Halloween 2017

Die Herzkönigin nahm den kleinen Prinzen zu Halloween mit nach Klosterneuburg auf ein gruseliges Fest, bei dem die kleinen Prinzessinnen und Prinzen auf die Suche nach Süßem oder Saurem geschickt wurden. Da es der kleine Prinz nicht so sehr mit Skeletten und sonstigen Untoten hat, wurde er in seine Lieblingsfigur gesteckt und er machte als Feuerwehrmann die Gegend unsicher. Der Herzkönig musste auf das eigene Zuhause aufpassen. Darüber hinaus passte er auch nicht mehr – ob der oben erwähnten kleinen Prinzessinnen und Prinzen – auch gar nicht mehr ins Auto und er wusste auch nicht als was ein Herzkönig standesgemäß zu Halloween tragen sollte. Ein Hofnarrenkostüm vielleicht?

Jedenfalls hatten die Herzkönigin und der kleine Prinz gehörigen Spaß. Als es aber ans Heimfahren ging, entdeckte die Herzkönigin am Auto ein seltsames, in zwei Sprachen verfasstes, Post-it.

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Da sich ein  solches Post-it auch an anderen Fahrzeugen befand, die dann auch noch handfeste Kratzer aufwiesen, hielt sich die Laune der Herzkönigin bei der Heimfahrt in Grenzen. Am nächsten Tag begutachtete der Herzkönig den königliche Fuhrpark und konnte doch den einen oder anderen neuen Kratzer feststellen.

Um es später bei der hausfremden Versicherung melden zu können, musste er jedoch den Weg auf die örtliche Polizeistation wagen, um dies ordentlich aufnehmen zu lassen. Ein solcher Schritt musste aber genau überlegt werden, lohnte es sich wegen der paar Kratzer zur Polizei zu gehen? Immerhin hatte er da ja schon einschlägige Erfahrungen.

Etwa als der Herzkönig als Führerscheinneuling seinen ersten Strafzettel wegen Falschparkens erhielt und als mündiger Bürger am nächsten Tag den Posten aufsuchte, um den Grund seiner Bestrafung zu erfahren und mit den Worten „Woher soll i des wissen“, „des wird scho passn“ und „vielleicht sans zu nohe an ana Kreuzung gestanden“. Ohne zu erwähnen, dass die nächste Kreuzung im Nachbarort war, hat der Herzkönig die Strafe gezahlt.

Im Laufe der Zeit gesellten sich einige „Führerschein, Zulassungsschein“ oder „kummans mit, blosn“ – meist ohne „bitte“ aber immerhin per „Sie“. Ungern erinnert sich der Herzkönig noch daran, als er aufgehalten und mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, er sei ohne die Hände am Lenkrad zu haben, gefahren. Irgendwie ließen sich die Herren dann doch überzeugen, dass man so nicht wirklich unfallfrei unterwegs sein kann. Wäre es so gewesen, hätte ich mich umgehend bei einer Supertalent-Sendung beworben. Ungern erinnert sich der Herzkönig daran, als ein Rudel Polizisten ihn auf seiner Zivildienststelle aufsuchen wollte, er aber nicht anwesend war. Die Herren haben aber auch nicht den Grund für ihr Auftauchen genannt, was zu wirren Spekulationen beitrug und das Image eines damals, langhaarigen Möchtegernherzkönigs einseitig beeinflusst hat. Für alle, die nicht ganz an die Reinheit im Herzen des Herzkönigs glauben, sei gesagt: es stellte sich heraus, dass der Herzkönig als Zeuge und Alibigeber gesucht wurde, für einen Autostopper, den der Herzkönig mitgenommen hat. Der Autostopper wurde nämlich verdächtigt, einen Mistkübel angezündet zu haben.

Gerne erinnert sich der Herzkönig allerdings noch an jene Episode, als er eines Tages in seiner Favoritner Dependance – aus der ihn später die Herzkönigin erlöste – unzählige Vorladungen in die örtliche Polizei vorfand. Eines Tages nahm er dann diese Vor- als Einladung an und erschien. Er musste sich zuerst anhören, wo er denn gewesen ist und ob er nicht seine Geldbörse vermisse. Der Herzkönig verneinte und zeigte seine eigene Geldbörse als Beweis. Daraufhin holte der Polizist zum Gegenschlag aus und brachte eine fremde Geldbörse herbei. Diese sei nicht Eigentum des Herzkönigs, so der Herzkönig bestimmt. Aber auch diesem Einwand wurde nicht Glauben geschenkt. Es kam wie es kommen musste. Der Polizist verlangte, die fremde Geldbörse zu öffnen, der Herzkönig lehnte ab. Der Polizist nahm daraufhin – schon leicht errötet – das Geldbörserl und nahm einen darin befindlichen Ausweis heraus, öffnete ihn und streckte mir ihn siegessicher mit den Worten „Und wer is des?“ entgegen. Der Herzkönig sagte wahrheitsgemäß „ned i“. Mittlerweile hochrot betrachtete auch der Polizist den Ausweis, erkannte keine Ähnlichkeit des damals 25-jährigen Herzkönig mit dem darauf abgebildeten 80-jährigen.

Diese letzte Episode vor Augen fasste der Herzkönig doch den Entschluss, die örtliche Polizeistation aufzusuchen. Als „Schutzschild“ nahm er aber den kleinen Prinzen mit – denn kleine Kinder können manchmal das Eis brechen. Und siehe da: der kleine Prinz beeindruckte vor Ort mit seinem mitgebrachten Polizei-Puzzle, die Beamten nahmen das Vergehen auf und eine Stunde später kam der Herzkönig mit einer amtlichen Bestätigung seines Schadens am Auto wieder heraus.

Was zwischenzeitlich nicht geklärt werden konnte: gibt es in Klosterneuburg Personen mit der Kombination Deutsch und Englisch als Fremdsprache? Oder hat man mein Auto mit einem Fahrzeug eines in Klosterneuburg bzw. Weidling lebenden Politikers – da soll’s ja einige geben – verwechselt? Nach der wohlwollenden und komplikationsfreien Aufnahme des Deliktes habe ich volles Vertrauen, dass die örtliche Polizei dieses Rätsel aufklären wird!

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