OMG – bloody chicken!

Am Sonntag begab sich die herzkönigliche Familie wieder auf Wanderschaft. Ursprünglich sollten die königlichen Wildtiere im Schönbrunner Zoo begutachtet werden; aufgrund des Gewusels auf der Straße (Wienmarathon) suchte man ein Ersatzziel.

Da die Drahtseilbahn auf die Sophienalpe nicht mehr existierte, und somit ein Aufstieg mitsamt des kleinen Prinzen als Ding der Unmöglichkeit angesehen wurde, erfolgte ein kleiner Aufstieg zur Rieglerhütte. Dort angekommen versuchte man zu einer kleinen Stärkung zu gelangen, was aufgrund des Ansturms an Wanderern einige Zeit brauchte. Als dann endlich das Backhenderl abholbereit war, stürmte der Herzkönig zur Theke. Etwas liebevoll auf ein paar Pommes lagen ein paar Hendlstücke; auf den Salat hat man vorerst vergessen, auf Anweisung des Herzkönigs diesen dann doch gereicht. Der Herzkönig dachte in diesem Moment, er hätte sich vielleicht als Herzkönig zu erkennen geben sollen, blieb aber dann doch noch inkognito.

Der kleine Prinz begnügte sich mit Pommes und so kam der Herzkönig in den Genuss des Backhendl. Doch mit dem ersten Biss verging einem der Appetit. Das Backhenderl war irgendetwas zwischen bleu und medium rare – wenn es halt ein Steak gewesen wäre. Ein bluttriefendes Henderl war aber nicht so nach seinem Geschmack. Also wieder zurück zur Theke und die Herren vom Grill haben das Gericht (inklusive dem bereits angebissenen Hendl) gleich noch einmal in die Fritteuse geworfen und dem perplexen Herzkönig auf einem neuen Teller gereicht. Schnell zurück zum Tisch, denn der kleine Prinz wurde ohne Pommes unleidlich und die nochmals frittierten Pommes trugen nur unwesentlich zur Besserung bei. Der Herzkönig knabberte an seinem bekannten Hendlstück und entdeckte zwar weitere Blutspuren, aß es aber dann doch. Als  er das zweite Stück zu sich nahm und immer noch Bluttropfen auf seine Finger tropften, nahm sich die Herzkönigin ein Herz und informierte das Personal. Auch sie behielt die Kontenance und gab sich nicht als Mitglied der königlichen Familie zu erkennen, sondern sie bat, der Küche dieses hoffentlich einmalige Missgeschick mitzuteilen. Ob dies geschah, kann an dieser Stelle mangels Rückmeldung nicht wiedergegeben werden.

Am Nachhauseweg hatte der Herzkönig weiterhin einen flauen Magen, aber einige Songs im Ohr , die er fröhlich vor sich hin summte (von bloody sunday, bloody roots hin zu bloody Mary).

 

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