das gibt es immer noch… die automatische Verlängerung von Abos

Die Herzkönigin hat zum besseren Verständnis des kleinen Prinzen ein Abo der Zeitschrift Eltern abgeschlossen. Zum Kennenlernen gab es über das Portal Presseshop.at fünf Hefte zum Preis von drei. Immer wenn es was zu sparen gibt, sind Herzkönigin und der Herzkönig nicht zu bremsen! Die Zeitschrift gefiel der Herzkönigin so gut – und der Herzkönig muss zugeben, dass er die eine oder andere Story auch gelesen hat – dass Sie die Zeitschrift dann auch gleich für einen längeren Zeitraum abonnierte. Allerdings nicht mehr über Presseshop.at, sondern direkt beim Verlag.

Es kam, wie es kommen musste, im Februar kamen zwei Zeitschriften, eine vom neuen Verlagsabo, und eine weitere vom Presseshop.at!

Die Ursachenforschung ergab, dass das Abo beim Presseshop.at einfach weiter lief. Dies ohne offensichtlichen Hinweis auf der Rechnung und ohne zusätzliche Info über ein automatische Weiterlaufen. Mit dem Hinweis, dass ein befristeter Vertrag grundsätzlich mit Zeitablauf zu enden hat, schrieb der Herzkönig mit erhobenen Hauptes an den Presseshop.at. Das juristische Wissen hatte er sich beim Verein für Konsumentenschutz erfragt. Presseshop.at schrieb auch gleich zurück:   „Probeabos sind jederzeit kündbar und enden dann mit der nächsterreichbaren Ausgabe. Nur Jahres-Geschenkabos 12 Monate für 11 enden automatisch nach einem Jahr. Wie Sie ersehen, können auf unserer homepage verschiedene Aboarten bestellt werden. Es tut uns leid, wenn Sie möglicherweise den entsprechenden Hinweis auf unserer Homepage und auf der Rechnung übersehen haben.“ Das erhobene Haupt war dann gleich wieder etwas geknickt. Presseshop.at stornierte schließlich den alten Vertrag, die Herzkönigin und somit auch der Herzkönig blieben aber auf einen Schaden von 10 Euro sitzen.

Achja: der Hinweis auf der Rechnung liest sich wie folgt: „Jederzeit-Geld-Zurück-Garantie: Wenn Sie eine Zeitschrift nicht mehr lesen wollen, zahlen wir den Betrag für nicht mehr gelieferte Hefte zurück. Email oder Anruf genügen. Bis zu diesem Zeitpunkt liefern wir weiter, ohne dass es einer weiteren Bestellung bedarf. Jahres-Geschenkabos enden automatisch.“ Da lese ich eigentlich nichts davon, dass sich das Abo automatisch weiterverlängert, aber gut.

Eine juristische Auseinandersetzung zahlt sich ob des geringen Streitwerts nicht aus, auch gibt es scheinbar unterschiedliche Adressen dieser Firma: Auf der Rechnung ist unter Presseshop.at ein Postfach 4 in 6961 Wolfurt angegeben; in der E-Mail antwortete das – nein es hieß dort  „Ihr“ – Presseshop.at-Team als „Presseplus / Sondermann Dialog e.K., Inhaber: Gerhard Sondermann, Andreasstraße 31, 22301 Hamburg“. Bei soviel Verwirrtaktik bleibt zu hoffen, dass sich die Firma selbst noch auskennt, der Herzkönig tut es nämlich nicht mehr.

Helen of Troy: Herzkönig trifft auf Helena!?

Was hat der Herzkönig mit der schönen Helena zu tun? Immerhin wurde diese schöne Griechin aus einem Ei gezeugt und nicht wie die Aphrodite aus… egal. Schuld war wieder einmal der kleine Prinz und in der Folge auch die Herzkönigin, dass der Herzkönig mit der Helena in Kontakt treten musste.

