzen – auch gar nicht mehr ins Auto und er wusste auch nicht als was ein Herzkönig standesgemäß zu Halloween tragen sollte. Ein Hofnarrenkostüm vielleicht?

Jedenfalls hatten die Herzkönigin und der kleine Prinz gehörigen Spaß. Als es aber ans Heimfahren ging, entdeckte die Herzkönigin am Auto ein seltsames, in zwei Sprachen verfasstes, Post-it.

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Da sich ein  solches Post-it auch an anderen Fahrzeugen befand, die dann auch noch handfeste Kratzer aufwiesen, hielt sich die Laune der Herzkönigin bei der Heimfahrt in Grenzen. Am nächsten Tag begutachtete der Herzkönig den königliche Fuhrpark und konnte doch den einen oder anderen neuen Kratzer feststellen.

Um es später bei der hausfremden Versicherung melden zu können, musste er jedoch den Weg auf die örtliche Polizeistation wagen, um dies ordentlich aufnehmen zu lassen. Ein solcher Schritt musste aber genau überlegt werden, lohnte es sich wegen der paar Kratzer zur Polizei zu gehen? Immerhin hatte er da ja schon einschlägige Erfahrungen.

Etwa als der Herzkönig als Führerscheinneuling seinen ersten Strafzettel wegen Falschparkens erhielt und als mündiger Bürger am nächsten Tag den Posten aufsuchte, um den Grund seiner Bestrafung zu erfahren und mit den Worten „Woher soll i des wissen“, „des wird scho passn“ und „vielleicht sans zu nohe an ana Kreuzung gestanden“. Ohne zu erwähnen, dass die nächste Kreuzung im Nachbarort war, hat der Herzkönig die Strafe gezahlt.

Im Laufe der Zeit gesellten sich einige „Führerschein, Zulassungsschein“ oder „kummans mit, blosn“ – meist ohne „bitte“ aber immerhin per „Sie“. Ungern erinnert sich der Herzkönig noch daran, als er aufgehalten und mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, er sei ohne die Hände am Lenkrad zu haben, gefahren. Irgendwie ließen sich die Herren dann doch überzeugen, dass man so nicht wirklich unfallfrei unterwegs sein kann. Wäre es so gewesen, hätte ich mich umgehend bei einer Supertalent-Sendung beworben. Ungern erinnert sich der Herzkönig daran, als ein Rudel Polizisten ihn auf seiner Zivildienststelle aufsuchen wollte, er aber nicht anwesend war. Die Herren haben aber auch nicht den Grund für ihr Auftauchen genannt, was zu wirren Spekulationen beitrug und das Image eines damals, langhaarigen Möchtegernherzkönigs einseitig beeinflusst hat. Für alle, die nicht ganz an die Reinheit im Herzen des Herzkönigs glauben, sei gesagt: es stellte sich heraus, dass der Herzkönig als Zeuge und Alibigeber gesucht wurde, für einen Autostopper, den der Herzkönig mitgenommen hat. Der Autostopper wurde nämlich verdächtigt, einen Mistkübel angezündet zu haben.

Gerne erinnert sich der Herzkönig allerdings noch an jene Episode, als er eines Tages in seiner Favoritner Dependance – aus der ihn später die Herzkönigin erlöste – unzählige Vorladungen in die örtliche Polizei vorfand. Eines Tages nahm er dann diese Vor- als Einladung an und erschien. Er musste sich zuerst anhören, wo er denn gewesen ist und ob er nicht seine Geldbörse vermisse. Der Herzkönig verneinte und zeigte seine eigene Geldbörse als Beweis. Daraufhin holte der Polizist zum Gegenschlag aus und brachte eine fremde Geldbörse herbei. Diese sei nicht Eigentum des Herzkönigs, so der Herzkönig bestimmt. Aber auch diesem Einwand wurde nicht Glauben geschenkt. Es kam wie es kommen musste. Der Polizist verlangte, die fremde Geldbörse zu öffnen, der Herzkönig lehnte ab. Der Polizist nahm daraufhin – schon leicht errötet – das Geldbörserl und nahm einen darin befindlichen Ausweis heraus, öffnete ihn und streckte mir ihn siegessicher mit den Worten „Und wer is des?“ entgegen. Der Herzkönig sagte wahrheitsgemäß „ned i“. Mittlerweile hochrot betrachtete auch der Polizist den Ausweis, erkannte keine Ähnlichkeit des damals 25-jährigen Herzkönig mit dem darauf abgebildeten 80-jährigen.

