Hiobsbotschaft Nr. 2

Um es gleich vorweg zu nehmen. Mein neues Handy, also das 2017 erworbene neue Nokia 3310 hat den Geist aufgegeben. Nicht den gesamten Geist, sondern nur den Akku. Bis zum Schluss habe ich das Gerät alle 7 bis 14 Tage aufladen müssen. Dann wurde es auf einmal größer und ich dachte zuerst an Nachwuchs. Als dann die Verkleidung knirschend da und dort aufsprang, war es auch für mich zu erkennen: der Akku begann zu wachsen. Eine schnelle Recherche im Internet ergab die Diagnose „brandgefährlich“ bzw. „Explosionsgefahr“.

Auch um die herzkönigliche Familie zu schützen, legte ich das Handy außerhalb der Wohnung auf das Fensterbrett. Bei den jetzt wieder sommerlichen Temperaturen konnte man es gut bei gekippten Fenster klingeln hören und beim Telefonieren habe ich es möglichst weit weg vom Kopf gehalten.

Da traf es sich gut, dass der herzkönigliche Brötchengeber eine Multifaktorauthentifizierung für den VPN-Zugang im Homeoffice eingeführt hat. Das war nun mit dem alten Nokia 3310 nicht möglich. Nachdem ein Versuch gescheitert war, ein gebrauchtes Handy zu übernehmen, wurde dem Herzkönig eines – ein iphone – bestellt.

Allerdings, es kam zunächst nicht an. Der Herzkönig glaubte schon an eine göttliche Vorsehung, die es ihm unmöglich macht, ein solches neumodernes Gerät besitzen zu können. Schließlich ergab eine Rückfrage nach der Sendungsnummer: „Laut [Paketdienst] scheint der Inhalt des Pakets verloren gegangen zu sein / zu fehlen.“ Es wurde nicht gefladert, es hat halt bloß jemand anderer.

Just als der Herzkönig ein Kerzerl anzünden wollte und sich nach einem neuen Akku für das 3310er umschauen wollte, kam die Ersatzlieferung an.

Die wesentlichen Unterschiede kurz zusammengefasst.

Altes Handy: zwei Simkarten reingesteckt und man konnte unmittelbar darauf telefonieren

Neues iphone: Erkenntnis, dass wenn Dual-Sim oben steht, es nicht heißt, dass zwei Simkarten reinpassen. Es passt nämlich nur eine rein und die zweite muss man zu einer e-Sim umbasteln. Was aber – nach etwa 2 Stunden – herumpfuschen, dann doch funktioniert hat. Was das alte Nokia 3310 um 70 Euro konnte – nämlich jeder Simkarte einen eigenen Klingelton zuzuordnen – das kann das 10mal teurere iphone nicht. Hier kann man nämlich nur jeder Nummer einen Ton zuordnen. Früher konnte der Herzkönig bereits am Klingeln erkennen, ob es sich um die private oder berufliche Simkarte gehandelt hat.

Die Zeiten sind vorbei, auch das zweimalige Aufladen im Monat…

Handytrendsetter?

Nach einem wochenendlichen Besuch im „gelobten Land“ kann der Herzkönig berichten: er ist nicht alleine und offenbar ist ein neuer Trend zu beobachten.

Doch von vorn: bei einem Treffen mit alten Bekanntschaften zückte doch einer sein vorsintflutliches „Old-school-Handy“ und war nach dem Telefonat sichtlich irritiert, dass ihn keiner mit Worten wie „das soll ein Handy sein“ oder „a so eines hatte ich auch vor 15 Jahren“ ansprach. Stattdessen legte jeder der Runde sein „aktuelles“ Handy auf den Tisch:

SONY DSC

Man fühlte sich wie in alten Zeiten, denn es war kein einziges Wischerhandy dabei! Die gezeigten Handys mögen für eine wirkliche Revolution am Handymarkt vermutlich zu wenig repräsentativ sein, allerdings ein Trend scheint sich abzuzeichnen!?

Der Herzkönig hat über seine Neuerwerbung jedenfalls an anderer Stelle ausführlich berichtet, im Übrigen: den alten Klingelton hat er bis heute nicht überspielen können.

Egal: der Nostalgie wegen sei hingewiesen: das erste Handy war auch ein Nokia 6110 aus dem Jahr 2000, in Erinnerung blieb auch das spätere Siemens C55, von dem der Herzkönig mehrere besaß und die als Ersatzteillager fungierten – bis eben keine Ersatzteile mehr übrig waren…