Von vorn: die Herzkönigin kaufte im November 2016 einen Wick-Luftbefeuchter (Sweet Dreams Ultraschall), damit es der kleine Prinz in der kalten Jahreszeit auch entsprechend feucht in seinem Schlafzimmer hat. Zwei Monate hat dieses Teil funktioniert und dann ohne Bescheid zu geben, von einem Tag auf den anderen seinen Geist aufgegeben. Also Rechnung gesucht, der Händler fühlte sich nicht zuständig und verwies uns an den Hersteller. Ich suchte im Internet und fand dass Wick zu Procter & Gamble gehörte und erreichte sogar jemand unter der Telefonnummer (natürlich eine Mehrwertnummer). Dort teilte man mir mit, dass man für den Luftbefeuchter nicht zuständig sei. Man gab mir eine eigene Wick-Nummer. Dort konnte ich wieder jemand erreichen, der mir aber auch nicht helfen konnte. Ein paar Warteschleifen später verwies man mich auf die Firma „helen of troy“ und deren Internetseite hot-europe.com. Nun war ich also bei ihr, der schönen Helena!

In einem halbstündigen Telefonat schilderte ich dem Mitarbeiter das Problem mit dem defekten Wick-Luftbefeuchter. Man versprach mir eine E-Mail zu schicken. Diese kam allerdings nicht. Ein weiteres Telefonat später erhielt ich am 19. Jänner 2017 Zugang zum Online-Reklamationstool. Man forderte eine Kopie der Rechnung und eine LOT-Nummer, die aber weder am Gerät noch sonst wo zu finden war. Anfang Februar wurde die Reklamation dann doch eingebucht und etwas später erhielt ich einen Retourschein. Ich schickte das defekte Gerät an die angegebene Adresse und es vergingen wieder zwei Wochen. Ich fragte nach, und man schrieb mir, dass ich einen Retourschein bereits bekommen habe und ich meinen Spam-Ordner durchkämmen sollte. Nochmaliges Nachwassern mit dem Hinweis, dass das Gerät schon längst nicht mehr bei mir ist….

Dann kam doch eine interessante Antwort – man beachte den Wechsel von der Ich-Form in den Plural: „Meine vorherige Nachricht können Sie ignorieren – uns ist hier leider ein Fehler unterlaufen. Bei der erstmaligen Buchung der Reklamation war das Falsche Produkt ausgewählt. ( ein identischer Luftbefeuchter für den Amerikanischen Markt) Wir haben den Fehler korrigiert und unser Service-Center schickt Ihnen ein Neugerät zu – nach erhalt können Sie den defekten WUL575 SWEETDREAMS entsorgen.“

Soll ich jetzt noch einmal darauf hinweisen, dass ich den kaputten Luftbefeuchter schon zurückgeschickt habe? Und was kann ein Luftbefeuchter für den amerikanischen Markt? Ist der XXL, singt er den Jankee Doodle oder schießt er gar scharf in die Luft? Und vor allem, was hat das mit mir zu tun? Egal – immerhin wurde ich mit einem West-Produkt verwechselt! Der Fantasie sind jetzt keine Grenzen gesetzt, wie so ein Beleuchter für den russischen, chinesischen, nordkoreanischen Markt aussieht?

Jedenfalls habe ich mir die nächsten 14 Tage Urlaub genommen und die Herzkönigin zum persönlich Shoppen außer Haus geschickt, damit ich den Augenblick nicht verpasse, wenn mir die schöne Helena (persönlich) einen neuen Luftbefeuchter vorbeibringt!

Und sie kam tatsächlich: aber was hat sie denn gebracht?

  • einen Wick-Luftbefeuchter?
  • eine leere Schachtel mit heißer Luft?
  • einen Wick-Luftbefeuchter und ein Wick-Hustenzuckerl?
  • zwei Wick-Luftbefeuchter?
  • einen Reisegutschein nach Griechenland?

Wer sich an das Titelbild erinnert, hat die Antwort…

 

Der Herzkönig macht, nein er liebt seine Steuererklärung!

