bad hair day…

Es begann nach einem überstandenen Samstag mit der eigentlich zu begrüßenden Idee der Herzkönigin, der Herzkönig möge den kleinen Prinzen mit in die Badewanne nehmen. Der etwas wasserscheue Herzkönig dachte in diesem Moment zwar kurz an die Textpassage, es „ist Samstagabend und die Dinge stehen schlecht“. Er sollte in diesem Moment noch nicht wissen, wie recht er mit diesem Gedanken haben sollte.

Der kleine Prinz suchte sich zu diesem freudigen Anlass allerlei schwimmfähige Spielereien zusammen und auch der Herzkönig dachte an ein bestimmtes Spielzeug. Im Sommer wurde der herzkönigliche Fuhrpark um ein Playmobil-Fahrzeug verstärkt, das als Amphibienfahrzeug natürlich schwimmen konnte und mit einem Unterwassermotor angetrieben wurde.

Nach einiger Zeit des Planschens und des Hin- und Herfahren des Amphibienfahrzeug wurde der Herzkönig übermütig und löste den Antrieb vom Fahrzeug und ließ diesen – wie einen Unterwassertorpedo – in der Badewanne herumschwimmen. Das Unglück nahm unausweichlich seinen Lauf und als der Herzkönig bemerkte, dass der Motor aufgehört hat, sich zu drehen, war es schon zu spät. Er erkannte auch sofort, dass er sich alleine aus dieser Misere nicht mehr befreien konnte. Die Hofdamen konnte er nicht rufen, da sich das Unheil eben unter der Gürtellinie verfangen hat. Vor dem Haus- und Hofschneider hatte er ehrlicherweise Angst, dass dieser mit seinem Schneiderwerkzeug noch mehr schaden anrichten würde.

Also blieb dem Herzkönig nichts anderes übrig, als die Herzkönigin zu rufen. Nach einem kurzen aber ausgiebigen Lachkrampf, an dem sich auch der kleine Prinz beteiligte, befreite die Herzkönigin den Herzkönig von seinem angehängten Torpedo.

Playmobil selbst gibt auf der Website folgende Sicherheitshinweise an: „empfohlen ab 5 Jahren…“ und „… nicht geeignet für Kinder unter 3 Jahren wegen Erstickungsgefahr durch Kleinteile.“ Der Herzkönig wird seine Anwälte anweisen, diese Hinweise um Haar-Verhedderungen und sicherheitshalber gleich auch um mögliche Weichteilverletzungen zu ergänzen. Erwachsenen sollte es im Übrigen überhaupt verboten sein, mit Kinderspielzeug zu spielen, so der kleine Prinz.

 

Änderungen im herzköniglichen Polizeiaufgebot

Nach erneuten Wickl mit dem aktuellen Innenminister, hat der Herzkönig mit Wirksamkeit vom 1. April beschlossen, ihn zu entlassen. Die Gründe braucht er hier gar nicht darzulegen, die sind eher philosophischer Natur.

Als Nachfolger des entlassenen Innenministers wurden dem Herzkönig gleich zwei Kandidaten präsentiert. Da er sich nun nicht entscheiden konnte, welcher von beiden kompetenter war, gab er beiden seinen Segen.

SONY DSCDie beiden neuen Innenminister Humpi und Dumpi haben ein Prestigeprojekt ihres Vorgängers weitergeführt, nämlich den Einsatz von Pferden bei der Polizei.

Es kam alsbald zu ersten Aufnahmeverfahren. Und, der Herzkönig war baff, alle wollten zur berittenen Polizei, sogar die von der Motorad-Truppe! Neben Streifenpolizisten hat sich auch ein etwas älteres Modell, vermutlich einer von der Post, für den Job beworben. Ein weiterer Bewerber konnte auch ohne Leumundszeugnis seine Vergangenheit nicht verbergen. Unschwer an der Hand zu erkennen – der kleine Prinz hat diese treffend als „Abschlepphand“ bezeichnet – wurde dieser ehemalige Pirat natürlich nicht zum herzköniglichen Pferdepolizeidienst zugelassen.

