Neues Heft „Das Waldviertel“: vom Haus Nr. 3 in Horn, Räuberhauptmann Grasel zur Gmünder Firma Bobbin, über Pest und Cholera zur demographischen Situation im südlichen Waldviertel

Das letzte Heft im Jahr 2020 der Zeitschrift „Das Waldviertel“ bietet eine breite Palette an Themen. Karlheinz Hulka widmet sich im ersten Artikel der Geschichte des Hauses mit der Nummer 3 am Wilhelm-Miklas-Platz in Horn. Hulka beschreibt auch die vielen Bewohnerinnen und Bewohner. Einer davon war Alfred Rondorf, der ab 1938 das Haus bewohnte. Ihm wurde schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt. In Wien-Hernals steht der Alszauberbrunnen mit vier Bronzefiguren (darunter Alfred Rondorf), die ein Schrammel-Quartett darstellen.

Der Zwettler Stadthistoriker Friedel Moll berichtet über zwei Helfershelfer des Räuberhauptmanns Johann Georg Grasel. Der Gerichtsdiener Martin Blümel aus Schwarzenau und der Bauer Joseph Scharitzer aus Gradnitz wurden wegen Beihilfe vor das Kriminalgericht Zwettl gebracht. Warum Blümel freiging und der 76-jährige Scharitzer zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt wurde, wird anhand der Quellen ausführlich geschildert.

Die demographischen Prozesse und Strukturen der Leaderregion Südliches Waldviertel-Nibelungengau bilden Martin Heintel, Markus Speringer und Judith Schnelzer ab. In den 33 Gemeinden lebten mit Jänner 2019 47.366 Einwohner. Die Autoren zeigen einen Bevölkerungsrückgang in den Regionen Waldviertler Kernland und in Zwettl auf, während in der Leaderregion die Bevölkerung stagniert.

Das Firmengelände des ehemaligen Möbelproduzenten Bobbin Holzwarenfabrik AG in Gmünd ist in vielerlei Hinsicht ein geschichtsträchtiger Ort. So beginnt Sarah Stiedl ihren Aufsatz über eine Firma, die sich am Areal eines ehemaligen Flüchtlingslagers befand und die zu einer treibenden Wirtschaftskraft im oberen Waldviertel wurde. Noch heute wird über die Nachnutzung des 9000 m² großen Firmenareals diskutiert, das 2012 von der Stadtgemeinde Gmünd angekauft wurde.

Die Dreifaltigkeitssäule in Horn erinnert an Pest und Cholera in Horn. Die Pest wütete damals im Jahr 1679, die Statue in Horn wurde 1680 errichtet. Ausgehend von dieser Säule beschreibt Renate Seebauer auch den damaligen Umgang mit diesen gefährlichen Krankheiten: auf die Wichtigkeit, die Straßen und Häuser sauber zu halten und die Räume zu lüften, wird in den ärztlichen Ratgebern der damaligen Zeit immer wieder hingewiesen. Viele dieser Maßnahmen klingen fast vertraut….

Wer erinnert sich heute noch an Ausdrücke wie „Orwas“, „Been“ oder „Firta“? Edith Hahn hat ihre Ferien in Griesbach (Karlstein) verbracht und hält in ihrem Beitrag Erinnerungen an Tätigkeiten und damals übliche Ausdrücke fest. Bei der Gelegenheit: Ö1 sucht akustische Dialekt-Proben.

Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro. Ein Bezug ist über die Website www.daswaldviertel.at bzw. office@daswaldviertel.at möglich.

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