Ich habe in meinem Leben als Herzkönig nur noch wenig, was ich selbstbestimmt tun kann. Neben dem Blog (der aber auch vom kleinen Prinzen und natürlich von der Herzkönigin mitbestimmt ist) ist ein verbliebenes Hoheitsgebiet des Herzkönigs im selbstbestimmten Ausfüllen der persönlichen Steuererklärung verblieben. Schon gegen Jahresende ergreift mich immer wieder so ein erwartungsvolles, freudiges Gefühl und ich weiß nicht, ob ich mich da auf Weihnachten oder auf die nächste Steuererklärung freue!

Auch diesmal sind mir von der aufmerksamen Finanz allerhand Zettel – wofür ich mich nicht genug bedanken kann – mit der Post zugestellt worden. Diese Formulare habe ich dann aufmerksam gelesen, was nicht ganz so einfach war.

Neben meiner unselbstständigen Tätigkeit habe ich noch ein paar Euro in selbstständiger Form erhalten, also Einnahmen erhalten. Doch kann mir mal jemand erklären, warum in einem Formular von der Finanz einmal von „Erträgen“, dann einmal von „Gewinn“, wieder einmal von „Betriebseinnahmen“ gesprochen wird? Meinen „Erträge“ das gleiche wie „Einkünfte“? Dann heißt es auf einmal „Überschüsse“. Und, dann finden sich nicht nur „Gewinne“, sondern auch „nicht entnommene Gewinne“! Es gibt aber auch nicht einfach nur „Einkünfte“, sondern auch „positive Einkünfte“! Allerdings… „negative Einkünfte“ habe ich in dem ganzen Begriffsdurcheinander nicht gefunden, da wird dann schon von Verlusten gesprochen. Manchmal sind diese Verluste auch noch spezifiziert. Man spricht von „ausländischen“ Verlusten (da kann ich mir noch etwas vorstellen), oder von „ausgleichsfähigen“ Verlusten oder gar „verrechenbaren“ Verlusten. Wen ich meine Verluste verrechnen kann, steht allerdings nicht da. Die Herzkönigin hat schon abgelehnt, aber mit dem kleinen Prinzen bin ich noch in Verhandlungen!

In der Einkommensteuerklärung gibt es auch noch die Möglichkeit, etwas nur zu 2/3 auszuscheiden: „in Kennzahl 325 sind daher 2/3 auszuscheiden“. Wie das im echten Leben – man erinnere sich an den Blogbeitrag über den WC-Sitz – funktionieren soll, ist mir schleierhaft.

Dann bin ich noch über Früchte und Substanz gestolpert, etwas, das ich in einer Steuererklärung nie vermutet hätte. Allerdings, von Obst und Gemüse war dann auch wieder nichts zu finden:  „In den Kennzahlen 310/320/330 nicht enthaltene in- und ausländische Kapitalerträge (Früchte und Substanz), auf die keine ausländische Quellensteuer anzurechnen ist und die mit dem besonderen Steuersatz von 27,5  zu besteuern sind.“ Eine Zeile darunter findet sich der gleiche Satz, allerdings mit einem besonderen Steuersatz von 25 Prozent. Falls ich in meinen Belegen noch etwas mit Obst finde, werde ich das schon eintragen, allerdings zum besonderen Steuersatz von 25 Prozent, man will ja schließlich bei der Steuererklärung auch etwas zurückbekommen!
Noch immer schlaflose Nächte habe von der sogenannten „Wartetastenregelung“. Da bekommt man vermutlich Geld zurück, wenn man lang genug nachdenkt, ob man einen Betrag X  von der Steuer absetzen soll und daher wartet, ob man diesen in die Tastatur reinklopft. Ich weiß noch nicht, ob ich mich darüber trauen soll, einen Euro für die Wartetastenregelung einzutragen. Ich tendiere eher zum Cent-Bereich – so ein Schuss kann ja nach hinten losgehen.

Dann gibt’s sogar „Einkünfte für die ich den Hälftesteuersatz beanspruche“. Welche das sind steht nicht da, aber ich werde einmal einen Euro reinschreiben und schauen, was passiert.