Diese letzte Episode vor Augen fasste der Herzkönig doch den Entschluss, die örtliche Polizeistation aufzusuchen. Als „Schutzschild“ nahm er aber den kleinen Prinzen mit – denn kleine Kinder können manchmal das Eis brechen. Und siehe da: der kleine Prinz beeindruckte vor Ort mit seinem mitgebrachten Polizei-Puzzle, die Beamten nahmen das Vergehen auf und eine Stunde später kam der Herzkönig mit einer amtlichen Bestätigung seines Schadens am Auto wieder heraus.

Was zwischenzeitlich nicht geklärt werden konnte: gibt es in Klosterneuburg Personen mit der Kombination Deutsch und Englisch als Fremdsprache? Oder hat man mein Auto mit einem Fahrzeug eines in Klosterneuburg bzw. Weidling lebenden Politikers – da soll’s ja einige geben – verwechselt? Nach der wohlwollenden und komplikationsfreien Aufnahme des Deliktes habe ich volles Vertrauen, dass die örtliche Polizei dieses Rätsel aufklären wird!

Freizeitvergnügen Lesen?

Der Herzkönig hat die Internet- bzw. Blogabsenz dazu genutzt, wieder etwas zu lesen. Allerdings musste er auch zwei Niederlagen bei der Lektüre einstecken. Die erste brockte er sich im Wartezimmer des Zahnarztes ein. Da lag neben Trend, Profil und Wienerin auch ein Esoterikmagazin, das er genüsslich durchblätterte. Darin entdeckte er ein Buch „Der Fuß und sein Mensch“, das seine Aufmerksamkeit bekam. Als Fitnesstrainer ist er ja der Überzeugung, dass gute Haltung bei den Füßen beginnt. Einmal das Interesse geweckt, hat der Herzkönig das Buch auch gleich gekauft. Die Lektüre war eher wenig spannend – und da das Buch dann auf 50 Seiten Fotos von Hühneraugen, eingewachsenen Nägeln, Fremdkörpern, Warzen, diversen Nagelwachstumsstörungen bot, hat der Herzkönig das Buch weggelegt und diesen Kauf als Fehlkauf abgeschlossen. Aber so ein Fehlkauf soll nur einmal passieren und um auf der sicheren Seite zu sein, hat er sich dann gleich die Autobiographie von Marie Fredriksson gekauft. Roxette war ja immer eine heimliche Liebe des Herzkönigs, auch wenn er es öffentlich nie kundtat. Diese Band war ja auch – wie EAV, das Stoakogler Trio und andere Jugendsünden – nicht mit dem eigentlichen zur Schau gestellten Musikgeschmack des Herzkönigs vereinbar. Und der bewegte sich zwischen REM und Metallica. Das Buch ist leider etwas chaotisch aufgebaut, gibt mal das eine mal das andere wieder und der Stil war ein einziger Jammer. Jedenfalls hat das Buch nicht die Kraft der Songs, aber bei denen war ja auch Per Gessle wesentlich daran beteiligt. Immerhin konnte mit Hilfe der Herzkönigin das Fredriksson-Buch auf willhaben einigermaßen gut verkauft werden, sodass sich der finanzielle Schaden im Rahmen hielt. Das Buch mit den Hühneraugen entpuppte sich leider als Ladenhüter, sogar im Secondhandgschäft.
Egal, der Herzkönig hofft jetzt auf die neuesten Buchkäufe und dabei hat er auf Bewährtes zurückgegriffen: von James Hetfield gibt es eine Biographie und Klüpfel/Kobr haben Kluftigers neunten Fall herausgebracht.