Es kam wie es kommen musste, alle saßen fest im Sattel und die Verbrecher, die es auch im herzköniglichen Hofstaat gibt, hatten es auf das letzte verbliebene und noch nicht verschrottete Polizeifahrzeug abgesehen. Die berittene Polizei nahm natürlich sofort die Verfolgung auf, aber sie hatten keine Chance.

Das einzig noch verbliebene Polizeiauto wurde von einem Verbrecher gestohlen. Die Pferdepolizisten versuchten ihr bestes, allerdings da sie auch keine Waffen mithatten, nutzte auch der Wurf des Schuhwerk nichts. Diese Waffe hatte allerdings nur der etwas ältere Postler, auf die neuen Figuren passte nämlich kein altes Schuhwerk mehr.

Gottseidank war der Herzkönig ein paar Tage später im gelobten Land (sprich im Waldviertel) und somit im Dachboden der kleinprinzischen Großeltern. In einer großen Wühlkiste voller Lego und mithilfe einer alten Bauanleitung baute er ein neues Auto zusammen. Dass dies einige Stunden dauerte und mehrere Phasen tiefster Depression beinhaltete, braucht hier nicht näher ausgeführt werden. Die Herzkönigin ist jedenfalls zwischenzeitlich nebenan – trotz der Geräuschkulisse die ein in einer Legokiste herumwühlender Herzkönig eben so produziert – friedlich eingeschlafen.

tvautopolizei

Der kleine Prinz hat das Auto sofort als neues Polizeiauto tituliert, das entsprechend dem Zeitgeist auch mit Video- und Satellitenüberwachung ausgestattet ist. Nachdem dies also gutgeheißen wurde, hat der Herzkönig das neue Einsatzfahrzeug der dezimierten Polizei zur Verfügung gestellt und hofft auf weitere Waldviertel-Aufenthalte, um die Einsatzfähigkeit durch weitere Fahrzeuge wieder herstellen zu können.

Bier & Barbie: Spielzeug aus der Kindheit der Herzkönigin

Nicht nur der Herzkönig, auch die Herzkönigin hat ihren Fundus an alten Kinderspielsachen unter die Lupe genommen. Der Herzkönig tat zuerst ganz unbeteiligt, da er nicht so recht über die damaligen Spielgewohnheiten der Herzkönigin Bescheid wusste und – voreingenommen wie er ist – ausschließlich Puppen und so „Zeugs“ vermutete.

Doch plötzlich weckte ein Aufschrei der Herzkönigin – „meine Bierkisten“ das Interesse des Herzkönigs. Er eilte herbei und war zutiefst entzückt. Die Herzkönigin spielte doch tatsächlich in ihrer Kindheit (auch) mit Bauarbeitern. Dies Playmobil-Kollektion bot alles, was das Bauarbeiterherz höher schlagen lässt: Absperrmarkierungen, Scheibtruhen, Werkzeugkisten, Kübel, Hacken, Schaufeln und Rechen. Und (heutzutage gäb’s das nimmer): jeder Bauarbeiter hatte seine eigene Kiste Bier. In jedem Tragerl finden sich sechs Flaschen Original Münchner Löwenbräu.

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Der Herzkönig hat das Spielzeug sofort konfisziert und bereitet eine großangelegte Fusion mit seiner eigenen Spielzeugkollektion vor. Das wird vermutlich noch die haus- und hofeigenen Anwälte beschäftigen. Doch bis dahin widmet sich die Herzkönigin ihren anderen Spielsachen. Nachdem sie dann doch ihre Barbie-Sammlung entdeckt hat, nutzte sie die Zeit, in der der Herzkönig dem kleinen Prinzen Sinn und Unsinn von Bierkisten erklärte, dazu, die Barbies zu frisieren und vor allem neu einzukleiden. Die Kleidung der armen Damen stammte doch tatsächlich noch aus den 1980er Jahren und war nicht mehr wirklich – also eigentlich überhaupt gar nicht mehr – zeitgemäß. Aus Stoffresten bastelte sie sogleich neue Kleidungsstücke und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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