Bei anderen Dingen, werde ich den Versuchseuro nicht reinschreiben, da mir nicht ganz klar ist, ob ich was davon habe: Etwa bei Passagen wie: „Dotierung einer Zuschreibungsrücklage für bisher unterlassene Zuschreibungen gemäß § 124 b Z 270 lit. A, sofern nicht bereits als passive Rechnungsabgrenzung gemäß § 906 Abs. 32 UGB berücksichtig.“ Oder: „Hinweis zur Eintragung in Kennzahl 9289: Bei einem positiven Saldo ist dieser mit einem Minus, bei einem negativen Saldo sind 45% dieses Saldos mit Plus einzutragen.“ Warum bei einem negativen Betrag nur 45 Prozent nicht einmal als negativ, sondern mit Plus zu versehen sind, würde ich wirklich gerne ergründen.

Bei all den schönen neuen Wörtern, die ich gelernt habe, habe ich nichts für mein eigentliches Problem gefunden: ich habe im letzten Jahr in meiner Karenzzeit einen Werkvertrag für ein Buchprojekt gehabt. Und laut Arbeiterkammer-Broschüre kann man da ein Arbeitszimmer absetzen. Nur habe ich die Position in den mir dankenswerterweise von der Finanz zugeschickten Unterlagen nicht finden können. Also, was macht der Herzkönig. Er ruft ehrfürchtig bei der Finanz an und erhält folgende telefonische Auskunft: Ein Arbeitszimmer könne man aus folgenden Gründen grundsätzlich nicht absetzen, weil es a) keinen eigenen Kundeneingang hätte, man b) nicht nachvollziehen kann, ob ich denn mit meinem Laptop in der Küche gesessen bin und c) ich das Ganze auf 99 Jahre rechnen müsste und ich da nur die Abschreibung angeben dürfte und da nix rauskommt.

Das war mir dann auch zu blöd. Ich habe all meine Ausgaben unter sonstige Ausgaben reingepackt. Dass mir vor lauter Ärger kein Komma- bzw. Rundungsfehler unterlaufen ist, oder sich gar bei den Ausgaben eine zusätzliche „0“ (vor dem Komma) eingeschlichen hat, ist da eigentlich ein Wunder, kann aber mit 100-prozentiger Sicherheit nicht ausgeschlossen werden!

 

Versicherer…. Haberer…?

Vor 11 Jahren habe ich – der damals propagierten Idee der privaten Pensionsvorsorge folgend  – auch eine staatlich geförderte Zukunftsvorsorge abgeschlossen. Die hatte zwar nur eine Mindestlaufzeit von 10 Jahren, erstmals kündigen kann man diese aber – warum auch immer – erst im 11. Jahr. Aber egal, die Sache war sowieso ein Schuss ins Knie, da kommts auf so Kleinigkeiten auch nicht an.

Im jetzt möglichen Kündigungsfall stellen sich ein paar Möglichkeiten: den Betrag auszahlen lassen und die Hälfte der staatlichen Prämie sowie die KEST zurückzahlen oder in eine Pensionskasse oder in ein Versicherungsunternehmen einzahlen. Im Fall Pensionskasse bzw. Versicherung würde man die staatliche Prämie behalten können und müsste auch keine KEST nachversteuern. Und, wer versteuert denn gerne nach oder zahlt der Finanz gerne etwas zurück. Darum habe ich mir gedacht, ich frage doch nach, welche Möglichkeiten es gibt.

Die Nachfrage bei der Pensionskasse ergab: bei einem etwaigen Übertrag hätte man über den Daumen dann im Pensionsfall ein paar Euro mehr an Zusatzpension. Die Info gab’s am Telefon und meine dankende Ablehnung gleich dazu.