Gedanken zum AGesVG

In einem Integrationspaket hat die nicht mehr koalierende Koalition noch schnell eine Vielzahl an Maßnahmen beschlossen: eine Integrationsverpflichtungen für anerkannte Flüchtlinge, eine strengere Regelungen bei der Integrationsvereinbarung für Drittstaatsangehörige und das Vollverschleierungsverbot in der Öffentlichkeit. Das Vollverschleierungsverbot tritt am 1. Oktober in Kraft. Zu diesem Paket hat es nur vier Stellungnahmen im parlamentarischen Verfahren gegeben, die interessanterweise nicht öffentlich zugänglich sind: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/I/I_01586/index.shtml#tab-Stellungnahmen

Zwar hat es der Herzkönig nicht unbedingt vor, vollmaskiert seine Bankgeschäfte zu erledigen… Er fragt sich als gefühlt integriert aber doch, ob denn dieses Verbot auch für ihn Geltung habe? Als Herzkönig ist er ja gegen jedes Gesetz… eigentlich gegen alles und jeden immun, aber nicht immer, wie gerade diese greislichen Schnupfenviren bestätigen. Aber zurück zu dem Gesetzespaket, in dem es doch im ersten Teil ausschließlich um Deutschkurse, Werte- und Orientierungskurse und Sprachförderung geht. Im zweiten Teil findet sich dann auch das Bundesgesetz über das Verbot der Verhüllung des Gesichts in der Öffentlichkeit (Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz, in der schönen Kurzform auch liebevoll AGesVG genannt).

Im ersten Paragraphen heißt es, das Ziel sei, die Förderung von Integration. Schön und gut, heißt es, dass ich als bereits immer schon Integrierter nicht mehr weiterlesen muss und ohnehin gar nicht davon betroffen bin?

Paragraph 2 benennt aber das entsprechende Verhüllungsverbot, das offensichtlich für jeden gilt: Wer an öffentlichen Orten oder in öffentlichen Gebäuden seine Gesichtszüge durch Kleidung oder andere Gegenstände verhüllt oder verbirgt, begeht eine Verwaltungsübertretung.

Dann gibt es aber doch – wir wären ja nicht in Österreich – einige Ausnahmen: Ein Verstoß liege demnach nicht vor, wenn die Verhüllung im Rahmen künstlerischer, kultureller oder traditioneller Veranstaltungen oder im Rahmen der Sportausübung erfolgt oder gesundheitliche oder berufliche Gründe hat.

Das heißt, der Herzkönig wird sich wieder sportlich betätigen und beim Joggen unter der Krone einen Schleier tragen? Wohl doch nicht, die Erläuterungen zu diesem Gesetz sprechen bei dieser sportlichen Ausnahme von einem Helm beim Motorsport. Oder soll der Herzkönig auf eine weitere Ausnahme bauen und ab Faschingsbeginn regelmäßig als verkleideter Faschingsnarr herumspazieren? Aber dann muss man noch bis zum 11.11. um 11 Uhr 11 warten. Sonst gäb’s noch eine andere gute Ausnahme: Luftverschmutzung. Das könnte man gut mit Sport kombinieren, um doppelt abgesichert zu sein. Aber Joggen am Gürtel mit Helm ist auch nicht grad stylisch. Bleibt nur auf baldigen Frost zu hoffen, damit der Herzkönig endlich seine geliebte Sturmhaube aufsetzen kann, um einmal unentdeckt durch seine Residenzstadt zu stravanzen.

Irritierendes Detail am Rande: eine Partei, die für das richtige Leben das Zeigen des Gesichts mit Gesetz fordert, macht im Wahlkampf das genaue Gegenteil und versteckt sich im vermeintlich straffreien Raum des Internets hinter Scheinwebsiten, um den politischen Gegner schlecht zu machen. Und der Mitwisser und Schuldige soll ein im Krankenstand befindlicher Mitarbeiter sein… Dieser Mitarbeiter kann ja eigentlich nur Dar Adal sein, aber dass der die CIA verlässt und sich der in die Niederungen der österreichischen Politik begibt scheint auch für den Herzkönig etwas aus der Luft gegriffen.

So, bei diesen Zuständen fröstelt es den Herzkönig derart, dass er nun gesetzeskonform die Sturmhaube aufsetzt und in sein Bett hüpft!

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Der ORF… was sich der wieder einfallen lässt?

Am Freitag ging es für den kleinen Prinzen, die Herzkönigin und den Herzkönig direkt nach dem Kindergarten zum Währinger Straßenfest. Nach kurzem Schlendern kam der Herzkönig an einem Süßigkeitenstand vorbei, an dem er natürlich zuschlagen musste. Der kleine Prinz und er selbst bekamen einen Schaumbecher, den es unverzüglich zu verschlingen galt. Der kleine Prinz postierte sich vor einem Rettungstatütata-tatütati-Auto am Gehsteig und schon konnte dem Schlemmen nichts mehr im Wege stehen.

