Räder und Ketten 2018

Der Herzkönig nahm den kleinen Prinzen ins Heeresgeschichtliche Museum zu „Räder und Ketten 2018“ mit Der naheliegenden Frage, ob man das dürfe, mag der Herzkönig entgegnen: als ehemaliger Zivildiener darf man das.

Allerdings wurde es vorerst einmal nichts mit dem „Panzerschauen“, denn der kleine Prinz entdeckte ganz zu Beginn – wie könnte es anders sein – ein Feuerwehrauto.

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Dieses Auto musste mehrfach bestaunt werden und auch Grisu dem Drachen musste entsprechend gehuldigt werden.

Nach einer gefühlten Stunde gelang es dem Herzkönig dann doch, den kleinen Prinzen zum Weitergehen zu bewegen. Als Argument diente dem Herzkönig (neben dem Verweis auf die Auszahlung eines vorzeitigen Erbes) der Hinweis auf alte Rettungsautos.

Nachdem der Bildungsauftrag durch historische Rettungsfahrzeuge und das Feuerwehrauto abgedeckt werden konnte, waren nun endlich die Panzer an der Reihe: hier gab es wirklich interessante Fuhrwerke zu bestaunen. Hervorgehoben sei ein solches von der Firma Saurer, das sowohl Rad- als auch Kettenantrieb hatte und je nach Gelände konnte man den Antrieb wechseln. Die Fahrzeuge wurden interessanterweise von der österreichischen Post- und Telegraphenverwaltung geordert und betrieben – vermutlich nach dem Motto, die Post bringt allen was, eben auch in unwegsamstes Gelände.

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Die großen Panzer selbst stießen beim kleinen Prinzen aber auf kein Interesse, da sie eben nur „laut“ waren und er selbst nur mehr „heim“ wollte.

Allerdings – haben wollte er vor dem Heimgehen irgendwie schon ein Panzermitbringsel. Also ging der Herzkönig noch schnell auf Schnäppchenjagd, die sich als schwieriges Unterfangen herausstellte. Denn bei den Verkaufsständen war zwar allerlei (von Tarnnetzen angefangen) zu erstehen, das aber zu unerschwinglichen Preisen. Auch die angebotenen Panzer waren nicht fürs Kinderzimmer, sondern als Sammlerstücke für die Vitrine gedacht.

In einer Wühlkiste entdeckte der Herzkönig doch noch ein erschwingliches Modell, das auch dem kleinen Prinzen genehm war und so wurde es erstanden. Stolz hielt es der kleine Prinz die gesamte Heimfahrt (unausgepackt!!!) in Händen. Zuhause angekommen wurde der neu erstandene Panzer sofort begutachtet. Der Herzkönig gab beim Auspacken seine Expertise zum besten: seiner Meinung nach handelte es sich bei dem erstandenen Stück um einen radgetriebenen Schützenpanzer russischer Bauart; vom Modell vermutlich ein BTR 70. Ganz genau kann es der Herzkönig nicht sagen, da er (als Zivildiener) diese Kriegsgeräte ja nie in echt zu sehen bekommen hatte, sondern nur bei einschlägigen Computerspielen. Und in den 90er Jahren sah ein Berg nun mal aus wie eine Pyramide. Die militärischen Experten unter den Lesern werden gebeten, Berichtigungen in der herzköniglichen Amtskanzlei einzugeben.

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Nunja, wie soll man sagen, der Panzer war zwar nun ausgepackt, allerdings war er nicht einsatztauglich, denn die Räder bewegten sich keinen Millimeter. Und mit einem Panzer, der nicht fahren kann, kann man auch keinen Krieg gewinnen. Das erkannte der kleine Prinz sofort, denn er  war derart entrüstet, dass er sich sofort als Abrüstungsexperte betätigte: der Spiegel wurde entfernt, das Zielfernrohr herausgerissen, die MG abgebrochen…

Der Herzkönig war aufgrund des missglückten Einkaufs derart konsterniert, dass er sofort einen perfekten Ersatz bereitstellen wollte und mit dem Fundus an Duplo zu bauen begann. Das Ergebnis war zwar ein rad- bzw. kettenangetriebenes Etwas, einem Panzer glich das Fahrzeug aber bei weitem nicht.

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Nun griff in das militärische Trauerspiel die Herzkönigin höchstselbst ein und erklärte, dass sie selbst einen fahrenden Panzer kaufen werde. Und tatsächlich, am nächsten Tag erhielt die herzkönigliche Armee neben dem demilitarisierten und nicht fahrbaren Panzer einen funktionstüchtigen. Allerdings kann der Herzkönig zu diesem Modell keine Aussage machen. Durch die Herstellung in China könnte man auf ein chinesisches Modell schließen, allerdings wurde der russische Radpanzer auch in China hergestellt. Sachdienliche Hinweise werden von der herzköniglichen Amtskanzlei entgegengenommen.

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Ein Kommentar zu „Räder und Ketten 2018

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