Die Nachfrage bei der Österreichischen Beamtenversicherung war etwas umständlicher. Am Telefon erklärte man mir, natürlich habe man etwas im Angebot, damit ich die staatliche Prämie nicht zurückzahlen müsse, aber man wolle mir das persönlich mitteilen. Ein erstes Treffen brachte aber da keine neuen Erkenntnisse; der Versicherer wollte allerhand über mein Leben und meine Sorgen wissen. Er bot aber auch gleich zusätzlich einen Versicherungsvergleich an, den ich halt – in Gottes Namen und weil gratis – auch in Anspruch nahm, weil „man könne sich ja vielleicht ein paar Euro sparen.“ Aus dem Sparen wurde beim zweiten Treffen nichts, die Angebote waren teurer als meine alten Versicherungen, aber da und dort „besser“ im Leistungsfall. Nachdem ich dankend verneint habe, wollte ich das Gespräch wieder auf die Pensionsvorsorge bringen. Uije, da musste ein dritter Termin her und oh Wunder, ich bekam dann bei diesem dritten Termin auch zwei Angebote: eine Erlebensversicherung und eine Er- und Ablebensversicherung. „Was haltens denn davon?“ war dann die Frage, auf die ich gleich die passende Antwort hatte: wie ist es denn mit dem Erhalt der staatlichen Prämie meiner alten Pensionsvorsorge. Da würde man mir noch ein Angebot legen müssen, aber dieses könne man mir schicken. Huch, doch kein Treffen mehr.

Es kam kein Angebot, allerdings ein Telefonat, dass die Österreichische Beamtenversicherung kein Produkt habe, bei dem ich fürs alte Produkt erhaltene staatliche Prämie erhalten könne. Schade jetzt, aber hätte man das nicht auch gleich sagen können?

Ob ich mich denn schon für eine Lebensversicherung entschieden habe, wollte man dann auch noch wissen. Nachdem ich schon im Angebot die Hälfte der Ausdrücke (was ist eine Dynamikklausel, ein Rentenwahlrecht, eine Bonusrente, ein Gewinnsammlungsguthaben, eine Beitragsrückgewähr, ein Sterblichkeitsrisiko?) nicht verstehe, sollte ich eigentlich die Finger davon lassen. Und dann gibt es auch noch so schöne Sätze wie: „Ihr Versicherungsvertrag unterliegt österreichischem Recht ohne die Verweisungsnormen des österreichischen internationalen Privatrecht.“ Wie jetzt: österreichisches Recht ohne österreichisches Recht weil österreich ja international oder doch privat? Und schließlich handelt es sich bei den ganzen genannten Zahlen um „Modellrechnungen [also um] REchenmodelle, denen fiktive Annahmen zugrunde liegen.“

Als ich den Versicherer – immer noch am Telefon – gesagt habe, ich leg‘ die paar Euro doch auf ein Sparbuch, diese Form „verstehe“ ich noch halbwegs, hat er gleich gemeint, beim nächsten Treffen könnte er noch jemanden zweiten mitnehmen….

Danke, nein. Ich habe jetzt bei meiner Herzkönigin eine Erlebnisversicherung abgeschlossen, die kostet zwar das Doppelte, hat aber eine Kapitalgarantie, bis das der Tod uns scheidet!

 

okob: eine Jugendsünde?

Eine Suche in einer Internetsuchmaschine bringt manches Mal biographische Highlights aus der Vergangenheit zutage. Eine dieser Suchen hatte einen Verweis auf youtube zur Folge, in denen drei Lieder meiner ersten eigenen Band zu finden sind. Unter dem Bandnamen o.k.o.b. (deren Bedeutung nur eingeweihten Musikkennern der österreichischen Szene bekannt ist) entstand ein Projekt – oder musikalisches Ereignis – welches in besonderer Weise Tradition mit Moderne mischte. Also deftige, derbe und auch lustige G’stanzln, die in angebrachter Lautstärke mittels Schlagzeug („Bürgerleister“), Stromgitarre (ich) und Gesang („biomike“) dargebracht werden.

Die Band begann ihr Wirken 2001 auf einem Polterabend. In erster Linie wurden daher G’stanzln dargeboten, die sich auf dort anwesende Personen bezogen haben. Ausgehend von diesem personbezogenen Ansatz entwickelte sich eine Bandbreite an Themen, die in den Stücken verarbeitet werden. Ein Lied wurde beim Polterabend dem Bruder des Bräutigams gewidmet, der auf der Suche war. Das Lied in der unverdächtigen hochdeutschen Übersetzung „Eine Lücke“ entwickelte sich mit 126 Aufrufen auf Youtube zu einem Bestseller (https://www.youtube.com/watch?v=McRi7h6Zg8k). Das Lied wurde dann entpersonalisiert und der „Hit“ beim grandiosen und gleichzeitig letzten Auftritt im Gasthaus Fröschl.