Die Ruhe währte nur kurz, als der Herzkönig plötzlich in ein ORF-Mikro und eine Kamera blickte. Ein „Dürfen wir sie etwas fragen“ hatte ein unmissverständliches „Nein“ des Herzkönigs zur Folge. Immerhin (als gefühltes Topmodel) hing einiges von dem Schaum des Bechers an seinem Bart, und das konnte eine solche Modelkarriere noch vor ihrem Beginn beenden.

Die ORF-Dame ließ nicht locker, so sprang die Herzkönigin ein und wurde ohne Vorwarnung nicht zum Währinger Straßenfest, sondern zu Sebastian Kurz und die ÖVP befragt. Nachdem die Herzkönigin ihr Statement stotternd und blass um die Nase beendet hatte, hatte der Herzkönig erneut die ORF-Kamera samt Mikrofon vorm vor Wut oder Schaumbecher schäumenden Mund. Und die ORF-Dame hatte eine neue Frage zum selben Thema parat. Als der Herzkönig dann noch einmal auf sein voriges „Nein“ hinwies, sagte die ORF-Dame dann doch noch, dass sie dieses „Nein“ nun doch akzeptieren werde…

Im Inneren spuckte der Herzkönig noch längere Zeit Gift und Galle – die hatte er auch dringend notwendig, hatte er auch noch den zweiten Schaumbecher des kleinen Prinzen zu vertilgen – dieser hatte es bevorzugt, nur die Schokolade von der Glasur zu essen! Und die Herzkönigin war wie immer auf Diät und auf den Schaumbecher schlecht zu sprechen.

Irgendwie hatte der Herzkönig sogar für jene Verständnis, die mit der Presse nichts am Hut haben wollen oder diese sogar verächtlich „Lügenpresse“ schimpfen. Der Herzkönig wird jedenfalls die ORF-Berichterstattung vorsorglich beobachten, ob sein „Nein“ auch wirklich respektiert wurde. Andernfalls hat er das Kriegsbeil ausgegraben… allerdings, als Zivildiener unbewaffnet in den Krieg zu ziehen ist auch wieder keine gute Idee, da bleibt einem nur das Überraschungsmoment. Und Dank Indiana Jones sen. fiel mir plötzlich Karl der Große ein: „Lass meine Armeen Felsen und Bäume und Vögel am Himmel sein“. Und für alle, die nichts mit Harrison Ford bzw. Sean Connery am Hut haben :“ ab 6:20 (vorher steht der Herzkönig nicht auf) wird dann auch zurück geschossen!“

 

wieder ein Versicherer…

Anruf beim Herzkönig. Es ist die Ergo-Versicherung, die um eine Terminvereinbarung bittet. Scheinbar hat man etwas für Familien im Angebot. Angebot allein klingt schon mal gut, vor allem für den Herzkönig, der sich bei -10/-20/-25-Prozentangeboten ja gar nicht zurückhalten kann. Und für die junge Familie ist ja nichts zu teuer. Also hat der Herzkönig im Kopf eigentlich schon alles unterschrieben. Aber in einem Moment geistiger Eingebung hat er doch noch einmal Luft geholt und bat um einen späteren nochmaligen Anruf, schließlich müsse er diese wichtige Angelegenheit noch mit seiner Herzkönigin besprechen.

Es folgen zwei Wochen des Wartens. Dann der lang ersehnte zweite Anruf. Doch von Familienversicherungen war jetzt nicht mehr die Rede, plötzlich ging es um Lebensversicherungen, oder so. Die Rückfrage des Herzkönigs, ob es dabei um die staatliche Zukunftsvorsorge (die dem Herzkönig bislang einiges an Schlaf gekostet hat) gehe, konnte die Anruferin nicht beantworten. Sie meinte nur noch schnell, es gehe ja auch um Bausparverträge.

Offensichtlich wusste die Anruferin der Ergo-Versicherung selbst nicht so recht, was sie eigentlich anbieten möchte. Der Herzkönig blieb diesmal standhaft und sagte freundlich ab.

Interessant ist jedenfalls, dass der Herzkönig bislang noch keine Geschäftsbeziehungen zur Ergo-Versicherung unterhalten hat, somit können die eigentlich auch keine Kontaktdaten haben. Das könnte dann weitere Fragen wie „wie kamen die zur geheimsten Nummer im Königspalast?“ nach sich ziehen. Aber wer will denn gleich so tief graben…