Ein paar Lieder finden sich heute noch auf Youtube (Gestern und Heute: https://www.youtube.com/watch?v=qGqx9GC_6Vs, Die Heiligen: https://www.youtube.com/watch?v=OcTCnkT75W0), sonst gibt es nicht mehr viel über die Band, die einst ein großartiges Gästebuch auf der Website „okob.at.tf“ hatte. Es erinnern nur mehr ein paar Live-CDs (Auftritt im Planet Music beim Bandcontest, bei dem wir nicht Letzter wurden ;-), und einige T-Shirts mit Aussprüchen wie „Grün kacken die Hühner“ (was sich in Mundart auch reimt) an o.k.o.b.

 

Die Post nimmt allen was…

Vor kurzem in einer Postfiliale: Aufgabe von drei A4 Briefen und Kauf von drei Marken für ein selbst gemachtes Retourkuvert. Statt wie bislang 1,60 Euro kostet nun der Versand eines A4-Briefes nicht ganz das Doppelte, aber doch immerhin 2,50 Euro. Eine kräftige Anhebung, ganz im Sinne einer stabilen Preispolitik der Europäischen Zentralbank.

Zähneknirschend muss man diese Preiserhöhung zur Kenntnis nehmen und ich getraute mich fast nicht nach Marken zu ebendiesem Preis zu fragen. Ich gebe nämlich manchmal in Kuverts, die mit dem selben Inhalt wieder an mich zurückgegen sollen, ein vorfrankiertes Kuvert – sprich ein Retourkuvert.

Nach einem kurzen Moment der Stille tat ich es dann doch und bekam eine verblüffende Antwort. Man könne mir keine Marken verkaufen, da es noch keine Marken im Wert von 2,50 Euro gäbe. Man könne mir allerdings in der Form helfen, dass man Marken zusammenstückelt und mit einer 1,60 Euro-Marke, einer 80 Cent-Marke und einer 20-Cent-Marke auf den entsprechenden Betrag kommt. Aber hoppla und einmal kurz nachgerechnet, das ergibt doch 2,60 und damit mehr als 2,50 Euro? Ja, das geht leider nicht anders, weil man hat zwar den Preis auf 2,50 Euro erhöht, wann Briefmarken um 2,50 Euro lieferbar sind, wisse man nicht.

2,60 Euro für ein A4-Brieferl…. in richtiges Geld – sprich Schilling – darf man wirklich nicht mehr umrechnen!

Ein Jammer mit der Hundekacke…

Ein kalter, aber sonniger Sonntagmorgen lud die Herzkönigin, den kleinen Prinzen, den Wauwau und mich zu einem Spaziergang in der frischen Luft ein. Wir stapften so durch den angezuckerten Wiener Park: die Herzkönigin mit dem Wauwau voraus, ich und der kleine Prinz folgten.

Vor uns ging ein anderer Hundebesitzer mit seinen zwei kleinen französischen Bulldoggen. Vom Typ her Vollbart (wie er grad so in ist) und ein bisserl Bobo (wie man sie sonst nur im 7. Bezirk findet) schlurfte er so dahin und schlurfte auch weiter, als einer seiner Doggen einen prächtigen Haufen hinterließ. Meine Herzkönigin konnte nicht anders, als ihn höflich darauf aufmerksam zu machen, dass er das auch aufheben könne. Er ließ sich nicht beirren, schlurfte weiter, entwendete eine Kronenzeitung und murmelte dann vor sich hin: „Bücken tue er sich sicher nicht“, und wenn es einen stört „kann man es ruhig aufheben“. Als er weit genug weg war hat er sich dann auch richtig getraut, in die Luft zu schimpfen: „man solle froh sein, dass ein Kind (der kleine Prinz, Anmerkung meinerseits) dabei sei, sonst…“

Braucht man sowas an einem Sonntagmorgen? Wirklich eigenartig, auf einen nett gemeinten Hinweis so derartig aggressiv zu reagieren. Wir hätten ihm ja sogar ein „Gackisacki“ geborgt, ach was sage ich, geschenkt hätten wir ihm eines sogar, da lassen wir uns wirklich nicht lumpen. Aber gut, wollte er nicht. So stapften wir – etwas grantig – zurück nach Hause. Meine Herzkönigin, die im Grund genommen eine Weltverbessererin zu sein glaubt, erträgt es leider überhaupt nicht, wenn jemand nicht das tut was sie gerne hätte.

Unsere Laune besserte sich allerdings schlagartig, als wir vor unserem Haus eine ältere Bewohnerin sahen, die aufgeregt mit einem Euro in der Hand hin und her wedelte,  hüpfte und gestikulierte. Bei näherer Betrachtung war sie auf der Suche nach jemanden, der ihr vom 20 Meter entfernten Kronenzeitungsständer eine Zeitung holen würde. Sie selbst hatte ja nur Schlapfen an und traute sich deshalb nicht über die angeeiste Straße. Mit den Worten „Gengans lossens des Geld stecken, ich bring ihnen eine Zeitung – i hob grod gseng, die Krone kostet heit nix“ wagte ich mich schleunigst mit meinen Turnschuhen aufs Glatteis, „organisierte“ eine Zeitung und sorgte damit für die literarische Nahversorgung unter widrigsten Bedingungen.

Durch diese kleine Episode, die hoffentlich straffrei bleibt, beruhigte sich der Puls wieder, hoben sich die Mundwinkel wieder und ich konnte in Ruhe nachdenken, wie man sich für ein etwaiges nächstes Zusammentreffen mit diesem Hundefreund rüsten könnte – nein keine Sorge ich rede nicht von Bazooka & co – aber vielleicht sollte man doch eine Kleinigkeit zur Selbstverteidigung mitnehmen. So eine aggressive Stimmung wegen eines Hundeschases mit entsprechdem Gewicht kann ja doch nicht gut für das Seelenheil sein; manch Ursache soll ja in der Kindheit liegen und vielleicht wurde ihm ja einfach zu wenig vorgelesen. Ein Blick ins Bücherregal des kleinen Prinzen und schon weiß ich was ich fürs nächste Aufeinandertreffen mitnehme: „weißt du eigentlich, wie lieb ich dich habe“. Passt perfekt.

PS: Alternativvorschlag der Herzkönigin: Der Wappler Kalender 2017 – mit Schimpf und Schande durch das Jahr.

Kernkraftwerk für Kinderspielzeug?

Weihnachten ist vorbei. Und damit auch die Zeit der Geschenke – zumindest bis zum nächsten Anlass…

Jedenfalls hat unser Sohn sein erstes ferngesteuertes Auto – einen Chicco Fiat – vom Onkel bekommen. Meine Herzkönigin und ich haben unseren Segen erteilt. Wir hatten zwar unsere Bedenken, da Italiener eigentlich nur Sommerautos fabrizieren, jedoch haben wir  uns dann doch für den kleinen Flitzer entschieden, immerhin sollte er ja auch sparsam im Verbrauch sein. So weit, so gut.

Drei Tage nach Weihnachten erste Enttäuschung für den jungen Autobesitzer: Batterien aus, nix ging mehr. Naja, vielleicht waren ja noch die Originalbatterien drinnen und der kleine Fiat ist ein Jahr im Geschäft gestanden, bis der Onkel ihn gekauft hat. Also Batterien getauscht und weiter gings. Ein paar Tage später stottert erneut der Motor, er fährt zwar noch ein bisserl, allerdings lässt er sich nicht mehr lenken und kommt grad noch auf den Teppich, wo er aufgibt und ein letztes verzweifeltes Hupen intoniert.

Kind intoniert daraufhin ein ebenso verzweifeltes Klagelied, sämtliche ihm angebotene unmotorsierte Fuhrwerke genügen dem kleinen Prinzen nicht mehr. (Der kleine Prinz…bald nachzulesen auf Blog Nr.?)

Somit haben meine Herzkönigin und ich die einzig richtige Entscheidung für das Wohl der Familie und die Umwelt im Kinderzimmer getroffen: Nein,  der Fiat wurde nicht gegen ein simples Matchbox Auto ausgetauscht, sondern die aufopferungsvollste Ehefrau von allen ist um kurz vor 21 Uhr  noch zum hiesigen Ikea am Stadtrand gedüst und hat  wiederaufladbare Akkubatterien für die nächsten zehn Jahre erstanden. Immerhin wollen wir nicht schuld daran sein, dasss man in Österreich für den Betrieb eines Kinderspielzeuges doch noch ein Atomkraftwerk errichten muss.

PS: Zwei Tage später kamen die Großeltern vom Lande und brachten dem kleinen Buben (natürlich vom Christkind) einen kleinkindgroßen Traktor mit. Nun steht der Chicco Fiat 500 in einer Ecke des Kinderzimmers und wartet vergeblich auf Verwendung, denn der rote Traktor ist natürlich viel besser zu fahren.

PPS: Einer der nächsten Blogs wird heißen: „Christkind bringt einen halben Traktor“.

 

Honig-Nuss-Müsli-Erkenntnis

Beim Probieren eines Müslis (Honig-Nuss) von mymuesli.de fehlte mir irgendwie der Geschmack des Honigs. Das bewegte mich dazu, nachzulesen, was denn so alles in diesem Müsli enthalten ist. An erster Stelle des „Honig-Nuss“-Müslis steht 25% Hafer-Crunchy. Aha, also ein Hafer Müsli. Dafür findet sich zwischen diversen Nüssen gleich zwei Mal „Palmfett“, nochmals aha. Und der Honig: Ganz zum Schluss steht 1 % Honig, noch vor Reismehl. Na dann bin ich ja beruhigt.

Beim nächsten Mal dann doch wieder Kellogg’s Cornflakes, denn da sind laut Packung nur Mais, Zucker, (fettgeschriebenes) Gerstenmalz und Salz verarbeitet.

 

 

Rezension

Für die Zeitschrift „Das Waldviertel“ (Heft 4 mit zwei Rezensionen von mir ist eben erschienen: http://www.daswaldviertel.at) habe ich mir das Buch „Zwiebelwickel, Essigsocken und Co. – Traditionelle Hausmittel neu entdeckt“ vorgenommen.

Ich ging eigentlich sehr leidenschaftlich an dieses Thema heran. Als mein Sohn wieder einmal ordentlich hustete gabs einen Zwiebel-Honig-Topf unters Bett. Man nehme gewürfelten Zwiebel, gebe diesen in ein Glas, etwas Honig darüber, verschließen und stehen lassen. Das offene Glas stelle man über die Nacht unters Bett. Ob es etwas geholfen hat weiß ich allerdings nicht, denn unser Hund schlich sich  in das Kinderzimmer und leerte das Zwiebel-Honig-Glas. Mit tränenden Augen kam er auch rasch wieder heraus. Seit dieser Episode hat er allerdings nicht mehr gehustet. Also muss was dran sein, an diesem alten Wissen.

Das erste Rezept aus diesem Buch war Omas Geheimnis, das bei Bronchitis helfen sollte. Das Rezept scheiterte fast an der Quitte, die ich dafür besorgen musste. Also auf in den Supermarkt, in dem es gefühlte 100-Milch-Sorten gab, allerdings fand ich keine Quitten. Bei der Gemüse und Obst-Abteilung fand ich schließlich einen Verkäufer, jedoch hatte dieser noch nie von Quitten gehört. Von Neugierde gepackt befragte er die Suchmaschine in seinem Apfel-Handy. Das Ergebnis war für mich wenig hilfreich, aber immerhin konnte der Verküfer nun Quitten von Äpfeln und Birnen unterscheiden. Gottseidank gibts die kleinen türkischen Supermärkte an jeder Ecke, die haben Quitten und ich konnte dieses Rezept ausprobieren; schmeckte eigentlich ganz gut und sogar dem kleinen Prinzen. Das konnte ich von einem anderen Rezept, der heißen Zwiebelmilch nicht behaupten.

Ich glaube, für die Buchbesprechung werde ich von weiteren Selbstversuchen absehen…